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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 06.11.2026 um 02.14 Uhr verfaßt.

Ich habe immer etwas provokativ gesagt: Frauen fahren laaangsam in den Unfall hinein, den sie verursachen oder fast verursachen, oft ohne es überhaupt zu bemerken. Das ist nämlich meine Erfahrung als Radfahrer und nicht nur ein öder Machospruch. Ich sage dann aber auch immer dazu, daß es eigentlich nicht um Frauen geht. Ich sehe keinerlei Grund, warum eine Frau nicht genauso gut oder schlecht, sicher oder unsicher fahren können soll wie ein Mann. Ich kenne mehrere Frauen, die besser und sicherer fahren als mir bekannte Männer. Aber diese Männer sind eben Wenigfahrer. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern die Fahrpraxis.




Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 06.11.2026 um 01.56 Uhr verfaßt.

Das alles habe ich auch gedacht, unabhängig vom sprachlichen Problem. Es kommt aber noch etwas anderes hinzu. Es wird hier nicht unterschieden zwischen Verursachern und unschuldigen Opfern von Unfällen. Was, wenn Frauen massenhaft Männer überfahren und dabei selbst unverletzt bleiben? Auch dann hätten Männer ein höheres Risiko, tödlich zu verunglücken. Unausgesprochen wird vorausgesetzt, daß das nicht der Fall ist. Das wird auch stimmen, aber wenn man schon Statistiken anführt, um zu belegen, daß Männer riskanter fahren als Frauen, sollte man sauberer argumentieren.


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 06.11.2026 um 00.30 Uhr verfaßt.

Aus dem Kontext des FP-Artikels geht hervor, daß sich die Zahl 100000 in den zitierten Sätzen jeweils auf "Einwohner" bzw. "Einwohnerinnen" bezieht.


Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 06.11.2026 um 00.17 Uhr verfaßt.

Ich habe eben erst die Freie Presse vom 3.11. gelesen und mußte dabei gleich an den Beitrag #58845 von Herrn Metz denken. Fast wörtlich die gleiche unsinnige Genderei wie beim Spiegel. Eine solche Unterscheidung nach männlichen und weiblichen Einwohnern wäre interessant, wenn der Anteil von Männern und Frauen nicht annähernd gleich wäre.

Ich möchte aber noch auf einen anderen Punkt eingehen. Behauptet wird weiter in der Freien Presse: "Männer verunglücken öfter tödlich" und
"Das Risiko, zu verunglücken, ist für Männer deutlich höher".

Das ist vielleicht gar nicht wahr und ein schönes Beispiel, wie mit falsch interpretierten Statistiken getrickst werden kann. Man muß natürlich berücksichtigen, wie viele Männer und wie viele Frauen überhaupt am Straßenverkehr teilnehmen. Diese Zahlen habe ich leider nicht parat, aber die Zeitung nennt sie eben auch nicht. Sie schreibt:

"Bei tödlich Verunglückten stieg die Zahl bei den Männern auf 5 und bei den Frauen auf 2 von 100.000."
Wenn im Durchschnitt dreimal soviele Männer wie Frauen zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Kfz führten, dann würde die nur zweieinhalbfache Anzahl von tödlich verunglückten Männern in Wahrheit bedeuten, daß Männer ein geringeres Risiko haben als Frauen.



Theodor Ickler zu »Unsichere Flexion«
Dieser Kommentar wurde am 05.11.2026 um 18.34 Uhr verfaßt.

„Er hing noch sein Jackett auf.“ (Berliner Morgenpost über Aiwangers Tod)
„Er hängte noch sein Jackett auf.“ (ebd. später)


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 05.11.2026 um 17.00 Uhr verfaßt.

Wenn „catcalling“ vom schlechten Benehmen zur Straftat wird, müssen Tausende von neuen Richterstellen geschaffen werden. Die Justiz wird immer weiter auf das Gebiet vermuteter „verbaler Belästigung“ geschoben. Der Nutzen geht gegen Null. Ganz genau genommen ist es schon ein Sexualdelikt, Mann zu sein: es reduziert die Frau zum Objekt. (Das meine ich nicht als Scherz, sondern als ernsten Hinweis auf die Biologie der Geschlechter.)


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 05.11.2026 um 03.39 Uhr verfaßt.

Anläßlich von Hubert Aiwangers plötzlichem Tod wird auch die Schultaschengeschichte wieder in Erinnerung gerufen. Ich finde schlimm genug, was er als erwachsener Politiker von sich gegeben hat, aber ich würde niemals irgendwelche Jugendtorheiten gegen einen erwachsenen Politiker ins Feld führen. Ich möchte auch nicht mit dem konfroniert werden, was ich in dieser hitzigen Phase dahergeredet und -gedacht habe. (Antisemitische Sprüche waren es nicht.) Darum lehne ich auch das Wahlrecht für Kinder ab – um sie zu schonen, nicht weil ihre Ansichten dümmer wären als später.


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 04.11.2026 um 19.15 Uhr verfaßt.

Die Hüter unseres Volkstums sehen nun auch die USA auf dem Weg der muslimischen Eroberung – wegen des ersten muslimischen Senators. (Die Muslime machen gut 1 Prozent der Bevölkerung aus und sind bisher nicht auffällig geworden.)

„Anfang 2026 trat mit Zohran Mamdani erstmals ein Muslim das Amt des Bürgermeisters von New York an. Ausgerechnet in jener Stadt, deren Name seit den Anschlägen vom 11. September 2001 untrennbar mit muslimischem Terror verbunden ist, regiert heute ein muslimischer Politiker des linken Parteiflügels. Nun folgt der nächste historische Einschnitt.“ (Sofia Taxidis, Tichy 4.11.26)

Man beachte die bestechende Logik dieser besonders scharfen Haßpredigerin! (Es soll auch schon christliche Verbrecher gegeben haben, also...)


Wolfram Metz zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.11.2026 um 09.23 Uhr verfaßt.

Ihm hündisch ergebene Anhänger werden hier keinen Widerspruch erkennen. Aus irgendeinem Grund sind viele Wähler im Moment mit den Republikanern unzufrieden, und das haben sie durch ihr Wahlverhalten dokumentiert. Trump selbst würde niemals eine Wahl verlieren, soviel steht fest. Er hat ja auch noch nie eine verloren. Obwohl er persönlich nichts mit dieser Unzufriedenheit zu tun hat, hat er sich mit heldenhaftem Einsatz im Wahlkampf für seine Partei stark gemacht. Dazu hat er auch zu rhetorischen Mitteln gegriffen und den Leuten augenzwinkernd gesagt, sie sollten sich einfach vorstellen, er stünde auf dem Wahlzettel und nicht irgendein Kandidat der Partei. Leider haben manche diesen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden und sind zu Hause geblieben oder haben sogar einen Demokraten gewählt. Nun gilt es, diese von der Propaganda der Kommunisten getäuschten Menschen vor sich selbst zu schützen, und das wird der Präsident tun. Wie, das hat er mit der Verbreitung eines Fotos von einer roten Kappe mit der Aufschrift »VETO« und entsprechenden Äußerungen bereits deutlich gemacht.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 04.11.2026 um 06.37 Uhr verfaßt.

"Ich stand nicht auf den Wahlzetteln." (Trump nach der Wahl)
„Wählt so, als ob ich auf den Wahlzetteln stünde.“ (Trump vor der Wahl)


Theodor Ickler zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 04.11.2026 um 04.39 Uhr verfaßt.

Die Größenkonstanz in normalen Umgebungen ist eine nützliche Wahrnehmungstäuschung. Wüste oder Strand sind eine ebenso unnatürliche Umgebung wie der Himmel, nur umgekehrt: Wegfall vs. Hinzufügung einer Umgebung. Wir sehen den Mond als einen sehr großen Gegenstand am Horizont, einen Menschen am Strand als so klein, als stünde er hoch am Himmel.
Man könnte auch sagen: Am Strand oder in der Wüste überschätzen wir die Entfernung, beim Mond am Horizont unterschätzen wir sie. Der Mond scheint irgendwo hinter den Bäumen oder Häusern zu sein. (Der Wikipedia-Eintrag „Mondtäuschung“ ist sehr gut.)
Wir sehen die Häuserfronten parallel in die Höhe ragen. Darauf aufmerksam gemacht, sehen wir sie aufeinander zulaufen (stürzende Linien) und reagieren mit einem „ach ja!“ – wie immer, wenn wir uns etwas bewußtmachen, was wir eigentlich immer schon gewußt haben oder hätten wissen können. Dieser Schritt ist sehr interessant. Man könnte ihn mit der „Hebammenkunst“ (Mäeutik) des Sokrates vergleichen, die zu Platons Ideenlehre führte. Profaner ist unsere Kenntnis (= Beherrschung) unserer Muttersprache, das sogenannte implizite Wissen. Nur die behavioristische Perspektive ist bewußtseinsfremd. Sie teilt uns etwas mit, was wir nicht gewußt haben („Ach so!“).


Theodor Ickler zu »Buch oder Bildschirm«
Dieser Kommentar wurde am 04.11.2026 um 04.07 Uhr verfaßt.

Ich teile Ihre Hoffnung, aber wann hätte je die Gefährlichkeit, Unzuverlässigkeit, Unvernünftigkeit einer Sache die Menschen daran gehindert, sie weiterzuverfolgen? Respice finem? Nachhaltiges Denken fällt dem Menschen schwer, weil es Verzicht jetzt zugunsten von Überleben später bedeutet.

Wir meinen das gleiche, nur steht eben das Wünschenswerte gegen die Wirklichkeit.

Gerade lese ich, daß die Großen der Hightech-Branche jederzeit Zugang zur Bundesregierung haben und nicht um einen Termin bitten müssen. Sie machen praktisch die Gesetze, die sie betreffen. Natürlich belächeln sie die naiven Mitmenschen, die noch etwas so Kindisches wie Demokratie hochhalten; Peter Thiel spricht es ganz offen aus. Die Plutokratie bringt wie jede Gesellschaft eine passende Ideologie, quasi Religion hervor; sie zeichnet sich schon ab.


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