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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2019 um 08.04 Uhr verfaßt.

Die WELT meint zwar, Duflo sei erste die "zweite weibliche Gewinnerin" des Wirtschaftsnobelpreises, aber im übrigen kann man anläßlich des gemischten Trios sehr gut sehen, daß das generische Maskulinum in allen Medien nach wie vor funktioniert.


Theodor Ickler zu »Weder maniabel noch favorabel«
Dieser Kommentar wurde am 16.10.2019 um 07.14 Uhr verfaßt.

Dieser Vortrag Mentrups ist im Netz zu lesen:
https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/7511/file/Mentrup_Kontroverse_klein_oder_gross_1986.pdf

Er zeigt in der Tat den gleichen kapriziösen Stil wie das letzte Buch:

Wie geht es weiter? Ducere controversiam usque ad infinitum? Oder vielleicht doch: ad finitum? Begründete aussicht? Vage hoffnung? Ein traum von großer magie? Ein, d.h. dann auch: mein hirngespinst? - Ich weiß es nicht.

(Das Latein spielt auf das vorangestellte Motto an: ducere controversiam usque ad noctem (Cicero). Wahrscheinlich hat Mentrup nicht Ciceros Briefe gelesen, sondern nur im Georges unter „controversia“ nachgeschlagen, wo zu der zitierten Wendung denn auch keine genauere Stellenangabe zu finden ist. Soviel ich weiß, kommt aber bei Cicero usque ad finitum ohne ein folgendes Substantiv gar nicht vor; selbstverständlich aber usque ad finem - Der Traum von großer Magie ist ein bekanntes Gedicht Hofmannsthals. - Zur Sache trägt das alles nichts bei, für den Leser ist es nur lästig.)


Manfred Riemer zu »Noch mal zum ss«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2019 um 20.18 Uhr verfaßt.

Partei droht die innere Zerreisprobe
...
Zugleich droht die Spaltung, [...]
(MM, 15.10.19, S. 2)

Ja, spalten schreibt sich zumindest leichter als zerreißen.
Nebenbei, nach der Überschrift hätte es eigentlich heißen müssen:
Zugleich droht die Spaltungsprobe.[...]



R. M. zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2019 um 16.15 Uhr verfaßt.

»So eine Currywurst hat doch nahezu kein Fleisch mehr in sich. Das grenzt an Körperverletzung. Es ist wichtig, umzudenken. Zu versuchen, sich vornehmlich vegetarisch oder vegan zu ernähren.« (Tim Raue, ein deutscher Koch)


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2019 um 07.46 Uhr verfaßt.

Dankenswerterweise haben aufmerksame Beobachter unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Neuerungen_der_deutschen_Rechtschreibreform_von_1996
alle Änderungen zusammengetragen, die an der Neuregelung von 1996 bisher vorgenommen wurden. Meistens handelt es sich um die Rückkehr zu den nichtreformierten Schreibweisen. Die lange Liste beweist, daß die angeblich beste Rechtschreibreform aller Zeiten ein einziges Debakel war und ein Durcheinander ohnegleichen hinterlassen hat. Am besten ist ein junger Mensch dran, der all die seit 1996 gültig gewesenen Fassungen nicht kennt und ganz frisch mit der allerletzten anfängt. Aber die vielen Lehrer, Sekretärinnen, Lektoren, Korrektoren, die gehalten waren, jede Wendung mitzumachen, müssen um so verwirrter sein, je ernster sie ihren Beruf genommen haben.
Ich selbst habe ja etliche Jahre meines Lebens mit dem Kommentieren (zeitweise sogar mit dem Reparieren) der Neuregelung verbracht, aber auch ich weiß in vielen Fällen nicht, was der gegenwärtige Stand ist. Die meisten Mitglieder des Rechtschreibrates wissen sowieso nichts; bestes Beispiel war der Vorsitzende Zehetmair. Drei oder vier werden den Reformtext besitzen.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2019 um 07.39 Uhr verfaßt.

Die Neuregelung von 1996, um die sich fast die gesamte Reformdiskussion drehte, ist auf der Website des Rates für deutsche Rechtschreibung nicht dokumentiert und auch sonst im Internet schwer zu finden. Im Aualand ist es leichter:

http://www.ejustice.just.fgov.be/mopdf/1999/04/08_A1.pdf

Die Reformer, besonders der Rechtschreibrat, zeigen sich auch sonst unwillig, das Originalwerk auch nur zu erwähnen.


Theodor Ickler zu »Umfragen II«
Dieser Kommentar wurde am 15.10.2019 um 06.59 Uhr verfaßt.

Unsere Gesinnungsforscher testen uns mit Fangfragen.
„Ich kann es gut verstehen, dass manchen Leuten Juden unangenehm sind.“
Wer diesen Satz unterschreibt, ist ein latenter Antisemit. Dazu gehören 20 bis 30 Prozent aller Deutschen (die Gesinnungsforscher selbst natürlich nicht, die sind 100 Prozent sauber).

Es gibt viele Gründe der „Verstehens“ (ein vieldeutiger Begriff). So bemüht sich auch die Geschichtsforschung zu verstehen, warum manchen Leuten Juden unangenehm sind. Ich verstehe es auch, weil ich mich mit 2000 Jahren christlicher Judenfeindschaft beschäftigt habe. Ich habe sogar Menschen kennengelernt, die selbst im Dritten Reich als „jüdisch versippt“ verfolgt und trotzdem die Rassenideologie nicht losgeworden waren. Das konnte ich „gut verstehen“.


Christof Schardt zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 14.10.2019 um 09.45 Uhr verfaßt.

Das Forum hat technische Probleme. Wem kann man das melden?


Christof Schardt zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 14.10.2019 um 09.05 Uhr verfaßt.

Zu den Mythen der Mittelmehrkost: Ernährung hat sich seit der segensreichen Überwindung des Mangels bekanntermaßen zur Ideologie entwickelt.
Der Blog http://www.quarkundso.de/ nimmt es kenntnisreich und pointiert aufs Korn, gerade erst u.a. zu Pizza und Weißbrot in Sizilien: http://www.quarkundso.de/arme-kinder-deutsche-welle/
Selbst der Duden hat schon sein Fett wegbekommen: http://www.quarkundso.de/duden-umami/
Lesenswert.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 14.10.2019 um 04.48 Uhr verfaßt.

Noch einmal zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1103#35412

Obwohl es an sich nicht wichtig ist, finde ich es doch aufschlußreich. Die meisten Deutschen waren wohl schon am Mittelmeer, viele haben sich auch über die olivenöltriefende Kost beklagt (auf Kreta 31 Liter pro Kopf und Jahr!) und erinnern sich, daß Vollkornbrot nie auf den Tisch kam. Wikipedia:

"Publikationen im deutschsprachigen Raum nennen als Bestandteil häufig auch Vollkorn-Produkte, die in den Mittelmeerländern de facto aber keine nennenswerte Rolle spielen, wenn sie überhaupt gegessen werden."

Auch das Ärzteblatt hat gerade wieder die "vollkornbetonte" Mittelmeerkost gerühmt.

Ist es nicht erstaunlich, wie leicht man den Leuten ein X für in U vormachen kann?

Man kann ihnen auch einreden, wie schlecht es ihnen geht, während es ihnen so gut geht wie noch nie. Das ist dann schon folgenreicher.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 12.10.2019 um 03.58 Uhr verfaßt.

Die Neufassung der Rechtschreibreform 2018 ist jetzt unter grammis zu finden (https://grammis.ids-mannheim.de/rechtschreibung). Leider sind die letzten Änderungen nicht als solche markiert. Nur die „Vorbemerkung“ gibt pauschal die Bereiche an, in denen es zu Änderungen gekommen ist.
Das Gesamtwerk ist dort nur stückweise abrufbar, das Wörterverzeichnis nur nach Einzelbuchstaben.

Seit der Entmachtung des Dudens ist die Website des Rates bzw. des IDS die einzige authentische Quelle "korrekten" Schreibens. Man sollte erwarten, daß die Bevölkerung, die sich erklärtermaßen daran orientieren muß oder soll, auf Änderungen hingewiesen wird. Das ist jedoch nie geschehen. Es gibt keine Pressemitteilung, man stößt nur als regelmäßiger Besucher der Präsentation zufällig darauf. Es wird ja auch seit 15 Jahren nicht mehr über die Ratssitzungen berichtet, von denen die Presse laut Geschäftsordnung ausdrücklich ausgeschlossen ist. Diese Heimlichtuerei war zu Beginn der Reform nicht zu erwarten und widerspricht sowohl dem Sinn einer Rechtschreibregelung als auch dem Demokratisierungspathos des Anfangs. Allerdings ließ schon der rüde Rauswurf der Journalisten anläßlich der Mannheimer Anhörung nichts Gutes erwarten. Wir wissen heute natürlich besser, warum die intrigante Truppe der Reformdurchsetzer sich nicht in die Karten schauen lassen wollte.


Theodor Ickler zu »Neues aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 11.10.2019 um 07.26 Uhr verfaßt.

Der PEN wird seit Sommer 2019 von Lutz Götze vertreten. Er löst Heinrich Peuckmann ab.




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