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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Christof Schardt zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 21.44 Uhr verfaßt.

Das Wort "Tribut" deutet gleichzeitig darauf hin, daß der Verlag spürt, daß seine Entscheidung mit Kosten verbunden ist. Man gibt die Gepflogenheiten, die Selbstverständlichkeit, die Verständlichkeit und die Einfachheit preis, um dafür die Zugehörigkeit zu den "Fairen und Weltoffenen" zu erlangen.
Weltoffen? Was hat die Bestreitung des generischen Maskulinums mit Weltoffenheit zu tun? Natürlich nichts. Aber die Wortwahl zeigt, daß hier ein unreflektiertes Benutzen der woken Begrifflichkeit erfolgt, die letztlich nur eines transportieren soll: Wir gehören zu den Guten, was auch immer das gerade ist.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 21.11 Uhr verfaßt.

Man beachte den gedanklichen Salto mortale in dem Satz: »Das ist kein politisches Statement, sondern ein Tribut an die Fairness und Weltoffenheit.« Tribut hat ja etwas Unfreiwilliges, Auferlegtes, dem man sich beugt. Was aber sollte man gegen Fairness und Weltoffenheit haben können? Und wie sähe denn ein politisches Statement aus, wenn das hier keins sein soll? In einer Phase der Debatte, in der man durchaus noch abwarten könnte, wie die Sache ausgeht, schlägt sich der Verlag eindeutig auf eine Seite. Politischer kann ein Signal nicht sein.

Ehrlicher wäre gewesen: Für uns braucht es das alles nicht, wir haben mit dem Gendern eigentlich nichts am Hut, aber alle machen es jetzt so, und da schwimmen wir halt mit, sorry!


Christof Schardt zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 14.52 Uhr verfaßt.

Wir reihen uns mit diesen Anpassungen in die Gepflogenheiten anderer Medien und Wissenschaftsorganisationen ein.
"Gepflogenheiten"? Verlogenheit wäre das passende Wort, denn es handelt sich ja um das genaue Gegenteil, einen Bruch mit den Gepflogenheiten.





Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 14.25 Uhr verfaßt.

zu #45953:
Nach meinem Verständnis schlage ich nicht Pflöcke ein, sondern halte mich nur an denen fest, die die Natur selbst eingeschlagen hat.

Es ist schwer, "meiner Meinung nach" zu sagen, wenn es um grundlegende Tatsachen geht. Es wirkt dann, als zweifelte man selbst noch daran. Es ist immer gut, einen Ausweg offenzulassen, aber bei bestimmten Grundfesten kann ich es einfach nicht. Ich kann nicht sagen, "ich halte 1+1=2 für die richtige Lösung", ich sage "1+1=2". Wenn das basta ist, na ja, dann meinetwegen.


Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 13.06 Uhr verfaßt.

Ob Verwaltungssprache gegendert sein soll, wäre doch eine klassische Frage für einen Volksentscheid.


Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 13.02 Uhr verfaßt.

Ich weiß nicht, was an der Auffassung, daß es nur zwei Geschlechter gibt, zu beanstanden sein soll. Wie viele Geschlechter gibt es denn sonst?

Man muß das begrifflich davon unterscheiden, daß das Geschlecht einer Person nicht immer eindeutig ist - aber deshalb kann man ja nicht von einem anderen oder neuen Geschlecht reden. Welchen Sinn soll das haben, außen vielleicht einer politischen Positionierung?

Natürlich kann es auch biologisch begründet sein, wenn sich jemand nicht in die "heteronormative Matrix" einordnen kann (wie manche Aktivisten es ausdrücken).

Aber selbst wenn man die biologische Ursache gefunden hat (z.B. auf hormoneller Ebene), bedeutet das doch nicht, daß man ein neues (biologisches) Geschlecht gefunden hat.

Wenn die biologische Zweigeschlechtlichkeit aus irgendwelchen Gründen "außer Kraft gesetzt" ist, hat man damit noch kein neues Geschlecht gefunden. Man befindet sich deshalb auch nicht auf einer Art Geschlechtskontinuum, selbst dann, wenn männliche und weibliche Anteile gleichzeitig vorhanden sind.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 12.40 Uhr verfaßt.

Zweierlei fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer wieder auf:
Kein Verlag wagt es, seine Leser zu fragen.
Und wenn das Gendern ein Teil des Sprachwandels ist - warum muß man es dann beschließen?


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 12.07 Uhr verfaßt.

Die Gesellschaft und die Sprache entwickeln sich weiter. Bislang hatten wir in unseren Texten ausschließlich das generische Maskulinum verwendet. Im Spektrum Verlag haben wir beschlossen, von nun an auch eine geschlechtsneutrale und inklusivere Sprache umzusetzen. Das ist kein politisches Statement, sondern ein Tribut an die Fairness und Weltoffenheit. Wir reihen uns mit diesen Anpassungen in die Gepflogenheiten anderer Medien und Wissenschaftsorganisationen ein. (Sterne und Weltraum 6/2021)

Es klappt zwar nicht so richtig, aber mit den „Beobachtenden“ von Sternen möchte ich nichts zu tun haben. Ich habe mein Abo natürlich sofort gekündigt.


Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 11.36 Uhr verfaßt.

Ich wollte nur andeuten, welch grenzenlose Spielwiese sich die Genderforschung herbeiformuliert hat.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 09.08 Uhr verfaßt.

Ausgerechnet die FAZ (FAS) nimmt Baerbock gewissermaßen in Schutz, die wohl im Eifer des Gefechts die soziale Marktwirtschaft als eine Schöpfung der SPD dargestellt hatte.
Es wird gezeigt, daß, wenn man von der Wortprägung absieht und mehr auf das blickt, was wir heute als soziale Marktwirtschaft verstehen, viele daran mitgewirkt haben. Der Sozialstaat ist längst nicht mehr das, was Erhard und seine Mitstreiter im Sinn hatten. Das kann man verschieden beurteilen, aber ganz falsch lag Baerbock nun auch wieder nicht. Geschichtsvergessenheit kann man auch ihren heftigsten Kritikern nachsagen.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 09.01 Uhr verfaßt.

Mit Butler und anderen kann ich nichts anfangen. Andererseits versucht Herr Riemer mit "biologisch", "genetisch" und "fest vorgegeben" Pflöcke (eben doch "basta!") einzuschlagen, die mir nicht so sicher zu sein scheinen.
Herrn Riemers Ausdrucksweise "darüberhinaus sein möchte oder subjektiv zu sein glaubt oder wozu er sich äußerlich macht oder machen läßt" verschiebt das Problem des Transsexuellen zu sehr ins Subjektive, in Wunsch und Einbildung. Ich fürchte, das reicht nicht aus.
Aber ich muß mich ja hier zum Glück nicht festlegen, Laie, der ich bin.


Theodor Ickler zu »Selbstanzeige«
Dieser Kommentar wurde am 16.05.2021 um 08.50 Uhr verfaßt.

Herr Munske hat das Buch in der gestrigen FAZ (15.5.21) besprochen.


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