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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 20.08.2019 um 09.34 Uhr verfaßt.

An den Details für die neuen Einreisebestimmungen für EU-Bürgerinnen werde derzeit noch gearbeitet, sagte die Sprecherin in London. "Wir werden zum Beispiel sofort sehr viel strengere Regeln zu Kriminalität einführen für Leute, die nach Großbritannien kommen." EU-Bürger, die in dem Land leben wollen, sollen Premierminister Boris Johnson zufolge künftig anhand eines Punktesystems nach australischem Vorbild ausgewählt werden. (...) Wie die britischen Grenzbeamtinnen aber künftig zwischen EU-Bürgern mit und ohne Aufenthaltsrecht unterscheiden sollen, ist bislang unklar. (...) Derzeit leben schätzungsweise 3,6 Millionen EU-Bürger in Großbritannien. Unter Theresa May wurde ihnen angeboten, einen Antrag auf einen dauerhaften Aufenthaltstitel zu stellen. Davon machten inzwischen rund eine Million EU-Bürgerinnen Gebrauch. (ZEIT 20.8.19)

Ob die ZEIT mit dieser Marotte, die in keiner Sprache systematisiert sein kann, neue Leser gewinnt? Jedenfalls entspricht es dem erzieherisch-bevormundenden Stil des Blattes.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 20.08.2019 um 05.44 Uhr verfaßt.

Da Grönland kein dänisches Eigentum ist, kann und muß es nicht gekauft werden. Die USA könnten die Insel wohl umsonst haben, wenn sie mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker argumentierten und ein Referendum anregten. Der Immobilienhändler müßte sich bloß von seinem gewohnten Geschäftsmodell freimachen.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 20.08.2019 um 05.31 Uhr verfaßt.

Laut WELT ist Grönland von einer "meterdicken Eisschicht" bedeckt. Das stimmt. 1,5 km (Durchschnitt) sind auch Meter. Auch "millimeterdick" wäre nicht falsch. Das Ganze verstößt allerdings gegen eine "Konversationsmaxime" (der Quantität).

Trumps Kaufangebot (der Anlaß jener Meldung) hat den Sekundärnutzen, uns an die fortschrittlichste Idee des Kapitalismus zu erinnern: Alles ist käuflich, es ist nur eine Frage des Preises.

Sollte allerdings Grönland wirklich zum Verkauf stehen, würde vielleicht China Interesse anmelden.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.08.2019 um 04.58 Uhr verfaßt.

„Wie ticken die Klimaschützer?“ Wir kennen schon „Wie ticken die Gegner der Rechtschreibreform?“ So hat man was zu forschen und zu veröffentlichen, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Die Sache selbst „interessiert uns nicht“ (so der Germanist Oskar Reichmann über die Rechtschreibreform).


Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 20.08.2019 um 04.43 Uhr verfaßt.

Unlike many other human traits such as humor, art, dancing or music the survival value of language is obvious; ­it helps us communicate our thoughts and intentions.

Es ist nicht nötig, einen bestimmten Autor anzugeben, fast jeder könnte es so oder ähnlich gesagt haben. Nur wenige zweifeln, etwa Rafael E. Núñez.

Die Menschen haben die längste Zeit nicht erfolgreicher gelebt als die anderen Primaten, der Vorteil der Sprache kann nicht überwältigend gewesen sein.

Die Menschen haben Musik, Religion und anderen cheese-cake (Pinker) entwickelt, aber immer am Rande der Auslöschung dahinvegetiert. Daraus kann man schließen, daß sie das volle Potential der Sprachlichkeit nicht ausgeschöpft haben, vor allem nicht die Akkumulation von technischen Fertigkeiten. Dazu war ein soziales Klima der Verstärkung von Neuerungen nötig. Das war offensichtlich nicht gegeben, sonst hätte man nicht 500.000 Jahre lang dieselben Faustkeile hergestellt. Heutzutage geht der Modellwechsel bekanntlich schneller...


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 12.21 Uhr verfaßt.

Ein Hongkong-Chinese, mit dem wir 1986 in Tianjin Tür an Tür wohnten, bemühte sich schon damals um die Auswanderung nach Australien, weil er voraussah, daß die relative Autonomie Hongkongs nicht von Dauer sein werde. Das meinten auch viele andere - elf Jahre vor der Übergabe an die VR. - Daran muß ich jetzt wieder denken.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 08.01 Uhr verfaßt.

„Jeweils zwölf Männer und zwölf Frauen mussten sich im Magnetresonanztomografen in einem virtuellen Irrgarten zurechtfinden und von einem Ort im Irrgarten ausgehend den Ausgang finden. Wie sich zeigte, führte die Lösung der gleichen Aufgabe bei Männern und Frauen zum Teil zur Aktivierung unterschiedlicher Bereiche des Gehirns: Während es bei Männern zur Aktivierung des linken Hippocampus kam, wurde bei Frauen das rechte Frontalhirn aktiviert.“ (Manfred Spitzer in Das Magazin. Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen)

Das ist doch äußerst unwahrscheinlich.

Die methodische Kritik überlasse ich Neurologen, die den ganzen Bericht kennen, aber vorab muß man doch wohl sagen, daß Männer und Frauen nicht so verschieden sein können wie Hunde und Tintenfische.

Wenn bei einer so geringen Zahl von Probanden auch noch "zum Teil" so verschiedene Regionen "aktiviert" (soll heißen: "stärker aktiviert") werden, kann man daraus nicht solche weitreichenden Deutungen ableiten.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 07.52 Uhr verfaßt.

Natürlich werden grammatische Schnitzer schneller erkannt als semantische Abweichungen. Die Spielräume der Grammatik sind viel enger als die der Semantik. Man kann und muß immer versuchen, doch noch einen Sinn in den Text zu bringen. (Dies als Kritik an der "Neurolinguistin" Angela Friederici.)

Ausnahmen sind die gut versteckten Grammatikfehler, auf die ich schon an vielen Stellen eingegangen bin, sozusagen grammatische Vexierbilder (mehrfache Verneinungen, Verschachtelungen usw., siehe "Kopfrechnen").


Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 07.19 Uhr verfaßt.

In der dritten Klasse hatte unsere Jüngste in einem Aufsatz mal die Pünktchen über einem ü vergessen. Als Korrektur lieferte sie nur diese beiden Pünktchen nach, womit sie aber beim Lehrer schlecht ankam.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 06.10 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1024#40048

und ähnlichen Themen:

What is a human being? And what sort of life have we been given to live? In the next several chapters we turn our attention to our selves and our natural life cycle.
We begin in this chapter by acknowledging that we have both corporeal and noncorporeal aspects. We are embodied spirits and inspirited bodies, (or, if you will, embodied minds and minded bodies). This alleged duality, easy to assert, is, however, hard to understand. Many are tempted to resolve the difficulty by belittling the significance of one or the other aspect, declaring instead that either our minds (or souls) or our bodies are the seats of our “real” identities.
But does either declaration do justice to everything we are? Are we or are we not “double” creatures? In what does our identity reside? Just what do I mean when I say “me”?
(https://bioethicsarchive.georgetown.edu/pcbe/bookshelf/reader/chapter4.html)

Überhaupt das ganze Unternehmen:
https://bioethicsarchive.georgetown.edu/pcbe/index.html

So seltsam wie die Hervorbringungen unserer Ethikräte usw. - Man kann natürlich über alles reden, aber einige tun es sozusagen mit besonderer Autorität, von außen verliehen.




Theodor Ickler zu »Nature, Nurture und Skinner«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 05.48 Uhr verfaßt.

Kleine Kinder unterscheiden bereits zwischen belebten (personhaften) und unbelebten Objekten. Sie wundern sich nicht, daß Personen etwas können, was Dinge nicht können (z. B. an unerwarteten Orten auftauchen). Paul Bloom hat sich besonders damit beschäftigt.

Schlafende Erwachsene sind Kindern oft unheimlich. Sie wissen zwar, daß sie selbst auch schlafen, aber was das eigentlich ist, wissen sie nicht, weil sie es ja nicht erleben.


Theodor Ickler zu »Pädagogik vom Tage«
Dieser Kommentar wurde am 19.08.2019 um 05.30 Uhr verfaßt.

Zur Verteidigung der zweckfreien Bildung schrieb Josef Kraus einmal:

Die großen deutschen Naturwissenschaftler waren Zöglinge (und Verteidiger) des Humboldtschen Gymnasiums. Man denke etwa an Werner Heisenberg, der von sich und seinen Studenten sagte, die humanistische Bildung befähige in besonderem Maße zum logischen und zum schöpferischen Denken.
Das sollte uns Mut machen, den übernützlichen Wert von Bildung wieder hochzuhalten.


Dieser übernütziche Wert ist also auch wieder ein Nutzwert. Den Widerspruch bemerken die wenigsten, abgesehen von dem empirisch zweifelhaften Zusammenhang, den sie konstruieren.


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