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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Erich Virch zu »Suchmaschinenrätsel«
Dieser Kommentar wurde am 26.05.2019 um 10.25 Uhr verfaßt.

Ein weiteres Motiv:

https://virchblog.wordpress.com/2019/05/25/die-rache-der-enterbten/


Theodor Ickler zu »Suchmaschinenrätsel«
Dieser Kommentar wurde am 26.05.2019 um 06.11 Uhr verfaßt.

„Rezos“ Video wirkte so, als habe er sich vorgenommen, die Unionsparteien in die Pfanne zu hauen, und erst allmählich gemerkt, daß die angeprangerte Politik nicht unionsspezifisch ist (auch nicht deutschlandspezifisch). Er half sich mit dem Hinweis auf die längere Regierungszeit der Union (übrigens lauter Koalitionsregierungen), nannte anhangsweise immer mal wieder die SPD. Auch wurde nicht deutlich, daß Deutschland nicht besonders hinterherhinkt, was Umweltpolitik betrifft; gerade deswegen wird Merkel ja auch angefeindet. Überhaupt die internationale Perspektive. Rezo behauptete, Deutschland gebe besonders wenig Geld für Bildung aus. Mag sein (auch wenn die Berechnungsgrundlage unerwähnt blieb), aber ist Geld hier wichtiger, als was „hinten rauskommt“? Ist das duale System berücksichtigt, oder fallen wir hier der Tonnen-Ideologie des Ökonomen Andreas Schleicher zum Opfer? - Der beklagte Rückgang der Einkommen in den Niedriglohnbereichen (soweit überhaupt zutreffend) hängt mit dem Zuwachs an Stellen und mit der Zuwanderung zusammen, was man ja auch positiv sehen kann.

Usw. – Wer unbedingt heruntermachen will, findet natürlich jede Menge wirklich vorhandenen Dreck. Ich kann solche Tiraden nicht „nützlich“ finden im allbeliebten Sinn einer „wenigstens angestoßenen Diskussion“. Sie fallen vielmehr hinter die politische Bildung zurück, die man sich in den Schulen wünscht.

Die FAZ erinnert daran, daß Rezo nicht der junge Mann von nebenan ist, sondern ein erfahrener Medienunternehmer, der Mitarbeiter bezahlt und von der Agentur Ströer betreut wird. Seine Darbietung war ein Stück Schauspielerei und Demagogie. Er hat dadurch seinen Marktwert bestimmt verzehnfacht, und das war ja wohl der Zweck der Vorstellung. Politiker und Journalisten helfen ihm dabei, indem sie ihn als „Stimme der Jugend“ wahrnehmen, mit der man sich „auseinandersetzen“ müsse. Der „Faktencheck“ zu den Klimapunkten ist treuherzig und albern. Die Fakten sind ja bekannt, es geht um Auswahl und Darbietung.

Der junge Mann von „Fridays for Future“ in der Bundespressekonferenz ließ sich am Ende zu der Bemerkung hinreißen, daß eigentlich keine Partei wählbar sei. Das ist nun schon wieder treudeutsch unpolitisch. Schülern kann man das nachsehen, aber so jung und naiv ist der Medienprofi „Rezo“ nicht.

Ein Journalist prangerte den Kapitalismus an, als ob der Sozialismus weniger auf „Wachstum“ ausgerichtet wäre und weniger Umweltschäden anrichtete.

China ("Schina") treibt umweltfreundliche Technik voran, gewiß, aber auch das Gegenteil, wie alle Länder, die viel aufzuholen haben.

Die Welt will verschaukelt werden.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 26.05.2019 um 05.56 Uhr verfaßt.

How does the honeybee form and update the cognitive map based on experience? How
does the cognitive map interact with other navigational capacities, such as dead reckoning and route following? How does the cognitive map figure in the honeybee’s path-planning? So far, these questions remain unanswered. (Rescorla)

Die „Karte“ in irgendeinem uns vertrauten Sinn setzt einen Kartenleser voraus, bei der Biene also eine innere Apicula (die aber, wie der Homunkulus, bemerkenswerterweise die Kulturtechnik des Kartenlesens beherrscht...). Wenn man das nicht will, muß man die „Karte“ als Metapher verstehen, die nichts erklärt und keinen Streit lohnt, wie Menzel ihn mit anderen Bienenforschern austrägt.


Manfred Riemer zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 26.05.2019 um 01.28 Uhr verfaßt.

Das bedeutet m. E. aber auch, daß trotz der materiellen Grundlagen der Konditionierung und ihrer Geschichte, trotz Beobachtbarkeit usw., die so von Skinner definierte Zeichenbedeutung ebenfalls eine ideelle Seite des Zeichens ist.


Manfred Riemer zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 25.05.2019 um 23.29 Uhr verfaßt.

Geschichte (wovon auch immer) ist schwerlich etwas Stoffliches, Materielles. Deshalb ergibt das Zitat von Skinner für mich nur Sinn, wenn ich physical anstatt mit physisch (materiell, stofflich, körperlich) doch besser mit physikalisch (die Physik betreffend, auch verträglich mit materialistisch, natürlich, beobachtbar) übersetze.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 25.05.2019 um 18.14 Uhr verfaßt.

Der Bienenforscher Randolf Menzel nimmt ohne weitere Diskussion an, daß auch der Mensch über einen magnetischen Sinn verfüge, der sich trainieren lasse und bei australischen Aborigines so stark entwickelt sei, daß er wesentlich zu ihrer Orientierung beitrage.

Soweit ich weiß und etwa bei Wikipedia sehe, ist ein solcher Sinn sehr umstritten und eigentlich bisher nicht nachgewiesen.

Die "kognitiven Karten", die Menzel ebenfalls den Bienen zuschreibt, führen begrifflich in Schwierigkeiten, worauf ich schon hingewiesen habe. Menzel führt Verhalten von Bienen an, das man nicht ohne die Annahme einer kognitiven Karte erklären könne. Kann man es denn mit einer solchen Annahme erklären?


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 25.05.2019 um 09.12 Uhr verfaßt.

Eine kurze Diskussion über den Begriff "physical" (physisch, materiell) findet sich auch, wie ich gerade sehe, in der Einleitung von Bunge/Mahner: "Über die Natur der Dinge". Die beiden Autoren bevorzugen "materialistisch" usw., um der Verpflichtung auf den Physikalismus der Positivsten zu entgehen.


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 25.05.2019 um 06.57 Uhr verfaßt.

Über den Ausdruck "physical" in diesem Zusammenhang hatten wir schon gesprochen. Es bedeutet einfach materiell und beobachtbar, im Gegensatz zu der "wunderbaren" geistigen Seite. Also kein Physikalismus (der aber auch nicht ausgeschlossen ist).

Zwischen der naturalistischen Sicht und der empiristischen (hier behavioristischen) besteht kein logischer Widerspruch, sondern es handelt sich um inkompatible Begrifflichkeiten, und es wird behauptet, daß die empiristische die weiterführende ist. Wir beobachten, wie Zeichen entstehen, und können damit etwas erklären und in die biologische und auch sozialen Wissenschaften einbetten, was sonst unbegreiflich und nicht "anschlußfähig" bliebe. Diese These wird aber erst überzeugend, wenn man den Wust von vergeblichen mentalistischen Ansätzen Revue passieren läßt: Ideenlehre, Universalienstreit, "mentale Repräsentation" usw. (und eben "bilateraler Zeichenbegriff").


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 25.05.2019 um 05.05 Uhr verfaßt.

Gestern mal ein Video aus der Bundespressekonferenz gesehen. Zwei Jugendliche von "Fridays for Future" und einige Experten diskutierten über Klimawandel. Ausnahmslos alle genderten, eine Expertin gebrauchte sogar das generische Femininum und war dadurch noch schwerer zu verstehen als ohnehin. Die Namen habe ich vergessen bis auf v. Hirschhausen, der mir schon vorher bekannt war und in der Runde ziemlich überflüssig wirkte.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Bei allen verschwammen die Doppelformen zu so etwas wie Vertreter und Vertreter, kein einziger sprach die femininen Ableitungen ordentlich bis zu Ende. Enttäuschend die beiden Schüler, die dies und den ganzen Jargon auch schon voll drauf hatten, besonders die "deutsche Greta" redete wie auswendig gelernt, irgendwie unfrisch. Die Syntax verlor sich bei allen im Gestrüpp angefangener Sätze.

Ich bin ja selbst durch und durch öko, aber was hier geboten wurde, war rein sprachlich zweitklassig. Eine vertane Gelegenheit.

Ob die "Schülerinnen und Schüler" auch untereinander schon gendern? Oder nur die Klassensprecher und künftigen Politiker?


Manfred Riemer zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 23.13 Uhr verfaßt.

Ja schon, ich habe das auch schon oft gelesen, und ich verstehe Bedeutung sowieso immer historisch. Natürlich etabliert und verändert sie sich nur mit der Zeit. Das ist ja wohl auch unumstritten. Entspricht das nicht dem Skinnerschen Gedanken einer Konditionierungsgeschichte?

Aber gut, wie auch immer, ich sagte ja schon, daß ich gewillt bin, Bedeutung ganz im Skinnerschen Sinne zu verstehen. Wieso widerspricht das dann immer noch dem bilateralen Zeichenbegriff?

Nochmal:
eine Seite: physischer Zeichenkörper (Formseite)
and. Seite: Bedeutung=Konditionierungsgeschichte

Warum Skinner meint, die Geschichte sei physisch, leuchtet mir allerdings nicht ein. Geschichte ist doch ein zeitlicher Vorgang, eine Aneinanderreihung von Augenblicken, die nur einzeln nacheinander existieren. Im Zusammenhang existiert die Konditionierungsgeschichte m. E. nur als Idee.


Theodor Ickler zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 18.20 Uhr verfaßt.

Cognitive science ist zwar weit verbreitet, aber eigentlich falsch, denn eine kognitive Wissenschaft kann immer noch von allem möglichen handeln. Gemeint ist aber zweifellos die Wissenschaft von der Kognition.


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 17.15 Uhr verfaßt.

Es freut mich ja, daß Sie die behavioristische Sicht als völlig natürlich ansehen, aber begrifflich liegen eben doch Welten zwischen dieser und der "wunderbaren" Auffassung des Zeichens.

Ein einschlägiges Skinner-Zitat habe ich schon dreimal gebracht, verweise nur noch einmal kurz darauf:

„Meaning or content is not a current property of a speaker´s behavior. It is a surrogate of the history of reinforcement which has led to the occurrence of that behavior, and that history is physical.“

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1584 (dort der größere Zusammenhang)

und

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1341#18483

Entsprechend geht die Erforschung der Bedeutung ganz verschiedene Wege.


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