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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Manfred Riemer zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 23.24 Uhr verfaßt.

Immer öfter wird auch das Erstglied von Zusammensetzungen mit durchgegendert:
Pfarrerinnen- und Pfarrertag.
Die Bürgerinnen- und Bürgermeisterinnen und -meister sind kein Witz mehr.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 20.48 Uhr verfaßt.

Er sprach beim Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag am 18. September vor 400 Pfarrern in Augsburg.
(https://www.idea.de/politik/detail/scharfe-kritik-beim-pfarrertag-am-kreuzerlass-von-soeder-106597.html)

Man sieht hier sehr schön, wie die Presse nach dem gegenderten offiziellen Namen sofort zur eigenen Normalsprache zurückkehrt.



R. M. zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 19.51 Uhr verfaßt.

Man liest und hört täglich große und kleine Nachrichten und hat das Gefühl, daß beispielsweise in Bayern die Grünen ordentlich zulegen und daß man auch selbst eigentlich diesmal nichts anderes wählen kann.

Könnte daran liegen, daß etwa die Hälfte der deutschen Journalisten den Grünen nahesteht.


Germanist zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 18.47 Uhr verfaßt.

Der Begriff "Weckstaben verbuchseln" ist mir aus der ZDF-Kindersendung "die Rappelkiste" in Erinnerung geblieben.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 17.02 Uhr verfaßt.

Kippt jetzt der Mann, der uns vor Terror schützt? (BILD)


Theodor Ickler zu »Träumerei«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 17.01 Uhr verfaßt.

"Urknall" ist eine Metapher. Man braucht irgendeinen sprachlichen Ausdruck, jeder andere täte es auch.

Erik Høg legt in "Sterne und Weltraum" mit einfachen Worten dar, was wir heute über das Alter der Welt wissen. Besonders betont er den zwingenden mathematischen Charakter dieses Wissens, und er deutet auch an, warum man nicht fragen sollte, was "vor" dem Urknall war. Daß diese Frage keinen Sinn hat, setzt allerdings schon die Fähigkeit voraus, die entsprechenden Berechnungen nachzuvollziehen, insbesondere die Relativitätstheorien. Wie die meisten Zeitgenossen kann ich das nicht, sondern vertraue darauf, daß es damit seine Richtigkeit habe.

Wir müssen lernen, daß es ein Zeichen von Reife ist, sich damit zu begnügen. Man kann und wird weiterforschen, aber nur auf den vorgezeichneten Bahnen, nicht durch "philosophische" Spekulation unter dem Einfluß der Bildungssprache. Damit kann man dem sehr Großen und dem sehr Kleinen, dem sehr Schnellen und dem sehr Heißen nicht beikommen.




Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 16.46 Uhr verfaßt.

Werner Lehfeldt, Martin Müller-Wetzel: Abenteuer Schriftdeutsch. Sechs Grammatikfehler: wie sie das Lesen behindern, wie man sie vermeidet. Ein intensiv kommentiertes Sündenregister aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der Slawist Werner Lehfeldt hat in seiner Abonnements-Zeitung FAZ immer wieder Fehler gefunden und sie mit wachsendem Eifer gesammelt. Er sandte der Zeitung ein „Sündenregister“ zu und war enttäuscht, weil sich die Grammatikfehler der Zeitung daraufhin nicht vermindert, sondern im Gegenteil noch vermehrt haben. Auch Verlage und einzelne Autoren hat er mit solchen Zusendungen traktiert. Man kennt ja die lästigen Zeitgenossen, die es fertigbringen, anderen Leuten sprachlich und orthographisch am Zeug zu flicken. Lehfeldt spricht denn auch immer wieder von „Sünden“, vom „Sündenregister“ usw., wie in der alten Besserwisserliteratur.

Seltsamerweise beschränkt er sich auf nur sechs Fehler:
1. Fehlerhafte Konstruktion von Appositionen
2. Fehlerhafte Kasusrektion von Präpositionen, Verben und Adjektiven
3. Fehlerhafter Modusgebrauch
4. Fehlerhafter Tempusgebrauch
5. Fehlerhafte Bindestrichschreibung von Determinativkomposita
6.Fehlerhafte Zerstückelung von komplexen Satzgefügen

Erstaunlich ist die Behauptung des Vorworts, es gebe keine Bücher, wo man etwas über solche grammatischen Fehler und ihre Vermeidung nachlesen könne. Es gibt sie wie Sand am Meer.

Sein Mitautor, der Lateinlehrer Martin Müller-Wetzel, schreibt:
„Ganz erstaunlich finde ich: Fehler, wie ich sie oben aufgezählt habe, die findet man weniger in Texten von Leuten mit Latein. Wenn Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun wollen, dann lassen Sie es Latein lernen! (Lateiner wissen auch, wie der Duden funktioniert.) Es ist ganz erstaunlich: Bei einer Examensarbeit können Sie am Deutsch sehen, und zwar ziemlich sicher, ob der Verfasser Latein gelernt hat oder nicht. Lateiner sind da im Vorteil.“ (13)

Das ist gar nicht erstaunlich. Die Verfasser haben nämlich für das Deutsche Regeln aufgestellt, die am Lateinischen orientiert sind, und danach bestimmen sie dann, was ein Fehler ist – also eigentlich Lateinfehler im Deutschen. Das zeigt gleich der erste der sechs Fehlertypen: nichtkongruierende Apposition. Eine Apposition müsse in demselben Kasus stehen wie das Nomen, auf das sie sich bezieht. (18 u.ö.) Woher haben sie diese Regel? Aus der Beobachtung des Deutschen kann sie nicht stammen, dort hat sie nie gegolten. Die Verfasser gehen auch nicht so vor, daß sie zuerst den deutschen Sprachgebrauch beobachten und daraus Regeln abstrahieren, sondern tragen die Regel von außen an den Sprachgebrauch heran, eben aus der lateinischen Schulgrammatik. Über dieses bornierte Verfahren hat sich schon Eduard Engel lustig gemacht.

Von den Duden-Bänden ziehen sie nur die Rechtschreibung heran und wollen daraus auch die grammatischen Regeln ableiten, im Falle der Apposition also aus den Beispielsätzen (!) zum Komma und ähnlichen beiläufigen Vorkommen. Daß sie die großen Grammatiken des Deutschen, vor allem die historischen, herangezogen hätten, ist nicht erkennbar.

Offen zirkelhaft wird es, wenn Müller-Wetzel die nichtkongruierende Apposition zur „Pseudoapposition“ erklärt. (96 u. ö.)

Auf die anderen Kapitel gehe ich nicht ein, sie sind ähnlicher Art.
Viel Mühe verwendet er darauf, sich mögliche Mißverständnisse auszudenken, denen der Leser durch eine falsche Kasusverwendung ausgesetzt sein könnte – meistens ziemlich abwegig.


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 16.43 Uhr verfaßt.

Gut dem Dinge!


Manfred Riemer zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 15.31 Uhr verfaßt.

Merkel sagt dazu auch: "Wir haben Videoaufnahmen darüber ..."

Als ich dieses Video zum ersten Mal sah, dachte ich noch, es sei von der Polizei oder von einigermaßen seriösen Journalisten aufgenommen worden. Aber es stammt von "Antifa Zeckenbiss"!

Nun kennen wir also die Quellen von ARD, ZDF, Spiegel usw., die sofort unbesehen veröffentlicht wurden, und auf diese stützt sich ebenso unbesehen auch die Kanzlerin. Als der Verfassungsschutz u. a. auf die ominöse Quellenlage hinweist, muß er sich rechtfertigen.

Ist die Authenzität dieses Videos eigentlich inzwischen bewiesen? Hat man die Personen, die dort Fremde verfolgen, identifiziert? Wer sind sie? Ich habe davon nichts gehört.

Wozu hat der Staat einen Verfassungsschutz, wenn im Zweifel doch alle auf die Extremisten hören? Nicht nur Maaßen sollte ersetzt werden, sondern das ganze Amt kann gleich an "Antifa Zeckenbiss" übergeben werden.




Erich Virch zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 14.50 Uhr verfaßt.

https://virchblog.wordpress.com/2017/11/02/ihr-me-too/


Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 12.03 Uhr verfaßt.

Menschen mit Lese-Rechtschreibschwäche bemerken das Fehlen von Buchstaben nicht. Oft haben sie Schwierigkeiten, die Reihenfolge der gehörten und von ihnen selbst gesprochenen Laute zu erkennen und in eine Folge auf dem Papier umzusetzen (links/rechts anstelle von vorher/nachher).
Die Lautketten marschieren Kopf voran in die Zukunft. So dehnen sich auch die Schallwellen aus. Oder sie sinken Kopf voran in die Vergangenheit. Ich kann mich nicht zwischen den beiden Modellen entscheiden.

Manche Menschen (einen kannte ich sehr gut) können bei aufeinander folgenden Tönen nicht sagen, ob es aufwärts oder abwärts geht; ihnen fehlt dieses räumliche Modell, und es läßt sich wahrscheinlich auch nicht nachträglich einbauen.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 18.09.2018 um 11.46 Uhr verfaßt.

Der eine wird bei Zusammenrottung hellhörig, der andere bei System. Gaulands Wortwahl darf man aber wohl für bewußter halten, geschichtsbewußter.



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