Theodor Ickler zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 07.05.2026 um 07.27 Uhr verfaßt.
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„Doch am Anfang gab es keine Wörter. Anscheinend ist die Sprache in der Evolution erst dann aufgetreten, nachdem die Vorfahren der Menschen nicht nur fähig geworden waren, Handlungen zu planen und einzuordnen, sondern auch mentale Repräsentationen von Objekten, Ereignissen und Beziehungen zu bilden und zu kategorisieren.“ (Antonio und Hanna Damasio in „Gehirn und Bewußtsein“ S. 58)
Wahrscheinlich können sich die Verfasser selbst nichts unter Repräsentationen von Objekten, Ereignissen und Beziehungen vorstellen, und daß dies etwas sein soll, was Menschen tun, ist auch schwer zu verdauen. Aber solchen Galimathias liest man überall. Die Gewöhnung läßt Zweifel gar nicht erst aufkommen.
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Theodor Ickler zu »Stilistische Pracht«
Dieser Kommentar wurde am 07.05.2026 um 06.53 Uhr verfaßt.
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Das Feinschmeckerdeutsch der Speisekarten wirkt wie aus einem Deutschkurs für Fortgeschrittene, die aber noch ein Stück vom Abschluß entfernt sind: Variation von der Karotte usw.
Das muß wohl so sein, als Teil des außergewöhnlichen und teueren Ambientes. Eine Möhre kostet ja fast gar nichts.
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Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 06.05.2026 um 13.56 Uhr verfaßt.
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Zur Frage „Verbundene Schrift oder nicht in der Schule?“ gibt es in der jüngsten Sendung Jimmy Kimmels am Schluß eine nette Episode: https://www.youtube.com/watch?v=87PEWsDisIc.
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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 06.05.2026 um 13.35 Uhr verfaßt.
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Unendliche Energiequelle: Das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland? „Das ist realistisch“ (WELT 1.5.26)
Allmählich wirken solche Scherze geschmacklos.
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Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 06.05.2026 um 13.25 Uhr verfaßt.
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„Dümmer“ als vorherige Generationen – der beunruhigende Verfall in der Gen Z
Diese Meldung, seit Wochen in den Medien breitgetreten, geht auf einen amerikanischen „Experten“ zurück:
Jared Cooney Horvath (PhD, MEd) ist ein Experte auf dem Gebiet der pädagogischen Neurowissenschaften.
Gibt es pädagogische Neurowissenschaften? Der Mann scheint ein amerikanisches Gegenstück zu unserem Manfred Spitzer zu sein.
(Schon das Gerede von „Gen Z“ läßt bei mir die Klappe fallen.)
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 06.05.2026 um 05.37 Uhr verfaßt.
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Wir 8 Mrd. Menschen bringen eine Biomasse auf die Waage, die viel größer ist als die aller anderen Säugetiere. Und weil das Nutzvieh zu unserem "extened phenotype" gehört, muß man es noch dazurechnen, wodurch das Gewicht sich noch weiter auf die menschliche Seite neigt. Dabei sind die Nicht-Mammalia noch gar nicht mitgezählt.
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Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 06.05.2026 um 05.09 Uhr verfaßt.
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Eine alltägliche Bestätigung der Konditionierungs-Psychologie: Dauerinhaber des Rederechts (Lehrer, Professoren, von Ja-Sagern umgebene Despoten) neigen dazu, in selbstgefälliges Dauerquasseln oder -twittern zu verfallen. (Vgl. u. a. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1024#43527)
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 05.05.2026 um 14.35 Uhr verfaßt.
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Womit sich Trump beschäftigt und wie notwendig die umgehende Amtsenthebung ist, sieht man zum Beispiel hier: https://www.youtube.com/watch?v=8Tdv9csTYcg
Ich weiß nicht, wie die Psychiatrie seinen Fall beschreiben würde. Teils ist er der kindische Alte aus der Komödie, teils denkt man auch an Tourette, auch wenn die Enthemmtheit kaum das Sexuelle berührt.
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Theodor Ickler zu »Bilder«
Dieser Kommentar wurde am 05.05.2026 um 14.28 Uhr verfaßt.
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"Er muß sich am Parkgitter die Nase plattdrücken."
Das geht eigentlich nicht, denn die Nase steckt man zwischen den Gitterstäben durch. Das Zitat ist übrigens von Adorno. (Daß das "sich" ausnahmsweise an der richtigen Stelle steht und nicht in Adorno-Position, erklärt sich aus der Fortsetzung, die ich hier weggelassen habe.)
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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 05.05.2026 um 12.07 Uhr verfaßt.
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Trump besteht auf seiner fabelhaften Prozentrechnung, und die Speichellecker bestätigen ihm diensteifrig, daß seine alternative Mathematik ebenfalls ihre Berechtigung habe: Wenn Preise um 800 Prozent steigen können, dann können sie durch Trumps geniale Politik auch um 800 Prozent fallen. Niemand sonst schafft das. Manche haben versucht, Trump und den Seinen die Grundrechenarten beizubringen – vergeblich.
Über den Irankrieg hätte der Kongreß abstimmen müssen. Um das zu verhindern, verkündet Speichellecker Johnson: „We are not at war.“ Der Krieg, dessen siegreiche Beendigung Trump und die Seinen unentwegt feiern, war also gar kein Krieg. Aber was wird dann aus dem glorreichen Sieg?
Die Immobilie Weißes Haus ist laut Gerichtsurteil kein Privateigentum des jeweiligen Präsidenten, Trump hätte den Ostflügel nicht abreißen dürfen. Na und? Die Bauarbeiten gehen weiter. Der Ballsaal wird das dreifache Volumen des Hauptgebäudes haben. Es sind noch weitere Denkmäler für den größten Menschen aller Zeiten geplant, und auf möglichst vielen Gegenständen sollen sein Name, seine Unterschrift oder sein dummes Gesicht prangen.
Die Anklage gegen Comey ist die lächerlichste, die je vor ein Gericht gebracht wurde. Anscheinend hat sich jemand die Mühe gemacht, zusätzlich die wahre Bedeutung und „Etymologie“ des Codes „86“ aufzuklären: Die Ziffer kommt gar nicht in Mafia-Filmen vor, wie Trump behauptet, sondern ist seit ihrer Entstehung vor 90 Jahren auf den Kellnerjargon beschränkt, wo sie bedeutet „aus“, „alle“, wenn also eine Speise nicht mehr serviert werden kann. Natürlich wird die Klage wegen Anstiftung zum Präsidentenmord sowieso scheitern, aber man fragt sich, wie Todd Blanche und die anderen Schleimer es nach Trumps Abgang schaffen werden, überhaupt noch in den Spiegel zu schauen. Bei Karoline Leavitt braucht man sich deshalb keine Sorgen zu machen, die schafft das ohne weiteres.
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 05.05.2026 um 12.02 Uhr verfaßt.
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Könnte man heute noch ein Werk zur neueren deutschen Geschichte veröffentlichen, in dem der Name des Gottseibeiuns nur als „H.“ erscheint? Mit einer gewissen Rührung nehme ich das „Geschenk des Landes Hessen“ an den Abiturjahrgang 1963 zur Hand: Golo Manns Deutsche Geschichte 1919-1945. Eingeklebt ist die Widmung an den Abiturienten Hans-Theo Ickler, noch mit dem Spiritusdrucker vervielfältigt und entsprechend verblaßt, mit der Unterschrift des Klassenleiters (das gab es damals noch). Es waren eben noch ärmliche Zeiten. – Das Buch habe ich damals wirklich gelesen, wie alles Gedruckte, was mir in die Finger kam.
Meinem Klassen- und Deutschlehrer war ich noch 12 Jahre freundschaftlich verbunden, bis er viel zu früh starb. Mit Golo Mann bin ich mal eine längere Strecke im Zug gefahren; wir waren allein im Abteil, ich habe ihn aber nicht angesprochen, weil er offensichtlich allein sein wollte. Das war aber viel später, und ich hätte schon viel mehr Gesprächsstoff gehabt als in der ersten Phase meiner Kraut-und-Rüben-Bildungsgeschichte.
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Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 05.05.2026 um 06.46 Uhr verfaßt.
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Großbritannien will Zigaretten ganz abschaffen und ist auf diesem Weg (den schon die vorige Regierung ging) ziemlich weit gekommen. Es wird weniger geraucht als in anderen Ländern, und die Zustimmung zu schärferen Gesetzen ist breit. Mal sehen, wer im Namen der Freiheit und im Dienst der Tabakunternehmen dagegen zu Felde ziehen wird... Man kennt das von anderen Formen der Daseinsvorsorge.
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