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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Manfred Riemer zu »Zu den Muttern«
Dieser Kommentar wurde am 17.08.2022 um 11.43 Uhr verfaßt.

Rund um Mannheim sind verwelkte Pflanzen zu sehen, Bäume mit Blättern wie Herbstlaub - und Bach- und Flussbette, die Risse im Boden haben, als seien sie eine Steppenlandschaft.

(MM, 17.8.22, S. 1, Hervorhebung von mir)

Auch der Duden führt diesen Plural an, allerdings mit dem Zusatz "selten".




Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 17.08.2022 um 10.27 Uhr verfaßt.

https://forum.massengeschmack.tv/t/folge-203-die-akte-schlesinger-neue-absurde-rabiat-reportage-neues-von-hans-meiser/87327/117

Ich bin mit einer Moderatorin eines ARD-Hörfunksenders befreundet und es gibt solche Orders der Chefetagen dass man zu gendern habe. Viele weichen dann halt auf die Softvariante: „Hörerinnen und Hörer“ aus, statt mit Gendergab & co.


Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.08.2022 um 14.01 Uhr verfaßt.

Simone Burel wirbt, wo es irgend geht, für ihre gendergerechte LUB GmbH (https://lub-mannheim.de), "die erste linguistische Unternehmens­beratung Deutschlands“. Natürlich mit wissenschaftlichem Hintergrund.


Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 15.08.2022 um 15.57 Uhr verfaßt.

Besonders schön ist natürlich das hier:

Für die Sprachforscherin und Unternehmerin Simone Burel ist das Gendern, auch mit Sternchen, durchaus sinnvoll. Es mache auf bestehende gesellschaftliche Ungerechtigkeiten aufmerksam und sei zugleich eine Folge ihrer Korrekturen. Denn feminine und neutrale Formen habe es im Deutschen schon immer gegeben, sagt Burel: Sie würden aktuell nur vermehrt benutzt. Frauen und non-binäre Personen hätten in den vergangenen Jahren mehr Mitspracherecht erlangt, "darauf reagiert Sprache in ihrer Vielfalt", erklärt Burel.
Die Gendersternchen sieht sie in diesem Zuge als "Hyperkorrektur": "Orthografische Formen wie das Sternchen machen ein gesellschaftliches Missverhältnis deutlich", sagt Burel. Der so erzeugte Druck werde sich irgendwann in Richtung der neutralen Bezeichnungen verschieben, weil Sternchen und Co. sich höchstwahrscheinlich nicht durchsetzen könnten.

"Ich kann mir sogar vorstellen, dass irgendwann das generische Maskulinum wieder nutzbar ist", sagt die Unternehmerin, die Firmen und Institutionen bei der Verwendung geschlechtergerechter Sprache berät. Sie schiebt nach: "Wenn die gesellschaftlichen Missstände bereinigt sind."


Sebastian Wessels nennt das "Politik der Negation" und sieht einen Zusammenhang mit marxistischer Dialektik. (https://homoduplex.de/die-politik-der-negation)


Germanist zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 15.08.2022 um 15.41 Uhr verfaßt.

Das Partitip Präsens funktioniert auch nur mit den bestimmten Artikeln der, die, das, aber nicht mit den unbestimmten Artikeln ein, eine, ein, weil dann die Beugungs-Endungen auf das Adjektiv übergehen: der Auszubildende, ein Auszubildender.


Stephan Fleischhauer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 15.08.2022 um 14.39 Uhr verfaßt.

https://www.n-tv.de/panorama/Zur-Zukunft-des-Gendersternchens-So-kontrovers-diskutieren-Sprachwissenschaftler-innen-das-Thema-article23509239.html

Während Neef sich vor allem auf die Regeln der deutschen Sprache beruft, pocht seine Kollegin Helga Kotthoff eher auf das gesunde Sprachgefühl. Im Gegensatz zu Neef hat die Freiburger Professorin den offenen Brief an die Öffentlich-Rechtlichen nicht unterschrieben, aber auch sie hält den Genderstern für keine gute Lösung. Die Linguistin sagt im Gespräch mit ntv.de: "Die Eigenarten des Deutschen können wir nicht völlig wegbürsten." Es könne nicht im Sinne der Öffentlich-Rechtlichen sein, wenn Leute wegen einer überkomplizierten Sprache abschalteten. Sie wünscht sich einen stärkeren Pragmatismus: Das Problem gerechter Ansprache lasse sich beispielsweise mit Blick auf vollständige Texte und deren Zusammenhänge viel besser lösen als mit der Fokussierung auf das einzelne Wort. Eine Überschrift wie "Kindergärtner streiken" sei offensichtlich falsch, weil fast nur Frauen in Kindergärten arbeiteten. Von "Ministerpräsident*innen" zu reden, ist Kotthoffs Meinung nach überflüssig - die benannten Personen seien klar einem Geschlecht zuzuordnen.

Auch das generische Maskulinum sei nur im Singular so deutlich männlich geprägt. "Der Freiburger auf dem Münstermarkt" lasse klar an einen Mann denken. Auch in nachfolgenden Sätzen würde dieser Effekt weiterleben: "Er hat eine Tasche dabei", verdeutlicht Kotthoff. Im Plural dagegen sei das anders. Sie führe dazu gerade eine Studie durch, erzählt Kotthoff. Bei "den Freiburgern auf dem Münstermarkt" denke kaum jemand nur an Männer. Auch die erwähnten Anknüpfungsprobleme gäbe es hier nicht. Der Nachsatz, "sie haben Taschen dabei", vermittele schließlich kein eindeutiges Geschlecht. Das generische Maskulinum sei also im Plural unbedenklich, im Singular hingegen nicht.


Kotthoff vergißt zu erwähnen, daß Gendersprech gerade im Singular völlig unbenutzbar ist.

Die Wissenschaftlerin wünscht sich mehr situationsabhängige Lösungen: Wenn nicht-binäre Menschen angesprochen werden sollen, seien etwa Oberbegriffe hilfreich. Statt von den "Mitarbeiter*innen" würde die Sprachforscherin lieber von der "Belegschaft" lesen, aus "Lehrer*innen" könnten gut "Lehrende" werden.

Auch das funktioniert im Singular nicht. Man muß sich zwischen der Lehrenden und dem Lehrenden entscheiden.


Manfred Riemer zu »Schuld«
Dieser Kommentar wurde am 15.08.2022 um 12.59 Uhr verfaßt.

Wer oder was ist Schuld am Fischsterben in der Oder?

(Überschrift im MM, 15.8.22, S. 6)

Erhöhte Quecksilberwerte sind nach Angaben der polnischen Regierung nicht die Ursache für das Sterben.

Klingt, als gäbe es zwar erhöhte Quecksilberwerte, diese seien aber nicht die Ursache.
Zunächst sollte klar festgestellt werden, ob die Quecksilberwerte erhöht sind. Wenn nicht, erübrigt sich die Frage, ob sie für die Ursache in Frage kommen. Wenn doch, ist die Schlußfolgerung sehr gewagt, zumindest sollte dann etwas mehr über die Höhe der Werte gesagt werden.


Theodor Ickler zu »Sprachirrtümer«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2022 um 12.26 Uhr verfaßt.

Der Familienname Bauernfeind ist regional so häufig, daß man sich wundert: Hatten die Bauern denn so viele Feinde, und war es nicht lästig, einen solchen Übernamen zu führen? Statt zu spekulieren, sollte man sich an eine ältere Herleitung erinnern: Fant, Fend = Kerl, junger Bursche (nicht unbedingt aus ital. fante), also wie in Grotefend.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2022 um 04.31 Uhr verfaßt.

"Now it is easy to be mistaken in faces, but almost impossible not to recognise a back." (D. Sayers)
Eine gewisse Bestätigung erlebe ich täglich auf meinen ausgedehten Spaziergängen. Eine griechische Entsprechung zu Prosopagnosie scheint es noch nicht zu geben (ich könnte eine erfinden, will aber nicht vorgreifen).


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 14.08.2022 um 04.28 Uhr verfaßt.

Zur grausamen Herrschaft der Taliban sagt die Zeitung: „Das hat mit Religion nichts zu tun. Das ist einfältig. Das ist Taliban-Denken.“ (SZ 13.8.22)
Religion ist bekanntlich gut, nur die Entartungen sind schlecht. Das beweist die Kirchengeschichte.
Auch der Anschlag auf Rushdie kann mit dem Islam nichts zu tun haben. Der Iran ist schuld.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 13.08.2022 um 06.55 Uhr verfaßt.

Die FAS (Justus Bender, Morten Freidel, Reiner Burger – alle fachfremd) spricht sich auf der Titelseite (13.8.22) heftig für Fracking in Deutschland aus. Gegner werden als ideologisch verblendet dargestellt. Ein FDP-Mann hat das letzte Wort. Der Artikel übertrifft an Einseitigkeit und polemischer Schlagseite alles, was man selbst in der FAZ in letzter Zeit lesen konnte.
In den Zeitungen ist seit Jahren von „Chemikalien“ die Rede, die beim Fracking eingesetzt werden, aber nie beim Namen genannt werden. Auch der verlogene Artikel der FAS nennt die Stoffe nicht, sondern zitiert nur einen Befürworter: „Das ist Spüli.“
Geo schrieb einmal:
Die Chemie dient beim Fracken vor allem dazu, das Gemisch aus Wasser und Quarzsand homogen zu halten und Keime abzutöten. Über Anzahl und Art der eingesetzten Substanzen gibt es widersprüchliche Angaben.
Die Anzahl schwankt, je nach Quelle, zwischen einigen Dutzend und einigen hundert. In einem Bericht an den US-Kongress wurden die Namen von rund 750 Chemikalien genannt. Einige von ihnen sollen giftig oder sogar krebserregend sein. Wie viele und welche genau es sind, das bleibt vorläufig ein Geheimnis der Gasunternehmen.
Denn der Chemiecocktail, den sie in die Gesteinsschichten pressen, unterliegt keiner Veröffentlichungspflicht – auch nicht in Deutschland. So waren selbst die Gutachter des Umweltbundesamtes bei der Beurteilung der Giftigkeit der eingesetzten Stoffe auf freiwillige Auskünfte von Herstellern angewiesen.

Ohne Offenheit in dieser Frage werden die verstockten Kritiker sich nicht umstimmen lassen.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 13.08.2022 um 05.55 Uhr verfaßt.

Eigentlich hatte ich irgendwo meine heimliche Leidenschaft für den Benham-Kreisel eingetragen, kann es aber nicht mehr finden.

Also wenn Sie sich einen schönen Benham-Kreisel basteln wollen, einfach hier ausdrucken: https://www.itp.uni-hannover.de/fileadmin/itp/emeritus/zawischa/static_html/benhamkreisel.html (das ist der beste!), ausschneiden und auf Pappe kleben; Bleistift durchstecken und rotieren lassen - und vergessen Sie nicht, die Drehrichtung auch mal umzukehren (bei manchen Vorführungen auf Youtube fehlt das).

Wie ich lese, ist der verblüffende Effekt noch nicht ganz verstanden, was mich so viele Jahre nach Fechner und Helmholtz denn doch wundert.

Die Illusion zeigt, daß Wahrnehmung viel komplizierter ist, als man annimmt, weil man immer an Kameras usw. denkt.

Zaubertricks habe ich leider nie gelernt, aber physikalische Experimente finde ich interessanter und habe sie schon als Schüler auf dem Küchentisch nachgebaut. Heute kann man ja alles leicht bei Youtube sehen, aber es ist nicht das gleiche wie in echt.

Ich drehe den Kreisel gerade noch mal und will noch hinzufügen, daß der Effekt bei verschiedener Beleuchtung wechselt; man muß das ausprobieren, bevor man Frau und Kinder damit beeindruckt.


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