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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Erich Virch zu »Unzeitgemäßes über Schule«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2017 um 19.55 Uhr verfaßt.

Ärzte, die nicht für ihren Beruf geschaffen sind, mögen hauptsächlich andere unglücklich machen. Berufsungeeignete Lehrer tun das aber auch.


Manfred Riemer zu »Was ist ein Substantiv?«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2017 um 17.50 Uhr verfaßt.

Ich finde, das ähnelt u. a. dem partitiven Genitiv, der ja auch wahlweise ist:
fünf rote Rosen oder
fünf der roten Rosen

Genauso:
eine Art rote Rosen oder
eine Art roter Rosen

Ebenso sieht man bei Appositionen neben der Kasuskongruenz auch immer öfter den Dativ als sog. "universellen Appositionskasus", siehe Beispiele im Diskussionsforum. (Ein solcher Dativ widerstrebt mir aber sehr.)

Der Unterschied bei eine Art ist einfach, daß man für den Folgeausdruck sogar drei Möglichkeiten hat:
(1) durchregierter Kasus (Kongruenz mit Art, kommt in allen 4 Kasus vor)
(2) fester Nominativ, nicht kongruend
(3) fester Genitiv wie beim partitiven, nicht kon.

Ich glaube, daß (1) am häufigsten vorkommt, aber oft ist diese Einteilung nicht eindeutig feststellbar.


Theodor Ickler zu »Was ist ein Substantiv?«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2017 um 15.56 Uhr verfaßt.

Wenn man den "Vorbehaltsausdruck" (Hedge) eine Art in den Satz einbaut, herrscht große Unsicherheit hinsichtlich des Kasus. Das Präpositionalattribut mit von klammere ich erst einmal aus. Vgl. Duden Bd.9:97.

Hier sind einige Beispiele:

Nominativ? Oder "Gemeinschaftskasus"?

Unter anderem wurde darüber debattiert, ob der Wertstoffhof zu einer Art Durchfahrtsstraße gemacht werden könne. (Mittelbayerische 17.5.17)

Die SPD wurde so zu einer Art Nachfolgepartei des sozialen Katholizismus, Partei der Sorger und Samariter. (ND 21.5.17)

Eindeutiger Nominativ ist selten:

Eine schmutzige Bombe ist eine Art kleine Atombombe. (Badische Zeitung 13.4.10)

... wie diese ökumenische Einrichtung des Diakonischen Werkes inzwischen für viele Menschen zu einer Art großes Wohnzimmer, einem Ort der Geborgenheit geworden ist. (Badische Zeitung 20.10.12)

Genitiv?:

Wittenberg wird in diesen Wochen zu einer Art kleiner Weltstadt. (Augsburger Allgemeine 23.5.17)

Durchregierter Dativ:

Mit neuen Zubehör-Lösungen kann es sogar zu einer Art multimedialem Alleskönner werden. (n-tv 22.5.17)

Der Comedy Abend im Kulturzentrum hat sich in Herne zu einer Art gesellschaftlichem Ereignis entwickelt. (WAZ 21.5.17)

Er hat seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu einer Art Nahost-Bevollmächtigten ernannt. (Tagesspiegel 19.5.17) (schwach flektiert, seltener, vgl. Duden 9:97)

(Monoflexion der Gruppe, aber das Dativmorphem ist unterschiedlich verteilt.)

In den meisten Fällen ist eine regelrechte Analyse mit einem Substantiv Art nicht möglich. Duden Bd.9 zieht sich auf "Apposition" zurück, wo kein Attribut konstruiert werden kann, aber die Kongruenz oder Nichtkongruenz macht in jedem Fall Probleme.




Theodor Ickler zu »Unzeitgemäßes über Schule«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2017 um 14.53 Uhr verfaßt.

Nach meinen Bekenntnissen im Haupteintrag möchte ich noch folgendes bemerken. Im SPIEGEL stoße ich auf eine Person, die zu spät, nämlich erst im Referendariat, erkannte, daß sie nicht für diesen Beruf geeignet ist, und "hinschmiss". Darüber schreibt sie jetzt und hat vorher schon andere Lebenskrisen beschrieben (https://www.larissasarand.de/), versucht anscheinend davon zu leben.
Ich finde diese Art Literatur nicht besonders ersprießlich, aber wenn es anderen hilft, meinetwegen!

Tatsache ist, daß Lehrer zu einem großen Teil nicht für ihren Beruf geschaffen sind. Sie werden mehr oder weniger unglücklich, während Ärzte, von denen man dasselbe sagen muß, hauptsächlich andere unglücklich machen.

Das sind zwei Berufe, bei denen die Rekrutierung des Nachwuchses besonders problematisch ist. Medizin glauben viele studieren zu müssen, weil sie nun mal Einser-Abiturienten sind, Lehramt eher aus Verlegenheit und weil man keinen anderen Beruf so gut zu kennen glaubt.


Theodor Ickler zu »Wie alle anderen«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2017 um 14.34 Uhr verfaßt.

Amerikanischer Präsident Trump besucht Holocaust-Gedänkstätte Yad Vashem (FAZ online 23.5.17)

Hab ich doch immer gesagt: von "Gedanke".


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 23.05.2017 um 12.00 Uhr verfaßt.

Trump zu dem Anschlag von Manchester:

So viele junge Menschen sind von bösartigen Verlierern ermordet worden. Ich werde sie nicht „Monster“ nennen, denn das würden sie mögen, diesen Namen würden sie mögen. Ich werde sie von jetzt an „Verlierer“ nennen, denn das ist es, was sie sind.

Für einen Mann, der in "Deals" denkt und auch gerade mit Saudi-Arabien tolle Deals abgeschlossen hat, ist es in der Tat der größtmögliche Makel, ein "Loser" zu sein.

Anfang des Jahres konnte man schmunzeln, als Trump beklagte, daß in New York Mercedesse vor den Häusern (na ja, nicht vor allen) stehen, in Deutschland aber kein Chevrolet. Vielleicht weiß er inzwischen, daß das nicht an Handelshemmnissen oder Dumpingpreisen liegt. Er wußte wohl auch nicht, daß Ford und GM (Opel) in Deutschland 15% Marktanteil haben, deutsche Autos in den USA aber nur 7%. Andere Ausländer kommen in Deutschland gefühlt auf 50%.


ab zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2017 um 11.53 Uhr verfaßt.

Statt Kaserne eventuell Kompetenzzentrum. Das hätte auch in Abkürzung einen bemerkenswerten Wiedererkennungswert.


ppc zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 22.05.2017 um 11.29 Uhr verfaßt.

Ich finde "Geschwister-Scholl-Kaserne" praktischer. Das ist bereits gegendert, und die Scholl-Geschwister liegen rein topologisch näher als Gandhi. Außerdem besteht bei Gandhi stets die latente Gefahr, daß er fern-umbenannt wird ("remote renaming", wie Bombay in Mumbai oder Tokio in Tokyo, Suez in Sues usw.), man müßte dann alle Beschriftungen von vornherein leicht austauschbar machen.

Wenn man allerdings im Bereich des Militärs bleiben möchte, wäre "Pyrrhos-Kaserne" eine Überlegung wert. Man bezöge die EU-Griechen mit ein, das Thema ist zwar ein militärisches, aber außerdem eine ständige Erinnerung an die Sinnlosigkeit des Krieges.

Ähnlich läge "Stalingrad-Kaserne"; hier entfällt das remote-renaming-Problem, und man hätte ein gelebtes Mahnmal geschaffen. Andererseits wäre der Name nicht Gender-neutral.



R. M. zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2017 um 17.39 Uhr verfaßt.

Neuesten Forschungen zufolge ist der Penis am Klimawandel schuld:
http://www.skeptic.com/reading_room/conceptual-penis-social-contruct-sokal-style-hoax-on-gender-studies/


Germanist zu »Festung Europa«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2017 um 13.19 Uhr verfaßt.

Sprachen, die für internationale Fremdwörter unbedingt eigene Wörter bilden müssen, wie z.B. Französisch, Tschechisch, Kroatisch u.a., sind als internationale Verkehrssprachen ungeeignet, eigentlich sogar disqualifiziert.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2017 um 10.49 Uhr verfaßt.

Das Gendern wird bis in Lexikonartikel hinein getrieben, obwohl das Geschlecht dort besonders irrelevant ist:

Allerdings betrachten viele Syntaxtheoretiker/innen semantische Rollen als problematisch, da bislang keine vollständige und allgemeingültige Liste solcher Rollen gefunden wurde. (https://de.wikipedia.org/wiki/Subkategorisierungsrahmen)

In dieser Mechanisierung könnte auch der Schlüssel zur Überwindung der Marotte liegen.



Theodor Ickler zu »Festung Europa«
Dieser Kommentar wurde am 21.05.2017 um 10.47 Uhr verfaßt.

Die FAS vom 21.5.17 plädiert für das Französischlernen („Französisch ist die Zukunft“). Hauptargument ist der Brexit, der die Bedeutung des Französischen stärken werde. Das ist aber gar nicht sicher. Auch die afrikanische Frankophonie wird angeführt. Es ist nicht leicht festzustellen, wie viele Menschen tatsächlich französisch sprechen. Frankreich addiert gern die Bevölkerungen der rund 60 Staaten der „Francophonie“ und kommt dann auf mehr als 800 Mill., mit steigender Tendenz wegen der afrikanischen Gebärfreudigkeit. In Wirklichkeit ist der Anteil der Französischsprecher in vielen afrikanischen Mitgliedsländern sehr gering, insgesamt dürfte 200 Mill. (einschl. Mutterland) der Wahrheit näher kommen. Manche Länder wie das ehemals belgische Ruanda sind auf Englisch umgestiegen.


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