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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2026 um 03.46 Uhr verfaßt.

„OB-Stichwahl in Erlangen: Sieger gewinnt dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen“

Das ist nicht falsch, klingt aber wie „Ein Täter hat einen Diebstahl begangen“. Deutlich würde das nach Umformulierung: „Gewinner gewinnt dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen“.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2026 um 03.44 Uhr verfaßt.

Jeden zweiten Tage verkünden die Schlagzeilen, ein deutsches „Traditionsunternehmen“ sei insolvent, oft mit anklagendem Unterton, als geschehe den Unternehmen ein Unrecht, wo sie doch schon so alt sind wie denkmalgeschützte Bauwerke. Selten werden unter den Gründen die hohen Energiepreise ausgelassen, obwohl die ja die tüchtigere Konkurrenz ebenso treffen.
Oder man teilt mit, die „deutsche Traditionsmarke Knorr“ stehe vor dem Verkauf, als ob wir nicht wüßten, daß Knorr seit einem Vierteljahrhundert zu Unilever gehört und nun allenfalls von britischen in amerikanische Hände übergeht.
Die Unheilspropheten verstehen es schon sehr gut, Untergangsstimmung zu verbreiten.
Eigentlich sind sie ja für nationale Autarkie, auch bei der Energieversorgung, aber nur bei fossilen Brennstoffen und AKWs. Wind- und Solarenergie, die nächstliegende Lösung, lehnen sie ab, ebenso wie ein Tempolimit.
„Deutschland stürzt jetzt kopfüber in eine Wirtschaftskrise von gewaltigem Ausmaß.“
Jetzt erst oder schon wieder? Deutschland ist doch schon durch Merkel vollkommen zerstört. So haben wir es an gleicher Stelle gelesen, ebenso dann noch einmal über die Ampel.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 23.03.2026 um 02.50 Uhr verfaßt.

Wohl wahr, aber mir ging es um etwas anderes: daß uns durch so einen Aufkleber, von wem auch immer, "das letzte Schnipselchen der Freiheit" genommen wird usw. Kein Zweifel kann dagegen an der politischen Position des Übertreibungskünstlers Bayer sein.


Manfred Riemer zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 23.31 Uhr verfaßt.

Bei solchen Sachen kann man sich nie ungeprüft sicher sein, woher sie kommen. Eine Hakenkreuzschmiererei kann rechtsextreme Hetze sein oder ein linksextremer Versuch, demokratische Rechte zu beleidigen oder die Schuld auf sie zu lenken. Im gleichen Sinne könnte der Aufkleber in dieser Wahlkabine von beiden extremen Seiten stammen.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 16.19 Uhr verfaßt.

Wenn man liest, was ein Germanistikprofessor in einer Wahlkabine gefunden hat und was zweifellos eine Ordnungswidrigkeit ist, muß man wohl sagen, daß hier eine Mücke zum Elefanten aufgeblasen wird: https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/der-angriff-auf-die-wahlkabinen/

Für die „Spitze des Eisbergs“ hat er auch keinen Beleg, und das geradezu trumpische Phantom des „Wahlbetrugs“ durch die Linken ist auch in weiter Ferne. Der Verfasser gehört, wie man sich denken kann, zur deutschen Rechten, sonst hätte er sich durch den Aufkleber wohl nicht angesprochen gefühlt.


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 15.56 Uhr verfaßt.

„Trump setzt Mullahs 48-Stunden-Ultimatum“

Man stellt ein Ultimatum und setzt eine Frist.

Zur Sache selbst: Ein Ultimatum ist ein riskantes Unternehmen. Zusätzlich zur konditionalen Drohung setzt man sich unter Zeitdruck. 48 Stunden zum Beispiel sind eine kurze Frist, und dann muß man „liefern“ (wie man heute sagt), sonst verliert man das Gesicht. Ohne Not sollte man sich nicht darauf einlassen.


Wolfram Metz zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 14.31 Uhr verfaßt.

Wenn ein Verdacht auf Diabetes mellitus vorliegt, werden weitere Werte wie das Ergebnis eines HbA1c-Tests geprüft. Dabei arbeitet eine Person im hausärztlichen Dienst mit einer Fachperson für Diabetologie zusammen.
(AOK Sachsen-Anhalt)

Wer so schreibt, denkt nicht an die Leser, sondern vergeht offenbar vor Angst, gegen eine gefühlte Norm zu verstoßen. Einen Hausarzt zur »Person im hausärztlichen Dienst« und einen Diabetologen zur »Fachperson für Diabetologie« umzutaufen ist auf dem Niveau des unsäglich einfältigen Genderwörterbuchs auf geschicktgendern.de, das genau solche Verrenkungen vorexerziert. Man möchte lachen, aber gerade bei Texten für Ratsuchende, denen es vielleicht gar nicht gutgeht und die für solche Spielchen keine Nerven haben, finde ich dieses Männchenmachen vor einer auf Abwegen befindlichen Clique von Sprachfummlern schäbig und unverzeihlich.


Manfred Riemer zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 13.14 Uhr verfaßt.

»Die „Subjektivität“, auf der so viele Geist-Philosophen bestehen, überhöht die Biologie durch Metaphysik«

Vielleicht gehört Subjektivität nicht zur Biologie, aber steht sie deshalb schon jenseits der Physik bzw. der Natur?

Ich weiß, wie frisch gemähtes Gras für mich duftet und wie es sich für mich anfühlt, mit dem Hammer den Daumennagel zu treffen. Diese Gefühle sind für mich vorhanden, lassen sich nicht auf sprachliche Konstrukte reduzieren. Bei anderen mag die Umwelt gleiche physische Eindrücke hinterlassen, Gleichheit des Gefühlten läßt sich aber nicht feststellen. Das ist Subjektivität.

Gefühle, die jemand hat, sind vorhanden, sind real, gehören zur Natur, stehen nicht hinter der Physik. Man muß auf ihnen bestehen und sie wissenschaftlich untersuchen.


Theodor Ickler zu »Vormachen und Nachmachen«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 09.00 Uhr verfaßt.

Kinder zeigen sehr früh ein „Normbewußtsein“ und korrigieren andere: Das macht man so! (Peter Godfrey-Smith: Living on earth. London 2025:126f.) – auch wenn es aus unserer Sicht irrelevant ist – eine funktionslose „Überimitation“ (dort würde ich es einordnen).
Das kann man psychoanalytisch als „Identifikation“ mit der lehrenden Respektsperson erklären, objektiver als Rollenspiel – in jedem Fall als Bewältigungstechnik. Godfrey-Smith stellt S. 139 fest, daß Normbewußtsein zur gleichen Zeit wie Rollenspiel auftritt, etwa mit 18 Monaten. Es ist eben das gleiche! Auch Skinner erwähnt, daß sehr kleine Kinder ein Verbot – etwas Gefährliches nicht anzufassen – mit dem gleichen Ausdruck wie die Mutter aussprechen („Nein!“) und sich in dieser Rolle gewissermaßen selbst zur Ordnung rufen. Die Identität der kindlichen Verhaltensweisen wird verdeckt durch die psychologisierende Bezeichnung der einen Hälfte als „Normbewußtsein“. Der ständige Wechsel von psychologischer und verhaltensbiologischer Redeweise ist verwirrend und schädlich.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 04.46 Uhr verfaßt.

Wer das Verhalten eines Organismus erforscht, hat an keiner Stelle einen Anlaß zu fragen, „wie es sich für das Tier anfühlt“ (Fliegen zu fangen, an einem Knochen zu nagen, sich durch Ultraschall-Echolot zu orientieren...). Jede beliebige Antwort wäre irrelevant. Die „Subjektivität“, auf der so viele Geist-Philosophen bestehen, überhöht die Biologie durch Metaphysik und wirft scheinbar „geistreiche“ Fragen auf, die eigentlich sinnlos und überflüssig sind. Das ist besonders schwer einzusehen, wenn es sich um den Menschen handelt.

„Actions emanate from points of view, from the peculiar angle that each animal has on things (...) Subjectivity is important.“ (Peter Godfrey-Smith: Living on earth. Life, consciousness and the making of the natural world. London 2025:86)

Dies folgt auf ein Referat von Uexkülls Umweltlehre, die Godfrey-Smith ein wenig erweitert. Der Bruch in der Begrifflichkeit – von der Biologie in die Metaphysik – wird nicht bemerkt. „Point of view“ ist gerade noch biologisch ratifizierbar, „subjectivity“ aber nicht – es ist transgressive Metaphorik und bereitet den Leser schon mal auf „consciousness“ vor, das Hauptthema des Autors wie schon in „Other minds“. Eine solche Philosophie der Biologie führt nicht weiter.

(Seine Lieblingstiere sind Oktopusse, die er als Taucher und Naturfotograf in australischen Gewässern viele Jahre lang beobachtet hat.)


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 22.03.2026 um 03.59 Uhr verfaßt.

Ob man schon weiß, wie die "innere Uhr" der Pflanzen funktioniert? Beim Lerchensporn fällt besonders auf, daß er zum Beispiel hier im Stadtgebiet von Erlangen am gleichen Tag blüht wie in der weiteren Umgebung. Dieses Jahr war es der 21. März, voriges Jahr der 23. März. Sofort machen sich auch sehr viele Bienen und Hummeln darüber her, als hätten sie darauf gewartet.


Manfred Riemer zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 21.03.2026 um 11.40 Uhr verfaßt.

Atheismus ist wohl vor allem ein Problem von Theisten, darum reden sie so gern darüber und definieren Atheismus auch anders als Atheisten selbst.


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