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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Feucht und schmutzig«
Dieser Kommentar wurde am 27.11.2020 um 16.09 Uhr verfaßt.

Der Gemeinderat hat beschlossen, die Ortschaft Fucking in den Ortschaftsnamen Fugging mit Wirkung vom 01.01.2021 umzubenennen.

Wie kann man so dumm sein! Statt etwas daraus zu machen (Gastwirtschaft, vielleicht kuscheliges Hotel), wo doch zur Zeit "Meidet Österreich!" die Parole ist, wollen die 100 Einwohner in der Namenlosigkeit verschwinden. Welches Potential der Ort nur wegen seines international geläufigen Namens hätte, sieht man am üppigen Wikipedia-Eintrag. Das war doch schon ein guter Weg.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 27.11.2020 um 13.20 Uhr verfaßt.

Ursula Bredel ist neue Vizepräsidentin der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (2020).

Bredel ist an der Durchsetzung der Rechtschreibreform beteiligt. Sie hat auch den Sitz der verstorbenen Beatrice Primus im Rechtschreibrat eingenommen. Nachdem Peter Eisenberg die DASD auf Reformkurs gebracht hat, spielt das keine Rolle mehr. Von dieser Seite ist nichts Kritisches mehr zu erwarten.

Vgl.

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1044#20011

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1044#19483

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1044#19489



Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 27.11.2020 um 09.10 Uhr verfaßt.

„Trump ist Biden mit menschlichem Antlitz.“ (Usw., Slavoj Žižek, allgegenwärtiger Weltgeist und Possenreißer)


Theodor Ickler zu »Substantivierungen«
Dieser Kommentar wurde am 26.11.2020 um 06.59 Uhr verfaßt.

Und bei den Frauen schneidet nicht etwa ein ostdeutsches Bundesland am Schlechtesten ab, sondern das Saarland. (Tagesspiegel 21.11.18)
https://www.tagesspiegel.de/politik/europaweiter-vergleich-warum-haben-deutsche-so-eine-geringe-lebenserwartung/23665136.html

Es ist in der Tat nicht einzusehen, warum hier nicht Großschreibung eintreten soll, wie bei der übrigen Großschreibungswelle (aufs Schönste). (Letzteres wird nicht nur vom Duden, sondern auch von korrekturen.de empfohlen, ziemlich enttäuschend.)

Die Inkonsequenz, auf Unverständnis beruhend, hat hier eine besonders große Unsicherheit hinterlassen. Die Verantwortlichen (Gallmann u. a.) sind abgetaucht.


Theodor Ickler zu »Redensarten«
Dieser Kommentar wurde am 26.11.2020 um 06.37 Uhr verfaßt.

Woher eigentlich die Interjektion Junge Junge, o Mann, Mannomann kommt, ist anscheinend nicht klar. Vgl. oh boy, my boy usw.

Es gibt auch noch Verballhornungen wie Manometer!


Theodor Ickler zu »Alles englisch«
Dieser Kommentar wurde am 26.11.2020 um 06.34 Uhr verfaßt.

"Im besten Interesse" des Volkes soll die Amtsübergabe in den USA abgewickelt, ein Brexit-Deal in GB beschlossen werden. Im Deutschen sagt man eigentlich nur "im Interesse".


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 26.11.2020 um 04.39 Uhr verfaßt.

Der Vitamin-D-Apostel Prof. Jörg Spitz wirkt sehr vertrauenerweckend. Ich habe seinen Vortrag (Youtube) nur bis zu der Stelle gehört, wo er dem RKI und anderen offiziellen Autoritäten unterstellt, die Volkskrankheit Vitamin-D-Mangel wider besseres Wissen zu verschweigen. Solches Verschweigen und Verharmlosen kommt vor, wo der Staat einem Mißstand nicht oder nur zu hohen Kosten abhelfen kann oder unter dem Druck einer starken Lobby steht (wie Verkehrs- und Landwirtschaftsminister). Aber die Pharmalobby, die hier in Betracht kommt, müßte doch im Gegenteil ein starkes Interesse am Verkauf von Vitamin-D-Präparaten haben. Wenn schon Verschwörugstheorie, dann auch richtig!

Nicht überzeugend kommt mir auch vor, daß die Sonne mindestens 45 Grad hoch stehen müsse, damit überhaupt Vitamin D in der Haut gebildet werden kann. Im Winter wird also gar keins (das drückt Spitz gleich in mehreren Sprachen aus) gebildet. So steht es auch im Wikipedia-Artikel, wo man aber im übrigen abwägende Informationen findet.
Grundsätzlich muß man unterscheiden zwischen einem theoretisch errechneten Mangel und dem wirklichen Auftreten von Mangelerscheinungen. So wird auch bei Wikipedia zugegeben, daß Schwarzafrikaner durchweg zu wenig Vitamin D haben und zugleich eine höhere Knochendichte als Weiße. Ein Wunder der Natur. (Es gibt auch einen verbreiteten Eisenmangel ohne Eisenmangelerscheinungen.) Die Kinder spielen angeblich immer weniger draußen, trotzdem kommt Rachitis kaum noch vor (nicht alle Schwangeren bekommen Vitamin-D-Supplemente).
Je mehr man darüber liest, desto mehr beeindrucken die Unsicherheiten; desto weniger leicht greift man aber auch zu den Präparaten, denen mehr und mehr wundertätige Wirkungen zugeschrieben werden, jetzt sogar gegen Corona.

In einem Bericht der SZ über Kinderernährung wird dargelegt, daß vegetarische und sogar vegane Ernährung Kindern nicht schadet, „wenn sie richtig durchgeführt wird“ (wie es mehrmals heißt). Wenn man es richtig macht, macht man es nicht falsch, das leuchtet ein. Kronzeuge ist der „weltweit erste Professor für vegane Ernährung“ (https://www.drmarkuskeller.de/) an einem einschlägigen privaten Institut.

Je populärer das Medium, desto unbedenklicher die Verschlagzeilung, das haben wir auch bei der Rechtschreibreform gemerkt. Wissenschaftler kann das zur Verzweiflung treiben.


Manfred Riemer zu »Bilder«
Dieser Kommentar wurde am 25.11.2020 um 21.57 Uhr verfaßt.

"Ober sticht eben Unter", meinte Markus Lanz gerade im ZDF, weil sein Live-Interview mit dem Gesundheitsminister wegen der Rede der Bundeskanzlerin unterbrochen bzw. infolgedessen sogar abgebrochee werden mußte.

Beim Doppelkopf würde das zutreffen, aber beim Skat ist es umgekehrt.


Wolfram Metz zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 24.11.2020 um 19.08 Uhr verfaßt.

Ich glaube, Amazon meint mit »Bewertung« eine Benotung mit Sternen und mit »Rezension« eine solche Bewertung plus Besprechung in Textform. Verwirrend ist, daß man auch zur Abgabe einer reinen Sternebewertung zunächst auf die Schaltfläche »Rezension« klicken muß.


Theodor Ickler zu »Tabu«
Dieser Kommentar wurde am 24.11.2020 um 17.16 Uhr verfaßt.

Amazon bietet mir ungefragt an:

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Unterdessen erwägt man, die Skigebiete für diesen Winter zu schließen. Das Skilaufen selbst ist kein Problem, nur der Jagertee après.>

Nachtrag: Österreich erwartet von der EU Entschädigungszahlungen wg. entgangener Wintersporteinnahmen. Sehr lustig.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 24.11.2020 um 17.00 Uhr verfaßt.

Die meisten Infektionen finden in den Familien statt. Das gilt aber nicht für Weihnachten, weil Weihnachtsviren (limitierte Edition von Friedrich Merz) nicht ansteckend sind. Da können die Großeltern gern kommen. („Es könnte ihr letztes Weihnachten sein“, wie ein republikanischer Politiker sagte, allerdings mit Bezug auf Thanksgiving.)

„Es geht den Staat auch nichts an, wie ich mit meiner Familie Weihnachten feiere.“ (Merz laut Tagesspiegel 21.11.20) Natürlich geht es den Staat etwas an, wie Merz feiert; gerade dafür gibt es ja das Seuchenschutzgesetz. Merz weiß das auch.


Theodor Ickler zu »Vormachen und Nachmachen«
Dieser Kommentar wurde am 24.11.2020 um 16.54 Uhr verfaßt.

Die Lehre von den "propositionalen Einstellungen" ist abzulehnen, aber bevor ich mich auf die logischen und philosophischen Theorien einlasse, in denen sie aufgekommen ist, will ich auf die noch sonderbarere Reduktionsform hinweisen, die sie unter Linguisten angenommen hat. Hans Altmann zum Beispiel schreibt an vielen Stellen seit Jahrzehnten so etwas:

Mit einem Aussage-Satz kann eine propositionale Einstellung ausgedrückt werden, die man etwa mit ´sagen/mitteilen, daß´ umschreiben kann.

Wie bitte? sagen ist ein redeeinleitendes Verb und drückt keine "Einstellung" aus, auch nicht in den traditionellen logischen Texten, wo es um wünschen, fürchten usw. geht. Auch fragen und weitere solche Verba dicendi zählt Altmann auf. Niemand scheint daran Anstoß zu nehmen.


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