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Manfred Riemer zu »Donauschrift«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 23.23 Uhr verfaßt.
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zum Einwand von MG:
Haarmann schreibt: "Als sprachwissenschaftliche Stereotype wurde lange Zeit ... das Inuit (Eskimo) mit seiner Schneeterminologie bemüht. Neuerlich ist die lexikalische Differenziertheit dieser Sprache in Frage gestellt worden; es wurde nachgewiesen, daß viele der Spezialausdrücke für Schneephänomene lediglich Ableitungen von bestimmten Grundwörtern sind (Pullum 1991). Deshalb sei hier die Schneeterminologie des Inari-Saamischen dargestellt."
Es folgt das von mir schon Zitierte. Haarmann weiter:
"Bei den einzelnen Ausdrücken handelt es sich sämtlich um Basiswörter, d. h. um nicht abgeleitete lexikalische Elemente, deren Wortstämme jeweils verschiedene Grundformen repräsentieren. Diese 21 Ausdrücke für die verschiedenen Schneeformen grenzen sich bedeutungsmäßig klar gegeneinander ab, sind also keine Synonyme zur Bezeichnung ein und desselben Begriffs."
Es folgen die 21 "Ausdrücke für <Schnee> im Inari-Saamischen (nach Itkonen 1986-89)" und ihre Bedeutung. Ähnliches gelte für das gesamte Gebiet der Rentierzucht der Saamen.
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cktceNtvWKYQqUX zu »Involved«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 22.29 Uhr verfaßt.
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Theodor Ickler zu »Fremdwörter«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 16.23 Uhr verfaßt.
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"In jeder Kultur führt in Zusammenhang mit Mortalität und Natalität die Generativität zu Kategorisierungen von Geschlecht." (Theresa Wobbe/Gesa Lindemann (Hgg.): Denkachsen. Zur institutionellen Rede von Geschlecht, Frankfurt 1994:151)
Ich übersetze mal:
"Alle Menschen werden geboren, pflanzen sich fort und sterben; darum wird überall zwischen Mann und Frau unterschieden."
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Theodor Ickler zu »Zink und Zinn«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 16.10 Uhr verfaßt.
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Übrigens: löten von Lot = Blei (engl. lead).
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MG zu »Donauschrift«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 15.40 Uhr verfaßt.
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| Haarmann erwähnt 21 verschiedene Ausdrücke des
| Inari-Saamischen für verschiedene Schneeformen
| als Beispiel dafür, wie durch Kultur und Klima der
| Wortschatz einer Sprache beeinflußt wird.
Die Unaussprechliche sagt dazu:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Eskimo-Wörter_für_Schnee
| Der Glaube, daß die „Sprache der Eskimo“ (in
| Wirklichkeit gibt es viele davon) eine im Vergleich
| zu anderen Sprachen extrem hohe Anzahl an
| Wörtern für Schnee habe, ist ein verbreiteter Irrtum.
| Tatsächlich sind es nicht mehr als in anderen Sprachen,
... und wenn man weiterliest und die dort angegebenen zahlreichen Wörter für "Schnee" findet, hält man diese Darstellung auch für plausibel.
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MG zu »Zink und Zinn«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 15.28 Uhr verfaßt.
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| Selbst eine Stange Lötzinn, wie sie der Klempner verwendet ...
... besteht hauptsächlich aus Blei, werter Argonaftis.
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Karl Hainbuch zu »Geschichtspolitik«
Dieser Kommentar wurde am 04.02.2012 um 19.53 Uhr verfaßt.
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Der Teufel steckt im Detail. Diese Weisheit dürfte den hier Mitlesenden bekannt sein. Die zu verifizierende These, z.B: mit Heyse wird alles ganz einfach, ist leicht formuliert, doch dann fängt die Arbeit im vergleichsweise stillen Arbeitszimmer erst an. Wissenschaftler kennen das.
Schwieriger haben es Juristen. Das neue, mit ihrer Hilfe formulierte Gesetz muß sich sogleich in der rauhen Wirklichkeit bewähren. Die üblichen Gutachten zur Folgenabschätzung können nur beraten.
Das Leugnen eines Völkermordes ist verboten und steht künftig unter Strafe.
Doch nicht nur, wann genau fängt der Völkermord an, sondern auch: Wann fängt das Leugnen an? – Leugnet der Journalist Fritjof Meyer den Holocaust, wenn er in der u.a. von Süßmuth herausgegebenen Zeitschrift „Osteuropa“ behauptet, die Zahl der in Auschwitz zu beklagenden Opfer seien nicht nur nicht 4 Mio, wie anfangs geglaubt, auch nicht 1,5 Mio, wie heute offizielle Geschichtsschreibung, sondern „nur“ ca. 500.000?
Hier wird es für den Richter knifflig. Er muß sich die Frage stellen, welche Folgen die Revision im Detail hat.
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Germanist zu »Donauschrift«
Dieser Kommentar wurde am 04.02.2012 um 12.33 Uhr verfaßt.
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Die Finnen gehören zu den ältesten Einwanderern Europas. Sie kamen gleich nach der letzten großen Eiszeit und siedelten in den eisfreien Gebieten auch im heutigen Nordwestrussland. Nach ihnen kamen die Balten (Indoeuropäer), die die Finnen zurückdrängten, und noch später die Slawen, die die Finnen aus dem heutigen Nordwestrussland verdrängten. Der Name "Rus" ist die finnische Bezeichnung für die schwedischen Wikinger, die von Norden her das heutige europäische Russland eroberten. Der Name "Rurikiden" stammt von altnordisch "Roderik", dem Gründer der Nowgoroder Rus, von wo aus die Kiewer Rus gegründet wurde.
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Theodor Ickler zu »Aufgelesen«
Dieser Kommentar wurde am 03.02.2012 um 17.45 Uhr verfaßt.
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Auf besagtem Erlanger Schlossplatz findet zur Zeit der Lichtmeßmarkt statt, so steht es auf den Plakaten.
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Manfred Riemer zu »Donauschrift«
Dieser Kommentar wurde am 03.02.2012 um 15.19 Uhr verfaßt.
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Harald Haarmann, Weltgeschichte der Sprachen, Verlag C. H. Beck, München 2006 (in bewährter Rechtschreibung):
"Die Inari-Saamen haben ihren Namen vom Inari-See im Osten der finnischen Provinz Lappi (Lappland). Ihr Siedlungsgebiet liegt nördlich des Polarkreises, wo im Winter monatelang sonnenlose Dunkelheit herrscht."
Dieser Satz könnte auch aus dem "Lexikon der populären Irrtümer" von Walter Krämer stammen. Ich habe gerade im finnischen Lappland nicht weit von Inari ein paar Wochen Urlaub verbracht und sah dort Mitte Januar die Sonne gegen halb elf auf- und halb drei untergehen (OEZ). Zusammen mit der zweimal rund zweistündigen Dämmerung, die zur Hälfte noch fast taghell ist, kann man sagen, daß es Mitte Januar (und entsprechend Anfang Dezember) täglich schon 6 Stunden taghell ist. Es ist ja auch klar, denn von 0 Stunden (Winteranfang) am Polarkreis bis 12 Stunden (Tagundnachtgleiche) dauert es 13 Wochen, also steigt jede Woche die Sonne rund eine Stunde am Tag länger über den Horizont, jeden Tag 8 Minuten länger. Selbst am Nordkap ist es an den wenigen Tagen um Weihnachten herum, an denen die Sonne gar nicht auftaucht, wegen der langen Dämmerung mindestens 2 Stunden über Mittag fast taghell. Wirklich monatelange Dunkelheit gibt es etwa ab Spitzbergen.
Ich fand es faszinierend, in der Weltgeschichte der Sprachen von den vielfältigen Verflechtungen der Sprachforschung mit den anderen Wissenschaften zu lesen. Letztlich spiegelt sich ja die ganze Menschheits- und Kulturgeschichte in der Sprachentwicklung wider.
Haarmann erwähnt 21 verschiedene Ausdrücke des Inari-Saamischen für verschiedene Schneeformen als Beispiel dafür, wie durch Kultur und Klima der Wortschatz einer Sprache beeinflußt wird. Niemand sortiert aber die Sprachen der Welt nach der Anzahl der Wörter für Schnee, sondern bei der Systematisierung der Sprachen geht es meist um Grammatik: Sind es synthetische oder analytische Sprachen, sind sie eher isolierend, agglutinierend oder flektierend, wie ist die Wortstellung im Satz (SVO, SOV, ...), haben Substantive Genera usw. Oder es geht um lautliche Kriterien: Vokalharmonie, Tonhöhen, werden Schnalzlaute verwendet usw. Leider fand ich kaum etwas darüber, inwiefern solche grammatischen oder lautlichen Unterschiede auch kulturell bedingt sind oder ob und welche spezifischen Vorteile sie bringen.
Ist es z.B. nur eine Sache des Zufalls und von Kriegen und Völkerwanderungen, wenn sich in Europa agglutinierende Sprachen eher im Norden/Osten gesammelt haben, flektierende dagegen eher im Süden/Westen? Flektierende sind außerdem zumindest in Europa in der Mehrzahl, aber das Englische scheint sich, was die Grammatik betrifft, dem isolierenden Chinesischen anzunähern. Hatten vielleicht die Chinesen schon immer die "bessere", irgendwie effektivere Sprache?
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Theodor Ickler zu »Unwort des Jahres«
Dieser Kommentar wurde am 02.02.2012 um 10.32 Uhr verfaßt.
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In Stuttgart wurde ein Parkplatzmörder verurteilt.
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Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 02.02.2012 um 10.22 Uhr verfaßt.
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Was in den letzten drei Jahren an neuen Erkenntnissen über die Broca- und Wernicke-Region bekannt geworden ist, wirft so ziemlich alles über den Haufen, was die Neurolinguisten wieder und wieder behauptet haben. Allein schon die Nachrichten der letzten Tage, wonach das Wernicke-Zentrum um drei Zentimeter verschoben werden muß (eine riesige Entfernung im Gehirn), wäre, wenn es zutrifft, eine Katastrophe! Und dabei glaubten die betrogenen Betrüger mit ihren bildgebenden Verfahren schon genau sagen zu können, welche Untergruppe von Substantiven in welchen Gehirnteilen verarbeitet werden ...
Man sollte immer erwägen, daß die Sprachfähigkeit womöglich keine einheitliche Funktion und daher auch nicht Gegenstand evolutionärer Selektion gewesen ist, daß vielmehr unterschiedliche Fertigkeiten sich zu verschiedenen "Zwecken" entwickelt haben, die dann in den Dienst der durch und durch kulturellen und historischen Sprache gestellt wurden und werden (Exaptation). Wenn das annähernd richtig ist, wird deutlicher, wonach die Neurologen eigentlich zu suchen haben. Wenn also bestimmte sprachliche Teilbereiche gestört erscheinen, sollte man erst einmal fragen: Was ist noch gestört? Und wo ist dies wiederum überwiegend zu lokalisieren? Das war übrigens schon einmal Stand der Forschung, bevor es durch die blendenden Fortschitte des Neuroimaging verdeckt wurde. (Heute behaupten Neurolinguisten wie Angela Friederici, die Verarbeitung der Sprache im Gehirn sei nun aufgeklärt, weshalb man sich jetzt der Musik zuwenden wolle ...)
So ist ja auch der Wirbel um das FOXP2-Gen wieder abgeflaut, nachdem die Wissenschaft sich erstens über die Natur dieses Gens (Transkriptionsgen) und zweitens über die Fülle von damit einhergehenden nichtsprachlichen Beeinträchtigungen klar geworden war. (Mit den Spiegelneuronen wird es genauso enden.)
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