zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Theodor Icklers Sprachtagebuch

Die neuesten Kommentare


Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Nach unten

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 04.03.2021 um 05.10 Uhr verfaßt.

Aktivisten sind empört, weil das Inaugurationsgedicht der Schwarzen Amanda Gorman von einer Weißen ins Holländische übersetzt werden sollte. Das Projekt wurde daraufhin aufgegeben. Auch Gorman hatte zugestimmt und wird nun ebenfalls kritisiert.
Man sollte das Gedicht in schwarzer Farbe auf schwarzem Papier erscheinen lassen, damit jeder die Hoffnungslosigkeit des Antirassismus nachvollziehen kann.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 15.49 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1042#21053

Zum Namensstreit Burma/Myanmar aus aktuellem Anlaß:

https://www.counterpunch.org/2021/03/03/why-burma-should-remain-the-countrys-name/


Erich Virch zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 09.58 Uhr verfaßt.

Petra Gerster (Gerster*in?), eigentlich unter den sprachmoralischen Klassenbesten, erklärte in den Nachrichten gestern „die Bewohner der Alten- und Pflegeheime“ zu den „besonders Schützenswerten in der ersten Impfgruppe“. Die weniger Schützenswerten nannte sie nicht.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 08.58 Uhr verfaßt.

„Nicht Corona hält uns im Lockdown, sondern diese Bundesregierung, weil sie seit Monaten zu unfähig ist, ausreichend Masken, ausreichend Schnelltests und ausreichend Impfstoff zur Verfügung zu stellen“, sagte der FDP-Politiker [Kubicki]. (2.2.21)
Wie steht es um andere Länder?
Kubicki sucht immer wieder den Schulterschluß mit der AfD, wird daher auch gern von „Tichy“ zitiert, wo man ja alle Politiker mit Ausnahme der AfD in Grund und Boden kritisiert. Dazu paßt Kubickis Warnung (oder Drohung), der Frust könne in Gewalt umschlagen. Davon reden sie in rechtsradikalen Kreisen gern (und manchmal erkennbar sehnsüchtig – wie ihr Idol Trump: „They are very angry!“).


Theodor Ickler zu »Rowohlt (und KiWi)«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 08.52 Uhr verfaßt.

Christian Kracht begründet im Gespräch mit der SZ, warum er bei der "alten Rechtschreibung" bleibt. Er habe vor 15 Jahren ein Manifest gegen die Reform unterschrieben "übrigens zusammen mit Daniel Kehlmann", und sehe nicht, wie er aus dieser Verpflichtung wieder herauskomme. (Kehlmann schreibt längst reformiert. Kracht dürfte die Namensnennung als kleine Spitze gemeint haben.)
Das ist eine Seltenheit: Jemand glaubt, mit einer Unterschrift eine Verpflichtung eingegangen zu sein.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 08.11 Uhr verfaßt.

Psychologen haben herausgefunden, daß Menschen oft das Gefühl haben, ein Gespräch habe nicht zum besten Zeitpunkt geendet.
„Dafür baten die Wissenschaftler 252 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sich vorher nicht oder nur flüchtig kannten, jeweils paarweise in einen Raum. Sie forderten die Probanden auf, sich zwischen einer Minute und 45 Minuten lang zu unterhalten. Anschließend befragten sie beide, zu welchem Zeitpunkt das Gespräch für sie jeweils gut hätte enden können. Oder wie viel länger sie selbst gern noch geredet hätten. Das Ergebnis: Fast die Hälfte aller Teilnehmer hätte sich ein um ein Viertel der Zeit längeres oder kürzeres Gespräch gewünscht, als es tatsächlich stattfand.“ (SZ Wissen 3.3.21)
Man beachte die Künstlichkeit der Situation. (Das erratische Gendern – wie im ganzen Artikel – lasse ich auf sich beruhen.)
Wenn ich mich mit jemandem unterhalten habe und mir das Ganze nicht völlig gleichgültig war, denke ich manchmal noch darüber nach, und mir fällt ein, daß ich noch etwas anderes hätte sagen können; seltener, daß ich zuviel gesagt habe. Das ist alles viel komplizierter. Man muß ja auch unterscheiden, ob man einander nur zufällig getroffen oder absichtlich aufgesucht hat.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 07.31 Uhr verfaßt.

Übrigens: "Familienvater" hat bei Google 2 Mill. Einträge, "Familienmutter" nur 400.000. Die Zahlen stimmen natürlich nicht, nur die Größenordnung, und selbst da müßte man genauer hinsehen, weil "Familienmutter" wohl erst in neueren Texten häufiger vorkommt.


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 03.03.2021 um 07.25 Uhr verfaßt.

Die Zeitung würdigt die Einführung der Sonntagsruhe durch Kaiser Konstantin von 1700 Jahren, erwähnt aber nicht, daß es sich um die jüdische Sabbatruhe handelt, nur polemisch auf einen anderen Tag verschoben.
Heute halten vor allem die Gewerkschaften die Stellung, auch ohne religiöse Begründung und trotz der vielen Ausnahmen (die es schon bei Konstantin gab, ganz zu schweigen von der Fundamentalkritik durch Jesus persönlich). Geblieben ist der Streit um das kirchliche Arbeitsrecht als Fremdkörper im säkularen Staat.


Vollgasfahrer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 02.03.2021 um 19.36 Uhr verfaßt.

Unfreiwilliges Wortspiel in der ZEIT oder Absicht ?

"Houston in Texas, [..], samt teils 26-spuriger Hauptverkehrsader, die Vorstädterinnen zur ansonsten kaum bewohnten Innenstadt in die Arbeit bringt."

https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-02/einfamilienhaeuser-klimaschutz-debatte-eigenheim-gruene-stadt-land/komplettansicht


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 02.03.2021 um 08.31 Uhr verfaßt.

Zum vorigen:
Man hat aus den fossilen Schäden den Gehörgang des Neandertalers zu rekonstruieren versucht und daraus wiederum abgeleitet, für welche Frequenzen die Neandertaler besonders empfindlich waren. Welche (von unseren!) Konsonanten konnten sie unterscheiden?

Ich glaube zwar nicht, daß man die Weichteile aus den fossilierten Knochen rekonstruieren kann, aber selbst dann wären zwei grundlegende Erkenntnisse vernachlässigt: Erstens ist die Sprachfähigkeit eine Sache der Steuerung durch das Gehirn und nicht der Anatomie und Physiologie (außer natürlich was den Verlauf der Nerven betrifft, die die Artikulationsorgane steuern). Zweites sind bei den Lebewesen die Hörfähigkeiten auf die eigene Lautproduktion abgestimmt. Das wird auch bei Vormenschen so gewesen sein: Sie konnten besonders gut hören und analysieren, was sie selber sagten.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 02.03.2021 um 06.06 Uhr verfaßt.

Wieder einmal will man aus anatomischen Befunden (nach FOXP2 und Zungenbein ist es jetzt der Gehörgang) ableiten, ob und wie Neandertaler gesprochen haben.

Die Autoren folgern, dass die kulturellen Errungenschaften der Neandertaler mit ihrer Fähigkeit zu sprechen zusammenhängen. Katerina Harvati, Professorin für Paläoanthropologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, wendet jedoch ein, dass die kulturellen Zeugnisse des Neandertalers deutlich bescheidener ausfallen als beim Homo sapiens: "Die Seltenheit symbolischer Objekte von Neandertalern spricht gegen eine menschenähnliche Sprache." Ihrer Ansicht nach haben unsere Verwandten zwar gesprochen, aber wahrscheinlich nicht so ausgeklügelt wie wir. (SZ 2.3.21)

Wahrscheinlich wie Papuas. Primitiv eben.


Theodor Ickler zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 01.03.2021 um 17.39 Uhr verfaßt.

Vielleicht habe ich es schon einmal erwähnt: Chomsky wurde vor einigen Jahren in der Liste der bedeutendsten Psychologen genannt (Platz 38 von 100). Dabei ist er gar kein Psychologe und hat nie psychologisch geforscht. Er hat bloß die Linguistik als Zweig der "kognitiven Psychologie" umdefiniert.

Hierzu paßt, daß kognitive Psychologen wie der verstorbene Theo Herrmann mit seinem "Mannheimer Modell" Sprachverhalten leichter erklären können als das viel einfachere des Werkzeuggebrauchs oder des Ballens einer Faust. Die kognitive Psychologie ist eben nur eine begriffliche oder logische Rekonstruktion in der Tradition der rationalistischen Psychologie. Wenn man Verhalten mit einem "praktischen Syllogismus" erklärt, ist man mit Sprache auf bekanntem Terrain, denn Syllogismen sind Dialog-Züge.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Übersicht | nach oben


© 2004–2018: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM