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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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12.03.2006
 

Die Macher
Ein Dokument zur Beleuchtung des Hintergrundes,

auch zum „Fall Güthert“:

Protokollnotiz
zu dem Gespräch der im Rat für deutsche Rechtschreibung vertretenen Wörterbuchverlage
[Mit den ursprünglichen Kommentaren von Th. Ickler in eckigen Klammern]

Ort: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim
Zeit: 20. Mai 2005, 9.00 bis 16.15 Uhr
Anwesende:
a) für die Wörterbuchverlage: Matthias Wermke, Werner Scholze-Stubenrecht, Ralf Osterwinter (alle: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG); Ulrike Steiner (öbv & hpt Verlag GmbH & Co. KG); Sabine Krome (Wissen Media Verlag GmbH)
b) für die Geschäftsstelle: Kerstin Güthert

[Als die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung noch existierte (sie wurde Ende 2004 wegen Unfähigkeit entlassen und durch den „Rat für deutsche Rechtschreibung“ ersetzt), pflegte sie folgenden Brauch: Ungefähr zwei dutzendmal traf sie sich mit den privilegierten Wörterbuchredaktionen (Duden, Bertelsmann, ÖWB) zu meist zweitägigen Beratungen. Dort wurden ohne Kenntnis der Öffentlichkeit (nur Innenminister Schily wies im Bundestag einmal darauf hin, daß es solche Treffen gegeben habe) die inoffiziellen und dennoch durchgreifenden Änderungen des mißratenen Reformwerks beschlossen, Änderungen, die zu einer erheblichen Umgestaltung der reformierten Wörterbücher seit 1996 führten, bis die amtliche Revision des Jahres 2004 sowieso alles zu Makulatur machte. Letzten Endes war diese konspirative Praxis aber der Anfang vom Ende, denn die ständigen Änderungen der Wörterbücher veranlaßten zuerst die FAZ und dann auch den Axel Springer Verlag und andere Unternehmen, sich vom wachsenden Wirrwarr völlig zu verabschieden und zur normalen Erwachsenenorthographie zurückzukehren.

Nun scheint sich im „Rat“ das alte Verfahren nahtlos fortsetzen zu sollen. Neben den ausdrücklich eingesetzten Arbeitsgruppen, die Vorlagen für die Revision des Regelwerks erarbeiten, hat sich in aller Stille eine Arbeitsgruppe „der im Rat für deutsche Rechtschreibung vertretenen Wörterbuchverlage“ gebildet. Sie besteht aus Redakteuren von Duden, Bertelsmann-Wahrig und dem Österreichischen Wörterbuch, trifft sich ganztägig und erarbeitet Gegenentwürfe – und zwar unter Mitwirkung der Geschäftsführerin des Rates, ohne daß der Rat als ganzer davon etwas weiß, geschweige denn, daß er sie dazu beauftragt hätte. (Schon die Ausschreibung der Geschäftsführerstelle und ihre Besetzung fand ohne den Rat statt; das „Institut für Deutsche Sprache“, die eigentliche Brutstätte und Propagandazentrale der Rechtschreibreform, macht so etwas ganz allein.)

So fanden die Ratsmitglieder eine Woche vor dem nächsten Sitzungstermin nicht nur die förmliche Beschlußvorlage zur Getrennt- und Zusammenschreibung in ihrer Post, sondern auch gleich noch den Gegenentwurf der parallel beratenden „Verlagsgruppe“. Die auf der 3. Ratssitzung vereinbarte Überprüfung von Auswirkungen der Revision auf den Wortschatz war bereits in einem am 19.5.2005 versandten Papier geleistet. Bei der neuen Vorlage handelt es sich streckenweise um einen veritablen Gegenentwurf zur Beschlußvorlage der vom Rat eingesetzten Arbeitgruppe.

Der Verfasser dieser „Protokollnotiz“ ist nicht angegeben, die professionelle Gestaltung läßt auf die Dudenredaktion schließen. Um so dringender stellt sich die Frage, was die Geschäftsführerin dort zu suchen hatte. Übrigens ist nur Wermke Mitglied im Rat, die anderen beiden Herren aus der Dudenredaktion sind es nicht. Wenn ich selbst mich mit Freunden zusammensetzen wollte, um einen Gegenentwurf dieser Art auszuarbeiten, käme es mir nicht in den Sinn, die Geschäftsführerin des Rates für deutsche Rechtschreibung dazuzubitten. Oder war sie die Einladende?
Diese Bedenken bestehen unabhängig von der Tatsache, daß einzelne Einwände der Verlagsgruppe durchaus berechtigt sind. Die Beschlußvorlage ist in der Tat nicht abstimmungsreif, wie ich in einem gesonderten, bereits versandten Kommentar gezeigt habe.]


Die drei Wörterbuchverlage haben nach der Aprilsitzung des Rats für deutsche Rechtschreibung eine umfassende Überprüfung der Neufassung von § 34 auf den Wortschatz vorgenommen. Sie treffen sich zu diesem Gespräch mit dem Ziel, zu einer gemeinsamen Einschätzung über die Anwendbarkeit der neuen Regeln zu gelangen. Dazu gehen die Teilnehmer die von den Verlagen vorbereiteten Listen durch und legen dabei die neue, erst am Vortag per E-Mail-Attachment verschickte "Beschlussvorlage über den Gesamtkomplex der Getrennt- und Zusammenschreibung" zu Grunde.
Die bei der Diskussion gemachten Beobachtungen – die auf der Überprüfung der Buchstabenstrecke A–F basieren – und die sich daraus notwendigerweise ergebenden Klarstellungen sind angehängt. Die Teilnehmer verständigen sich darauf, Protokollnotiz und Anhang allen Ratsmitgliedern ergänzend zur Kenntnis zu geben. Weiterhin ist vorgesehen, nach entsprechendem Beschluss durch den Rat die begonnene Arbeit fortzusetzen und die Buchstabenstrecke G-Z zu überprüfen. Diese Überprüfung soll möglichst bis zum 15. Juli abgeschlossen sein. Die Ergebnisse sind auf das amtliche Wörterverzeichnis zu übertragen und sollen dann – im Sinne der größtmöglichen Transparenz – unverzüglich auf die Homepage des Rats eingestellt werden.

Anhang

Anhang 1: Bei Anwendung der in der Beschlussvorlage vom 19.05.05 vorgesehenen Regeln auf das Wörterverzeichnis wurde Folgendes festgestellt:
1) Anwendbarkeit der Regeln: Unter Berücksichtigung der in der Anlage genannten Klarstellungen ist zu erwarten, dass sich die Regeln mit Ausnahme von § 34(4) umsetzen lassen.
2) Einstufung der Regeln: Die Regeln entsprechen weder der alten noch der neuen Rechtschreibregelung. Sie produzieren – hauptsächlich im Anwendungsbereich von §34(2.1) – bisher nicht vorkommende Zusammenschreibungen, zum Beispiel:
• abwärtsgehen (= nach unten gehen), auseinandersetzen (= voneinander getrennt setzen), daheimbleiben, abseitsstehen (= nicht dazugehören) nach § 34(1.2)
• abhandenkommen, zunichtemachen, zupasskommen nach § 34(1.3)
• armwerden (neben arm werden), feinmahlen (neben fein mahlen), violettfärben (neben violett färben) nach § 34(2.1)

[Diese Zusammenschreibungen sind mit ganz wenigen Ausnahmen (armwerden) schon bisher durchaus üblich gewesen, so daß man keinesfalls behaupten kann, sie seien „nicht vorgekommen“ – mögen sie nun im Duden gestanden haben oder nicht. Der Duden hatte in einigen Fällen festgesetzt, daß in wörtlicher Bedeutung getrennt, in übertragener zusammengeschrieben werden solle, z.B. bei abwärtsgehen. Das war jedoch völlig unrealistisch. Die Wörterbuchverlage untersuchen insofern nicht, wie vereinbart, die Auswirkungen der Revision auf den Wortschatz, sondern den Änderungsbedarf in ihren Verlagsprodukten. Das interessiert die betroffene Sprachgemeinschaft nicht.

Die Orientierung an den Wörterbüchern statt am Sprachgebrauch selbst war schon in der Ausarbeitung „Zu den quantitativen Auswirkungen der Neufassung von § 34 auf den Wortschatz“ erkennbar. Sie gab vor, „auf der Basis umfangreicherer Korpora“ zu ermitteln, es waren aber offenbar keine Textkorpora gemeint, sondern Wörterbücher.

Mit dieser Fehlentscheidung geht zusammen, daß allgemein die Annahme zugrunde gelegt wird, die Schreibweise der einzelnen Wörter sei aus den Regeln abzuleiten und gegebenenfalls auch zu ändern. Eigentlich sollte aber die Regel den tatsächlichen Schreibbrauch zu beschreiben versuchen.

Man erkennt: Die neue Orientierung des Rates für Rechtschreibung am tatsächlichen Sprachgebrauch spricht dagegen, ausgerechnet die Wörterbuchverlage mit der Aufgabe zu betrauen, die Auswirkungen der Reform auf den Wortschatz zu untersuchen. Die Verlage haben schon durch die bisherige Umsetzung der „alten“ Reform beweisen, daß ihnen der tatsächliche Sprachgebrauch gleichgültig ist. Wie Frau Wahrig-Burfeind einmal treffend bemerkte, verzeichnen die Wörterbücher erstmals nicht mehr den Sprachgebrauch, wie er ist, sondern so, wie er nach den Vorstellungen der Kultusminister sein sollte. Damit entfällt die Bezeichnung „Korpus“.]


3) Konsequenzen der Regelung:
a) Es gibt auch bei dieser Regelung Grenzfälle, die festgelegt werden müssen. Dies betrifft insbesondere § 34(2.1) und § 34(2.2). Zum Beispiel ist schwer zu entscheiden, ob klein in klein?schreiben (= in kleiner Schrift schreiben) modal oder resultativ ist und dementsprechend nach § 34(2.1) (klein schreiben/kleinschreiben) oder § 34(2.3) (klein schreiben) gehört. Ein anderes Problem stellt das Kriterium der Idiomatisierung dar, zum Beispiel ist fraglich, ob in den Verbindungen (mit einem Argument) allein?stehen (= isoliert sein) und (einer Sache) fern?stehen (= keine Beziehung zu einer Sache haben) eine hinreichende Idiomatisierung vorliegt. Hier empfehlen die Wörterbuchverlage dringend, folgende Toleranzklausel einzufügen, die bei nicht ausreichend vorhandener Idiomatisierung beide Schreibungen zulässt:
E7: Lässt sich in einzelnen Fällen keine klare Entscheidung darüber treffen, ob eine idiomatisierte Gesamtbedeutung vorliegt, so bleibt es dem Schreibenden überlassen, getrennt oder zusammenzuschreiben.
Diese Erläuterung ist – in Abhängigkeit von dem Beschluss zu § 34(4) – entweder im Anschluss zu § 34(2.2) oder (entsprechend abgewandelt) am Ende von § 34 anzuführen.

[Dieser Einwand ist ebenso berechtigt wie die vorgeschlagene Toleranzregel. Allerdings ist die Begründung zurückzuweisen: Nicht wegen Abgrenzungsschwierigkeiten im Sinn der angenommenen Kriterien ist Fakultativität der Zusammenschreibung anzusetzen, sondern weil die Schreibwirklichkeit entsprechend variabel ist. Dies und nur dies darf Richtschnur einer orthographischen Empfehlung sein. Der Sinn der Orthographienorm besteht darin, Ratsuchende über die in hochwertigen Texten übliche Schreibweise zu informieren.]

b) Die Regelung in § 34(2.1) erzeugt eine große Anzahl von Variantenschreibungen und führt in Verbund mit den anderen Bestimmungen zu einer lexikografisch unbefriedigenden Darstellungspraxis, vgl.:
blind blindfliegen (§ 34(2.2)), blindmachen/blind machen (§ 34(2.1)), blindschreiben (§ 34(2.2)), blind verstehen (§ 34(2.3)), blind vertrauen (§ 34(2.3)).
Ähnlich verhält es sich mit den in § 34E1 genannten Proben. Die Anführung der beiden Proben erzwingt – wie bereits das modifizierte Regelwerk 2004 – die Aufnahme auch jeweils der Wortgruppe in den Artikel, vgl.: dabei dabeisitzen, aber dabei sitzen

[Die Beispiele unter § 34 (2.3) sind in der Tat irritierend unterschiedlich, wie ich selbst bereits kritisiert habe. Diese und andere Schwierigkeiten würden verschwinden, wenn der Rat sich darauf beschränkte, den tatsächlichen Schreibbrauch empirisch zu ermitteln, statt Normen von irgendwelchen theoretischen Annahmen abzuleiten. Daran sind schon viele gescheitert – warum sollte es heute einer Arbeitsgruppe in wenigen Stunden gelingen?

Entgegen den Vorstellungen der aufgelösten Zwischenstaatlichen Kommission und insbesondere ihres Geschäftsführers, die leider in der vorgeschlagenen Revision ihre Fortsetzung finden, geht es bei näher kommen und freundlich grüßen überhaupt nicht um „Verbindungen“ – wie es in schlechter Kontinuität auch diesmal wieder heißt –, die in irgendeiner sinnvollen Weise vergleichbar wären. Leider kann sich auch die Beschlußvorlage nicht dazu aufraffen, hier deutlich zu sagen, worum es grammatisch geht. Ursache mag sein, daß immer noch keine Bezugsgrammatik erarbeitet ist, die mit dem Phänomen der Verbzusätze im umfassenden Sinn zurande kommt. Solange das so ist, orientiert man sich zweckmäßigerweise am Usus. (Dazu würde übrigens auch gehören, eine seit Jahrhunderten übliche Schreibweise wie leid tun nicht deshalb ausrotten zu wollen, weil sie sich „keiner grammatischen Analyse fügt“!)]


c) Die Erläuterung E5 zu § 34(2.1) ist in der jetzigen Formulierung unbefriedigend, da sie die Wörterbuchverlage dazu zwingen würde, jeweils auch die Getrenntschreibung anzuführen – bei , und ist jedoch allein die Zusammenschreibung üblich. Die Wörterbuchverlage setzen sich daher für die Streichung von „normalerweise“ ein; E5 lautet dann:
E5: Bei den reihenbildenden Bestandteilen fest-, tot- und voll- wird zusammengeschrieben, zum Beispiel:
festbinden, -drehen, -nageln …, totschlagen, -stechen, -treten …, vollgießen, -stopfen, -tanken …

[Die Behauptung, bei diesen Objektsprädikativen (darum handelt es sich) sei „allein die Zusammenschreibung üblich“, ist schlicht falsch. Zum Beispiel wird den Mund (zu) voll nehmen meistens getrennt geschrieben: Die Musterknaben haben das Maul zu voll genommen (SZ 18.1.1996). Zwischen halbtot schlagen, halb tot schlagen und halb totschlagen bestehen feine Unterschiede, alle drei Schreibweisen sind berechtigt.]

d) Die Regelungsalternativen in § 34(4) sind höchst problematisch, da das Kriterium der übertragenen Bedeutung oftmals nicht greift. Unklar ist z.B. die Schreibung von (auf dem Sofa) kleben?bleiben, (etw.) bleiben?lassen, (etw.) bewenden?lassen. Andererseits ist in Einzelfällen – trotz übertragener Bedeutung – Zusammenschreibung nicht vorgesehen, vgl. (etw.) kommen sehen. Die Wörterbuchverlage sprechen sich infolgedessen dafür aus, von der ohne Ausnahme funktionierenden Regel Verb + Verb = Getrenntschreibung nicht abzugehen.

[Der Einwand trifft zwar zu, aber die radikale Lösung im Sinne der überholten Reform von 1996 entfernt sich weit vom Schreibbrauch und versucht auch gar nicht erst, sich darauf einen Reim zu machen. Warum werden wohl gerade die Positionsverben seit langem und immer konsequenter mit bleiben und lassen zusammengeschrieben? In der revidierten Fassung vom November 2004 findet man bereits kennengelernt und sitzengeblieben – die Rückkehr zur landesüblichen Zusammenschreibung war also bereits angebahnt. Hier gegen eine unwiderstehliche Tendenz der Sprachgemeinschaft anzukämpfen und mit Schaederscher Unempfindlichkeit den gordischen Knoten durchzuhauen wird in der Sprachgemeinschaft auf wenig Beifall stoßen. Es kann doch nicht die Folge einer von den Wörterbuchverlagen vorgenommenen Untersuchung zu den Auswirkungen der Regeln sein, daß ganz erhebliche Teile der üblichen deutschen Schreibweise aus dem Verkehr gezogen werden.]

Anhang 2: Klarstellungen
Klarstellungen betreffen die Paragrafen 34(2.2) und 34(2.3). Sie haben sich bei der Überprüfung als unabdingbar herausgestellt, da ansonsten bestimmte Fallgruppen nicht geregelt sind. Darüber hinaus werden die Formulierungen der Paragrafen 33E, 34(1.2) und 37E3 und E4 an die Befundlage angepasst. Die gegenüber der Beschlussvorlage geänderten Stellen sind grau unterlegt.
§ 33 E In manchen Fällen stehen Zusammensetzung und Wortgruppe nebeneinander, zum Beispiel: danksagen/Dank sagen (er sagt Dank), gewährleisten/ Gewähr leisten (sie leistet Gewähr), staubsaugen/Staub saugen (er saugt Staub); brustschwimmen/Brust schwimmen (er schwimmt Brust), delfinschwimmen/ Delfin schwimmen (sie schwimmt Delfin), marathonlaufen/Marathon laufen (sie läuft Marathon); staubsaugen/Staub saugen (er saugt Staub).

§ 34E1 E1: Zur Unterscheidung von Verbpartikel und selbstständigem Adverb: Bei Zusammensetzungen liegt der Hauptakzent normalerweise auf der Verbpartikel (vgl. wiedersehen, zusammensitzen), während bei Wortgruppen das selbstständige Adverb auch unbetont sein kann (vgl. wieder sehen, zusammen sitzen). Wenn das Betonungskriterium nicht zu einem eindeutigen Ergebnis führt, hilft in vielen manchen Fällen eine der folgenden Proben weiter: (1) Das Adverb kann im Aussagesatz vor dem finiten Verb an erster Stelle stehen, die Verbpartikel hingegen nicht, vgl.: Dabei wollte sie nicht immer sitzen, sondern auch ab und zu mal stehen (Adverb dabei), aber Dabeisitzen wollte sie nicht immer (Verbpartikel dabei-). (2) Zwischen Adverb und Infinitiv können ein oder mehrere Satzglieder eingeschoben werden, zwischen Verbpartikel und verbalem Bestandteil hingegen nicht, vgl.: Sie wollte dabei nicht immer sitzen, sondern auch ab und zu mal stehen (Adverb dabei), aber Sie wollte nicht immer dabeisitzen (Verbpartikel dabei-).

§ 34(2.2) Es wird zusammengeschrieben, wenn der adjektivische Bestandteil zusammen mit dem verbalen Bestandteil eine neue, idiomatisierte Gesamtbedeutung bildet, die nicht auf der Basis der Bedeutungen der einzelnen Teile bestimmt werden kann, zum Beispiel:krankschreiben, freisprechen, (sich) kranklachen, vollquatschen; besserstellen (= jmds. finanzielle Situation verbessern), festnageln (= festlegen), heimlichtun (= etw. verbergen wollen), kaltstellen (= (politisch) ausschalten), fertigmachen (= massiv zusetzen), übrigbleiben (= keine andere Wahl haben), heiligsprechen, verlorengehen

[All dies ist weit von der Sprachwirklichkeit entfernt, wiederum scheint nur das Wörterverzeichnis der eigenen lexikographischen Produkte zugrunde gelegt worden zu sein. Es liegt auf der Hand und läßt sich jederzeit nachweisen, daß z. B. übrig+bleiben in jeder Bedeutung sowohl getrennt als auch zusammengeschrieben wird. Auch krank+schreiben wird teils getrennt, teils zusammengeschrieben.
besserstellen ist nicht unbedingt auf die finanzielle Situation bezogen – und warum soll gerade hier die Gesamtbedeutung nicht aus den Bestandteilen ableitbar sein (falls dies überhaupt irgendwo bei der Lexembildung der Fall sein sollte)?]


§ 34(2.3) In den anderen Fällen wird getrennt geschrieben. Dazu zählen insbesondere Verbindungen mit morphologisch komplexen, erweiterten oder gesteigerten Adjektiven, zum Beispiel:bewusstlos schlagen, ultramarinblau streichen, ganz nahe kommen, näher kommen, bereit erklären, klein beigeben, herzlich danken, kritisch denken, freundlich grüßen

[Natürlich ist bei bereiterklären auch die Zusammenschreibung längst üblich. Was soll mit dem Beispiel klein beigeben eigentlich verhindert werden? Daß jemand schreibt kleinbeizugeben oder weil er kleinbeigab? Das Beispiel gehört eher in die Rubrik freundlich grüßen; d. h. es ist eigentlich überflüssig.]

§ 37E3 E3: Dieser Regel folgen auch lexikalisierte, ursprünglich aus dem Englischen stammende bzw. aus englischen Einheiten gebildete Komposita: Bandleader, Cheerleader, Chewinggum, Mountainbike, Bluejeans, Hardware, Swimmingpool. Zu den verschiedenen Fällen von Bindestrichschreibung vgl. § 45.

§ 37E4 E4: Aus dem Englischen stammende Bildungen aus Adjektiv + Substantiv können zusammengeschrieben werden, wenn sie den Hauptakzent auf dem ersten Bestandteil nur einen Hauptakzent tragen, also Hotdog oder Hot Dog, Softdrink oder Soft Drink, aber nur High Society, New Age Electronic Banking oder Joint Venture. Zu den verschiedenen Fällen von Bindestrichschreibung vgl. § 45.

[Der Zusammenhang von Betonung und Schreibung ist nicht so klar. Zum Beispiel wird im neuesten Duden-Fremdwörterbuch für Jointventure/Joint Venture unabhängig von der Schreibweise nur Hauptakzent auf dem zweiten Teil angesetzt. Hier liegen viele Probleme verborgen, die nicht in aller Eile gelöst werden können. Die Fremdwortschreibung soll ja auch Gegenstand künftiger Beratungen sein.]



Nachbemerkung 2006: Nachdem ich mich über die unzulässige Beteiligung "unserer" Geschäftsführerin an den Geschäften der Wörterbuchverlage beschwert hatte, rief der Vorsitzende mich an und bat mich, mit der angeblich unerfahrenen Geschäftsführerin nachsichtig zu sein und weiter mitzumachen.



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Kommentare zu »Die Macher«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.04.2020 um 16.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#43430

Bei derselben Gelegenheit trägt Nerius auch wieder seine bekannte Auffassung vor:

Orthografie ändert sich heute nicht im Gebrauch, das passiert nicht. Die offiziell geltende Norm verhindert das. Seit 1901 passierte das nicht mehr. Sie ändert sich erst, wenn sie neu legitimiert wird, entweder durch Gremien oder ein Wörterbuch oder Anderes.

Nerius versteht unter Orthographie immer die staatliche Norm, nicht den Gebrauch. Der ändert sich sehr wohl und hat nie ganz mit der Norm (Schulnorm, Dudennorm) übereingestimmt. Er ist aber nie empirisch ermittelt worden, schon gar nicht von Nerius. Die Behauptung von der Unveränderlichkeit der Orthographie ist so gesehen tautologisch.
Und wozu sollte dann heute der Rechtschreibrat den Gebrauch „beobachten“ und die Norm „anpassen“?

Nebenbei noch dies:

1966 schickte mich das Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen ins Ausland. In der DDR mussten alle potentiellen Professoren in der Germanistik normalerweise einen Auslandsaufenthalt von zwei oder drei Jahren nachweisen. Das bedeutete im Ostblock. Da war ich also zwei Jahre in Warschau – eine sehr interessante und sehr nützliche Zeit, ganz anders als in der DDR. Mehrere meinerdamaligen Studenten sind heute Lehrstuhlinhaber für Germanistische Sprachwissenschaft, einer in Warschau, einer in Danzig, einer in Stettin, und wir haben immer noch gute Kontakte miteinander. Im Jahr 1968 kam ich zurück. Im Unterschied zu heute verlor man seine Stelle nicht, wenn man ins Ausland ging, sondern die Stelle blieb erhalten. Man hatte daher keine soziale Not, wie das heute mitunter der Fall ist, wenn man zurückkommt.

Auch heute verliert nicht jeder seine Stelle, der ins Ausland geht (vor allem, wenn er vom Staat entsandt ist), aber Nerius kann es nicht lassen, den kapitalistischen Westen zu schmähen. Der "Abwicklung" widmet er auch ein paar sarkastische Worte. Wie er selbst sagt, konnte er wahrscheinlich mehr als jeder andere Rostocker Professor ins Ausland reisen. 1967 war er der SED beigetreten, und das hat ihm auch nach eigener Einschätzung das Leben sehr erleichtert.

Um die Breite seiner akademischen Arbeit zu belegen, sagt er noch:

Es gibt noch andere Forschungsgegenstände bei der Orthografie als die Reform, und ich bitte Sie auch, nun nicht meine gesamte Tätigkeit auf die Orthografiereform zu reduzieren, ein bisschen anderes habe ich im Laufe meines Lebens schon noch gemacht.

Ist das nicht lustig?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.04.2020 um 13.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#43427

Dieter Nerius erzählt:

Von 1997 bis 2004 war ich Mitglied der Zwischenstaatlichen Kommission für Deutsche Rechtschreibung, die die aktuelle Orthografiereform im Detail ausgearbeitet, publiziert und den Politikern zur Entscheidung vorgelegt hat. Was daraus geworden ist, das etwas mickerige Ergebnis, das wir heute haben, das hat nicht die Kommission zu verantworten, sondern das haben die Politiker verschuldet. Es ist ja leider immer so – auf allen Feldern, ob Sie die Gentechnik oder die Weltraumforschung oder die Stammzellen oder die Orthographie nehmen – die endgültige Entscheidung treffen immer Leute, die relativ wenig davon verstehen. So war es auch hier. (Die Universität Rostock zwischen Sozialismus und Hochschulerneuerung. Zeitzeugen berichten.
Teil 3. Herausgegeben von Kersten Krüger. Universität Rostock 2009, S. 158)

Da geht wohl etwas durcheinander. Die Reform hat Nerius zusammen mit dem Arbeitskreis, aber nicht mit der Zwischenstaatlichen Kommission ausgearbeitet. Und er dürfte, wie die anderen Reformer, der Kleinschreibung – seinem Lebensthema – nachtrauern, die aber schon vor 1996 von den Politikern aufgegeben wurde.

(Der Text der drei Bände ist im Internet zu finden.)
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 29.12.2019 um 17.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#42665

Die Einzelwortschreibungen, so unbedeutend sie zum Teil sein mögen, haben immer besonders viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, nicht zuletzt auch in der Vorbereitungsphase – man denke nur an Zehetmairs Widerstand gegen Apoteke.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 29.12.2019 um 06.08 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#42661

Zum vorigen Eintrag:

Daß die Reformer aus allen vier beteiligten Staaten – Ostdeutschland muß wegen der Nerius-Gruppe hier noch gesondert genannt werden – zur gleichen Zeit wie die Reformvorlage auch deren „Kritik“ herausbrachten, liegt natürlich an ihrer Frustration wegen der unerfüllt gebliebenen Träume. Schließlich mußten sie in allen wesentlichen Punkten das Gegenteil ihrer eigentlichen Ziele durchsetzen. Augst wird es egal gewesen sein, er hatte ja nur die lächerlichen Etymogeleien beigesteuert, an denen bis heute nichts geändert wurde.

Man könnte die Gemse ohne weiteres Gämse schreiben (wie gestern die FAZ) – wenn sie nicht Gemse geschrieben würde.

An die großen Entwürfe einer Reform der deutschen Orthographie darf man gar nicht denken, wenn man diese für Augst typischen Kleckereien betrachtet.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.12.2019 um 07.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#42656

Die Zwischenstaatliche Kommission war ja von der KMK gemahnt worden, einen Kommentar zur Neuregelung und eine Liste der Zweifelsfälle vorzulegen. Dazu kam es bekanntlich nicht mehr. Die Reformer veröffentlichten aber schon 1997 einen Diskussionsband, der überraschenderweise auch "Kritkk" am gerade erst herausgebrachten Regelwerk enthält. Ich habe ihn in einer Zeitschrift besprochen (hier ohne Kursivierung):

Gerhard Augst / Karl Blüml / Dieter Nerius / Horst Sitta (Hgg.): Zur Neuregelung der deutschen Orthographie. Begründung und Kritik; Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1997, 495 S. ( = Reihe Germanistische Linguistik, Bd. 179) (ISBN 3-484-31179-7, 124 DM kart.)

Der Untertitel deutet an, daß zwei unterschiedliche Motive zur Herausgabe dieses Bandes geführt haben: Einerseits wollen die Urheber der geplanten Rechtschreibreform begründen, was sie getan haben. Andererseits legen jene Reformer ihre Vorschläge aufs neue vor, die "sich nicht damit abfinden können, daß ihre Ansichten im nationalen oder internationalen Rahmen nicht konsensfähig waren." (So der Reformer Klaus Heller in einem Zeitungsartikel über seine Kollegen.) Vielfach ist auch noch eine gewisse Verbitterung des gesamten Arbeitskreises darüber spürbar, daß der Entwurf von 1992 (ebenso wie frühere) an politischem Widerstand gescheitert und selbst der entschärfte von 1994/5 nochmals verwässert worden ist. Als ganz seltene Ausnahmen kommen auch einige Kritiker zu Wort, die nie dem Internationalen Arbeitskreis für Orthographie angehört haben.
Da das meiste schon mehr als einmal anderswo zu lesen war, beschränkt sich die Besprechung auf wenige Beiträge von besonderem Interesse.
Dem wohl problematischsten Teil der Neuregelung widmet sich Burkhard Schaeder: "Getrennt- und Zusammenschreibung - zwischen Wortgruppe und Wort, Grammatik und Lexikon" (S. 157-208). Er versucht diesen Regelteil, an dessen Ausarbeitung er maßgeblich beteiligt war, gegen die alsbald laut gewordene Kritik zu verteidigen. Sein Kommentar zu § 34 des amtlichen Regelwerks scheint allerdings auf einer anderen, dem Publikum bisher unbekannt gebliebenen Textgrundlage zu beruhen. Sogar der Paragraph selbst wird mehrmals in einem abweichenden Wortlaut ("Gliedsatz" statt "Nebensatz") angeführt. Außerdem sieht die Liste der Verbzusätze anders aus. Schaeder behauptet, daß drüber darin enthalten sei. Auf den veröffentlichten Text trifft das nicht zu. Andererseits bestreitet er, daß die Liste hintenüber und darum enthalte; jeder kann sich aber leicht davon überzeugen, daß beide Wörter in der Liste stehen, und die Auflistung von hintenüber bei gleichzeitiger Aussparung von vornüber war sogar "eine besonders Anstoß erregende" Tatsache (um einmal die Neuschreibung vorzuführen!). Übrigens nennt Schaeder die Partikeln, die als Verbzusätze gebraucht werden, "Präfix bzw. Präfixoid" (S. 193) - Begriffe, die im Regelwerk nicht vorkommen. Das ist zwar zulässig, da das Regelwerk die Hintergrundgrammatik nur ahnen läßt, ohne sie darzustellen, aber aus Schaeders Begriffen folgt, daß Präfixe vorfeldfüllend sein können, und das ist denn doch etwas gewöhnungsbedürftig. - Nach Schaeder (S. 202) sind Black-out, Knock-out, Come-back usw. obligatorisch mit Bindestrich zu schreiben. Laut Wörterverzeichnis ist jedoch unter Hinweis auf § 37 (2) in allen diesen Fällen (wie bisher) auch die einfache Zusammenschreibung zulässig. (Unter Black-out wird allerdings, ebenso wie schon 1995, irrtümlich auf § 37 (1) verwiesen.)
Bei eislaufen, kopfstehen, tauziehen usw., die neuerdings getrennt geschrieben werden sollen, läßt sich laut Schaeder "durchaus für die bisher gültige Zusammenschreibung plädieren (...) weil der erste Bestandteil eine verkürzte Wortgruppe darstelle: auf dem Eis laufen, auf dem Kopf stehen." Aber das Kriterium "verkürzte Wortgruppe" wird ausdrücklich nur in § 36 bemüht, wo es um die Zusammenschreibung mit adjektivischen und partizipialen Grundwörtern geht. Bei Verben spielt es keine Rolle. Vgl. auch S. 191 (zu untrennbaren Verben): "Hier liegt vor, was im Teilbereich Adjektiv eine große Rolle spielt, nämlich eine verkürzte Wortgruppe: schlafwandeln  im Schlaf wandeln." Es spielt nur im Teilbereich Adjektiv eine Rolle. Und wenn sich für die bisher gültige Zusammenschreibung plädieren läßt - warum mußte hier überhaupt geändert werden? Schaeder antwortet: weil die ersten Bestandteile (abgesehen von seil-) nicht reihenbildend sind. Auch dieses Kriterium ist aus der Luft gegriffen, im Regelwerk kommt es nicht vor. (Nur bei den "bedeutungsverstärkenden oder bedeutungsmindernden Bestandteilen" von Komposita wie bitterernst (§ 36 [5]) wird erwähnt, daß sie "zum Teil lange Reihen bilden". Das hat mit unserem Problem nichts zu tun.)
Die Neuregelung vernichtet, wie angedeutet, Komposita wie anstoßerregend zugunsten getrennt zu schreibender Wortgruppen: Anstoß erregend. Da dies offenbar unzulässig ist (vgl. noch *sehr Anstoß erregend, *das Anstoß Erregendste, *am Anstoß erregendsten usw.), versucht Schaeder, die Zusammensetzungen wenigstens im Falle der Substantivierung wiederherzustellen. Dazu beruft er sich auf den Paragraphen 37, der allerdings nichts über Partizipien als Grundwörter mehrteiliger Substantivierungen sagt und auch kein einziges Beispiel dafür enthält. Das kann ja wohl kein Zufall sein, und so haben die Schweizer Reformer Gallmann und Sitta mehrfach klargestellt, daß durch die Eliminierung der adjektivischen Zusammensetzungen wie besorgniserregend auch die substantivischen getilgt sind: Substantiviert wird jeweils nur der partizipiale Teil. Schaeder räumt denn auch ein: "Ohne daß dies ausdrücklich gesagt ist und obwohl es nur teilweise in den Beispielen zum Ausdruck kommt, soll zusammengeschrieben werden, wenn der partizipiale Bestandteil üblicherweise nicht allein gebraucht wird bzw. die Getrenntschreibung eine abweichende Semantik des zweiten Bestandteils erzeugen würde, wie die Weglaßprobe ergibt, z.B. das Bekanntgegebene (# das Gegebene) (...)" (S. 200, vgl. auch S. 189) - All dies ist frei erfunden. Wenn es das bekanntgegebene Gesetz nicht mehr gibt, kann es auch die Substantivierung das Bekanntgegebene nicht mehr geben. Das Kriterium der "abweichenden Semantik" trifft auf die nichtsubstantivierten Konstruktionen ebenso zu, denn ein bekanntgegebenes Gesetz ist kein gegebenes Gesetz. Nur wenn - gerade im Gegensatz zu Schaeders Annahme - das Grundwort sich als Substantiv völlig verselbständigt hat, läßt sich auf dem üblichen Weg der Substantivkomposition ein weitgehend frei interpretierbares Kompositum bilden. Schaeder fährt fort: "Für die verbleibenden Fälle ist sowohl Zusammen- als auch Getrenntschreibung zulässig, wenn der partizipiale zweite Bestandteil auch selbständig gebräuchlich ist, z.B. die Ratsuchenden / die Rat Suchenden, die Alleinerziehenden / die allein Erziehenden, die Andersdenkenden / die anders Denkenden." Nun sind zwar die Ratsuchenden neben zwei oder drei ähnlichen Wörtern (nicht aber die Alleinerziehenden und die Andersdenkenden!) ausdrücklich im amtlichen Wörterverzeichnis angeführt, doch entbehren diese Einträge jeder Rechtfertigung durch das Regelwerk. Es ist ja auch in höchstem Maße unplausibel, daß es das Übriggebliebene geben soll, das übriggebliebene Essen aber (wegen der willkürlichen, im Entwurf von 1992 noch nicht enthaltenen -ig/-isch/-lich-Regel) nicht mehr. Nach S. 189 "wurde vorgesehen", daß die Gefangengenommenen und die Sitzengebliebenen zusammengeschrieben werden. Von wem wurde das vorgesehen, und warum steht nichts davon im amtlichen Regelwerk? Handelt es sich hier um ein geheimes Zusatzprotokoll, das die Reformer - wie es in der Tat geschehen ist - aus dem Ärmel holen, wenn es darum geht, die Kritik an monströsen Neuschreibungen (das bei weitem nichts Sagendste usw.) zurückzuweisen?
Die sehr zufrieden Gestellten sind nach Schaeder getrennt zu schreiben, weil "der erste Bestandteil erweitert ist". Es ist sonderbar, daß hier, wie in alten Dudenzeiten, die tatsächliche Erweiterung und nicht die Erweiterbarkeit bzw. Steigerbarkeit als Kriterium herangezogen wird. Soll man daraus schließen, daß im Falle der Nichterweiterung zusammengeschrieben werden darf oder sogar muß, weil ja die Zufriedengestellten gewiß keine Gestellten sind ("abweichende Semantik")? Aber es wäre auch zu begründen, daß die Erweiterung überhaupt dem ersten Bestandteil gilt und nicht dem gesamten Gefüge: sehr (zufriedenstellen) oder (sehr zufrieden) stellen? Kann man jemanden zufriedener stellen als einen anderen? Oder nur mehr zufriedenstellen?
Blutsaugend soll nach Schaeder zusammengeschrieben werden, weil die "Wörterbücher verlangen: das Blut saugen", der erste Bestandteil folglich für eine Wortgruppe stehe. Es ist sonderbar, daß Schaeder sich hier auf die "Auskunft der Wörterbücher" verlassen will, über deren Lückenhaftigkeit er genauer im Bilde ist als mancher andere. Auch stimmt es natürlich gar nicht, daß die Wörterbücher den Artikel verlangen; bei Wahrig zum Beispiel steht: Blut aus einer Wunde saugen, bei Duden: Mücken saugen Blut usw. Das weiß aber jeder Deutschsprachige auch ohne Nachschlagen. Folglich muß, wie auch in den neuen Rechtschreibbüchern nachzulesen ist, Blut saugend künftig getrennt geschrieben werden. Schaeder führt auch unheilverkündend an, während das amtliche Wörterverzeichnis ausdrücklich die Getrenntschreibung vorschreibt. Warum sollte musikliebend zusammengeschrieben werden, wie Schaeder meint? Die Wörterbücher sehen es mit Recht anders. - Fazit: Dieser Beitrag, der zudem unklar und wiederholungsreich aufgebaut ist, vergrößert die bereits herrschende Verwirrung.

Peter Gallmann ("Konzepte der Nominalität", S. 209-241) stellt sehr übersichtlich zusammen, aus welchen Gründen ein Wort für ein Substantiv gehalten werden und daher für Großschreibung kandidieren kann. Es sind dies: 1. das morphosyntaktische Konzept (Substantiv als Kern einer Nominalphrase), 2. das lexematisch-paradigmatische Konzept (Substantiv als Lexikoneinheit mit dieser Wortart), 3. das wortsyntaktische Konzept (Substantiv als Kern einer substantivisch gekennzeichneten komplexen Wortform), 4. das phrasensemantische Konzept (Substantiv als Kern einer Subjekt- oder Objektphrase, gewisser Attribute u.ä.), 5. das syntaktisch-paradigmatische Konzept (Verwendbarkeit desselben Wortes in analogen Positionen einer gewissen Art) und 6. das wortsemantische Konzept (Substantive als Bezeichnungen für Gegenstände). Die Probleme der Groß- und Kleinschreibung, entstehen dadurch, daß die Anwendung dieser Konzepte zwar oft, aber nicht immer zu kongruenten Ergebnissen führt und daß einmal dieses und einmal jenes Konzept bevorzugt wird. Die Auswirkung des neuen Regelwerks beurteilt Gallmann kritisch, im ganzen jedoch verhalten optimistisch. In den Fußnoten rupft er einige Hühnchen mit den Kollegen Nerius und Munske. Störend fällt auf, daß Gallmann bei Leid tun und jemandem Freund sein von einer Anwendung des "lexematisch-paradigmatischen Konzepts" spricht, was diesen abstrusen Neuschreibungen den Schein einer Rechtfertigung verleiht, wo es doch in Wirklichkeit nur um eine den Reformern unterlaufene Verwechslung von Adjektiven mit homophonen Substantiven geht.
Horst Haider Munske ("Über den Sinn der Großschreibung - ein Alternativvorschlag zur Neuregelung", S. 397-417) behandelt ebenfalls die Groß- und Kleinschreibung, erneuert aber seinen in den letzten Jahren schon mehrfach vorgetragenen Alternativvorschlag, der im wesentlichen auf eine Rehabilitierumg der geltenden Regeln hinausläuft. Der Grundgedanke ist bereits im 19. Jahrhundert gefaßt worden, in Abwendung von der vorübergehend exzessiv angewandten Großschreibung aller substantivisch gebrauchten Wörter (der Einzelne, Keiner, Mancher usw.): Groß zu schreiben sind nur solche substantivisch markierten Ausdrücke, die eine echte Bezeichnungsfunktion haben und nicht nur der Verweisung oder Quantifizierung dienen, kurz: zum grammatischen Apparat der Sprache gehören. Durch Grammatikalisierung und phraseologische Bindung können Substantive degradiert werden und damit für Kleinschreibung kandidieren, während andererseits die Adjektive als Bestandteile von onymischen und appellativen Stereotypen auch eigennamenähnlich groß geschrieben werden können (Heiliger Vater, Erste Hilfe). Übrigens legt Munske ebenso wie einige andere Autoren eine alte Dudenregel, die auch in der Neuregelung eigentümlich unklar formuliert ist, restriktiv aus: Nur die biologischen Gattungsbezeichnungen wären demnach als Tummelplatz einer bestimmten Art von Stereotypen anzusehen: Grüner Knollenblätterpilz, Gemeine Stubenfliege. In Wirklichkeit kennen auch andere Wissenschaften so etwas, zum Beispiel die Astronomie mit ihren Roten Riesen usw.
Sowohl Gallmann als auch Munske schreiben den Lexemen eine Wortart zu, die von der Wortart im textuellen Zusammenhang verschieden sein kann. Dabei übersehen sie, daß das Lexem und das Lexikon linguistische Abstraktionen aus Texten sind und keine Gegebenheiten eigenen Rechts. Wäre es anders, so müßte man grundsätzlich mit der Möglichkeit rechnen, daß ein bestimmtes Wort im "Lexikon" zum Beispiel Adjektiv ist, in sämtlichen Texten jedoch als Substantiv gebraucht wird. Das ist natürlich absurd. Folglich kann man nur von einer normalen und einer davon abweichenden weniger normalen Verwendung sprechen. Damit entfällt aber ein eigenständiges "lexematisch-paradigmatisches Konzept".
Gallmann stellt in einem weiteren Beitrag ("Zum Komma bei Infinitivgruppen", S. 435-462) sein Projekt aufs neue vor, die Kommasetzung auf die Unterscheidung kohärenter und inkohärenter Infinitivkonstruktionen zu gründen. Ergänzt um eine aus der rhetorischen Kommasetzung stammende Zusatzregel, bei nichterweiterten Infinitiven auf das Komma zu verzichten, führt dieses Konzept zu extensional fast identischen Schreibweisen wie die alte Dudenregelung. Ob sie angesichts der schwierigen syntaktischen Begrifflichkeit tatsächlich praktikabler ist, muß sich erst noch zeigen.
Dies dürften die gewichtigsten unter den knapp dreißig Beiträgen des Bandes sein. Die übrigen geben teils recht nützliche historische Übersichten über die jüngste Rechtschreibreform, teils stellen sie die ziemlich unterschiedlichen Vorstellungen der Autoren von Sinn und Zweck ihres Gemeinschaftswerkes dar.
Natürlich finden sich in einem so umfangreichen Werk auch einige Fehler. Nur wenige sind signifikant. Gerhard Augst hält offenbar Eidechse für ein Kompositum aus Eid und Echse und ist auch nach wie vor der Meinung, daß Klei-nod ein ehemaliges Kompositum sei, das "als Derivativum gedeutet wird (...) analog zu Hei-mat" (261). Die Leser wissen, daß es sich umgekehrt verhält.
Der Band ist auf Wunsch der Herausgeber in der gültigen Rechtschreibung gehalten, was aber einige Reformer nicht hindert, von der "ehemals gültigen" o. ä. zu sprechen. Schaeder zum Beispiel nennt die zur Zeit allein gültige und noch bis 2005 zulässige Rechtschreibung die "damals" gültige, während er die geplante als die "jetzt" gültige bezeichnet. Diese bewußt irreführende Redeweise entspricht der Strategie der Kultusminister und ihrer wissenschaftlichen Hilfstruppen, so rasch wie möglich vollendete Tatsachen zu schaffen und die offiziellen Daten des Inkrafttretens sowie der Übergangszeit möglichst zu verschleiern. Gallmann hat sich schon so sehr in die geplante Rechtschreibung eingelebt, daß ihm alte und neue Schreibweisen ständig durcheinandergehen (klein schreiben, kleinschreiben) - ein Vorgeschmack auf die neue Rechtschreibverwirrung. In Hermann Zabels Beitrag hat der Druckfehler-Teufel höchstselbst zugeschlagen: Bezeichnungsexorzismus (statt -exotismus).

 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 18.11.2019 um 06.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#42419

„Wünschenswert ist eine möglichst einheitliche Schreibung auch außerhalb von Schulen und Behörden. Wenn aber eine Zeitung wie die FAZ wieder zur Norm von 1902 zurückkehrt, kann sie kein Amt daran hindern. Ihre Begründung, sie wolle … die Verwirrung beseitigen, kann nicht überzeugen. Diese angesehene Zeitung schafft oder verstärkt ja erst die Verwirrung, die sie zu ´heilen´ vorgibt. Von Verwirrung an den Schulen war bis zum Beginn der Sommerferien nichts zu spüren.“ (Gerhard Stickel, Mannheimer Morgen 5.8.2000)

2017 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Mit Variationen der These von der problemlosen Umsetzung der Reform an den Schulen könnte man ein Buch füllen. Unwissenheit oder Lüge – was ist verachtenswerter?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.01.2012 um 16.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#19988

Ich habe Osterwinters Dissertation nun doch gelesen, wenigstens teilweise (ganz wird sie niemand lesen) und habe mir folgendes notiert:

Im Vorwort bedankt sich der Verfasser, der während der Anfertigung dieser Dissertation Duden-Mitarbeiter war, bei seinem Chef Matthias Wermke sowie bei seinem Doktorvater Peter Gallmann. Damit ist die Parteilichkeit zugunsten der Rechtschreibreform bereits angedeutet. In der Zusammenfassung findet man folgende Aussage: „Die Attitüde, dass mit der Orthographiereform 'etwas völlig Überflüssiges durchgesetzt wurde', spiegelt die Verabsolutierung der Interessen hochgebildeter Vielleser bei gleichzeitiger Hintantstellung respektive Geringschätzung der nicht minder legitimen Bedürfnisse von Lernenden und Schreibenden wider.“ (324)
Das ist mit der Behauptung der Überflüssigkeit dieser Reform zwar keineswegs notwendig verbunden, aber Osterwinter offenbart hier sehr deutlich die Froschperspektive, aus der er die Rechtschreibung beurteilt.

Die Frage, wie die FAZ vor zwölf Jahren die damals von den Nachrichtenagenturen vereinbarte Orthographie umsetzte, ist nur von mäßigem Interesse. Die Reform selbst ist dem Verfasser durch die mindestens zwei Revisionen in unvorhersehbarer Weise davongeschwemmt worden, so daß die Themenstellung noch weiter ins allenfalls historisch Interessante entrückt ist und das jetzt vorliegende Werk kaum noch irgendeinen Leser finden dürfte.

Der Verfasser redet oft von zulässigen und unzulässigen Schreibweisen, ohne hinzuzufügen, daß dies nur im Hinblick auf die Schule Sinn hat. Die Agenturen und einzelne Zeitungen können ja schreiben, wie sie es für richtig halten.
Osterwinter geht nicht auf die Hintergründe bei den Agenturen ein. Er erwähnt zwar Albrecht Nürnberger, scheint aber nicht bemerkt zu haben, daß die scheinbare Zwangslage der Zeitungen angesichts der Agenturvorgaben etwas Paradoxes hatte, weil die federführende Deutsche Presse-Agentur ja den Zeitungsverlegern gehört. Wie ich gezeigt habe, berief sich die eine Seite auf die Vorgaben der anderen und umgekehrt. Die Modalitäten der Reformdurchsetzung gehen aus meinen Büchern klarer hervor als aus dieser Spezialuntersuchung.

Osterwinter erwähnt mich an mehreren Stellen, teilweise mit dem üblichen Zusatz, ich argumentierte „polemisch“ – was zutrifft und, da ich die Reform von Anfang an bekämpfte und mich aus keinem anderen Grund damit beschäftigte, auch nicht weiter verwunderlich sein sollte. Immerhin erkennt er stellenweise die sachliche Berechtigung meiner Einwände an, gibt ihnen allerdings nur zögernd nach. Man vergleiche seine Bemerkungen über „Recht haben“, wo ich seiner Ansicht nach mit Recht syntaktische Bedenken habe, die er aber offenbar für nicht so wichtig hält. An zahlreichen Stellen zitiert er meine Ergebnisse und übernimmt sie einfach, natürlich ohne ausdrückliches Lob, das weder im Hause Duden noch bei Gallmann auf große Begeisterung stoßen würde. (Schon gar nicht bei Sitta, über den auch kein kritisches Wort fällt.)
Ich hatte in meinem Büchlein „Falsch ist richtig“ geschrieben: „Ohne die Bereitschaft der Presse, die Rechtschreibreform umzusetzen, wäre das ganze Unternehmen zweifellos gescheitert, denn es ist nicht denkbar, in den Schulen eine veränderte Rechtschreibung zu unterrichten, wenn die wichtigste Textsorte des Alltags sich dauerhaft dagegen sperrt.“ Hierzu glaubt Osterwinter in einer Fußnote anmerken zu müssen: „Presse- bzw. Zeitungstexte lassen sich ob ihrer Vielfalt (Berichte, Kommentar, Reportagen, Interviews ...) gewiss nicht pauschal unter einer Textsorte subsumieren.“ (24) – Nun, das weiß ich auch und habe mehrmals darüber veröffentlicht, z. B. in Kap. 5 meines Buches „Die Disziplinierung der Sprache“. Aber in einem populären Sachbuch war ich nicht gehalten, einen definierten Textsortenbegriff anzuwenden.

Insgesamt kommt Osterwinter zu dem gleichen Ergebnis wie ich, daß die Agenturschreibung ohne hinreichende Fachkenntnis ausgearbeitet worden sei. Die „Verstöße“ der FAZ gegen die Reformschreibung halten sich in engen Grenzen (325). Auf die zwar geringfügige, aber doch deutlich wahrnehmbare Verschlechterung der Qualität aller umgestellten Zeitungen, auch der FAZ, geht er nicht ein. Daß auch objektiv schlechte und sogar grammatisch falsche Schreibungen „verständlich“ bleiben, hatten wir nie bezweifelt: „Verständnisprobleme für Lesende treten durch die neuen syntaktischen Fügungen bzw. Binnengroßschreibungen so gut wie nicht auf, da der jeweilige syntaktische Kontext für hinreichende Eindeutigkeit sorgt.“ (327) Wie gesagt: Froschperspektive.

Am Ende des Buches gibt es zwar Wörterlisten, aber ohne die Angabe der Stellen, an denen die fraglichen Schreibweisen behandelt sind.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.08.2011 um 17.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#19185

Weil es schon eine Weile zurückliegt, will ich bei dieser Gelegenheit an meine kleine Dokumentation zur dpa erinnern:

Die Deutsche Presse-Agentur und die Rechtschreibreform
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.08.2011 um 15.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#19184

So wird es wohl sein, vielen Dank, Herr Höher!

Das Ganze ist Arbeitsbeschaffung für Nachwuchsgermanisten. Weder bei der dpa noch bei der FAZ gab und gibt es Fachleute, die hinreichend viel von Rechtschreibung verstehen. (Oder sie haben nichts mehr zu sagen, wie Kurt Reumann.) Natürlich sind die Begründungen hier wie dort fadenscheinig, und sie waren auch gar nicht ausschlaggebend, das braucht man doch nicht näher zu untersuchen. Ich war ja am Vorabend der nächsten Rückumstellung, also der Kapitulation der FAZ, bei den Herausgebern und kann sagen, daß die linguistischen Details wirklich keine Rolle spielten, auch nicht die bisherigen Erfahrungen.
Bedenkt man, daß noch zwei Revisionen folgten, kann man Untersuchungen wie die Osterwintersche nur als sinnlos ansehen. Das interessiert mit Recht niemanden mehr, nur die Germanistikseminare usw. werden das Buch anschaffen, weil sie eben alles anschaffen müssen und dank Studiengebühren nun auch können.
 
 

Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 28.08.2011 um 14.31 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#19183

Es sind zwei Verlagsmitteilungen zu Osterwinters Dissertation verfügbar. Einmal die knappen Mitteilungen im Katalog der "Neuerscheinungen Frühjahr 2011" (auf dieser Seite "Osterwinter" als Suchbegriff eingeben) und einmal die folgende, etwas ausführlichere Verlagsmeldung (siehe hier):

Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Rechtschreibreform (1996/1998) in Pressetexten : Eine kritische Analyse der Agentur-Orthographie und ihrer Umsetzung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung / von Ralf Osterwinter

Seit August 1999 stellen die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen ihr Textangebot in reformierter Rechtschreibung zur Verfügung. Zu den Presseorganen, die der Umstellung seinerzeit nur widerstrebend gefolgt waren, gehörte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Nur ein Jahr später kehrte das renommierte Blatt zur abgelösten Dudennorm zurück, mit der Begründung, dass durch die Neuregelung die Einheitlichkeit der deutschen Schriftsprache zerstört und wesentliche schriftsprachliche Differenzierungsmittel beseitigt worden seien. Die Studie analysiert aus linguistischer Sicht die Fundiertheit und Adäquatheit der Presse-Hausschreibung, die unter Federführung der dpa erarbeitet worden ist. Dabei gilt das besondere Augenmerk zum einen den Festlegungen, die zum Umgang mit der reforminduziert vermehrten graphematischen Variabilität getroffen worden sind, zum anderen den Fallgruppen, die explizit entgegen der schulamtlichen Norm reguliert worden sind. Der anschließende empirische Teil untersucht auf der Basis eines repräsentativen Auswahlkorpus die exakt einjährige Periode der Umsetzung dieser Agenturorthographie durch die FAZ-Redaktion, gibt Aufschluss über den Praktikabilitätsgrad der dpa-Hausschreibung und klärt die Frage, ob die öffentlichkeitswirksame Rückumstellung durch die Erfahrungen der Anwendungsphase hinreichend plausibel und legitim erscheint.

Ohne nun das Buch gelesen zu haben wage ich eine Zusammenfassung der These Osterwinters:

Die Begründung der FAZ, durch die Neuregelung der Rechtschreibung werde die Einheitlichkeit der deutschen Schriftsprache zerstört und wesentliche schriftsprachliche Differenzierungsmittel beseitigt, war hauptsächlich eine öffentlichkeitswirksame Werbestrategie. Denn die "exakt einjährige Periode der Umsetzung" war als Erfahrungszeit viel zu kurz, um genügend Erfahrungen in der Anwendung der reformierten Rechtschreibung zu sammeln. Zumal die Presse-Hausschreibung, die "unter Federführung der dpa erarbeitet worden ist", aus linguistischer Sicht nur als fundiert und adäquat zu bezeichnen ist. Zudem hat diese dpa-Hausschreibung einen hohen "Praktikabilitätsgrad", der aufgrund der geringen Erfahrungen mit ihr nachgerade die "öffentlichkeitswirksame Rückumstellung" der FAZ als nicht hinreichend plausibel und legitim erscheinen läßt.

Zusammen mit der zielgerichteten Auswertung des "repräsentativen Auswahlkorpus" kommt man auf 424 Seiten, für die man gewiß keine 56 Euro ausgeben muß.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.08.2011 um 06.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#19180

Dudenredakteur Ralf Osterwinter scheint nun auch eine Dissertation abgeschlossen zu haben: "Die Rechtschreibreform (1996/1998) in Pressetexten: Eine kritische Analyse der Agentur-Orthographie und ihrer Umsetzung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung." Heidelberg:Winter 2011

Ich werde sie nicht lesen. Kritik der Agenturschreibung machen wir selber, außerdem ist der Gegenstand überholt, die Arbeit kommt mehr als zehn Jahre zu spät.

Osterwinter ist anscheinend nicht ausgelastet, er macht auch Rechtschreib-Seminare, knapp 300 Euro pro Person für drei Stunden: www.business-wissen.de.

Außerdem wirkt er an Abiturvorbereitung für betuchte Gymnasiasten mit:
Euroforum-Schülerakademie „Leistungsstark und lerneffizient zum Abitur!“ – vier Tage für rund 4000 Euro.

Da sind sogar noch Plätze frei.
 
 

Kommentar von hainbuchenstab, verfaßt am 14.03.2006 um 08.41 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3346

Schlecht zu lesen. Nochmal: "Bahnhof ' s Grill".
 
 

Kommentar von hainbuchenstab, verfaßt am 14.03.2006 um 08.39 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3345

Vor dem Bahnhof in Fulda gibt es einen Grill-Imbiß. Er wirbt mit fünf großen Schildern. Auf den drei älteren steht: "Bahnhofs-Grill" - auf den beiden neueren dagegen: "Bahnhof's Grill"!

Hier sollten wir uns hüten, überlegen den Kopf zu schütteln. Diese Leute machen sich über die Lachnummer RSR lustig!!!
 
 

Kommentar von Norbert Schäbler, verfaßt am 13.03.2006 um 20.05 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3339

Auch nicht schlecht ...
ist der Hinweis von Selgros (Metro-Gruppe) zu den Geschäftszeiten:
„E i n l a s s s c h l u ß: 20 Uhr“
 
 

Kommentar von Heinz Erich Stiene, verfaßt am 13.03.2006 um 19.26 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3338

Wenn wir schon bei der Schule sind, dann noch ein Schmankerl, das sich im aktuellen Rundschreiben eines Kölner Gymnasiums findet. Darin werden die Eltern um einen Unkostenbeitrag für irgendwelche "Aufwändungen" gebeten.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 13.03.2006 um 18.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3337

Solche Fehler widerlegen die Behauptung der Reformer, die mißratene Reform hätte wenigstens das Sprachbewußtsein gefördert. Gefördert wurde jedoch die allgemeine Verunsicherung.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 13.03.2006 um 18.22 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3336

Man würde eigentlich eher Misst|rauen erwarten.
 
 

Kommentar von Bardioc, verfaßt am 13.03.2006 um 17.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3335

Naja, irgendwie kommt da das ''Trenne nie st, ...'' wieder!
 
 

Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfaßt am 13.03.2006 um 17.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3334

Trennung "verfas-ste":

Trennungen dieses Musters findet man immer häufiger, zum Beispiel auch in der fehlerhaften Serie "Herder spektrum".

Beispiel für eine Trennung von einer Seite zur anderen:

"Vertrauen - wie auch das Mis-
strauen - wird in Familien weitergegeben ..."

("Trotz allem ich" von Verena Kast aus dem Jahr 2003, Seite 43 auf 44)

Früher wäre man empört gewesen. Heute ist man nur angewidert. Gefühlsmäßig setzt sich bei mir eine Abwehr gegen solche Bücher fest - ich meine gegen Bücher aus Verlagen, die so etwas unters Volk bringen.
 
 

Kommentar von Heinz Erich Stiene, verfaßt am 13.03.2006 um 16.28 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3333

"Die s-Schreibung ist Expertensache geworden." Zufällig entdeckte ich in der 2004 erschienenen Dissertation von Swetlana Beloschnitschenko, Deutschsprachige Pilger- und Reiseberichte des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 79 die Trennung "verfas-ste". Was sich sonst in dieser Arbeit tummelt, weiß ich nicht.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.03.2006 um 15.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3332

Noch eine wahre Geschichte: Ein junge Lehrerin schreibt "Dolchstoßlegende" an die Tafel. Dann sagt sie "Oh!", wischt das ß weg und schreibt "Dolchstosslegende". Murmeln und Gelächter im Klassenzimmer. Die Lehrerin dreht sich um, betrachtet ihr Werk noch einmal und stellt "Dolchstoßlegende" wieder her, mit rotem Kopf. So etwas spielt sich nun tausendmal am Tag in deutschen Schulen ab. War das nötig?

In amtlichen Texten sieht es auch nicht besser aus. Die Tourismuswerbung weiß nicht, ob sie für ein "Schloss" den "Einlaß" oder umgekehrt ankündigen soll. Das wird sich nie ändern. Die s-Schreibung ist Expertensache geworden.
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 13.03.2006 um 11.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3329

Lieber Herr Glück, ganz ernst gemeint war´s nicht - Übrigens: Neulich sah ich im Wartezimmer eines Zahnarztes ein Zahnspangenkind, das die drei f in Schifffahrt nicht nur hatte still lesen, sondern auch aussprechen wollen. Da gab´s dann was zu richten.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 13.03.2006 um 11.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3328

Der letzte und einzige Rechtschreibwörterbuchtest der Stiftung Warentest stammt vom Oktober 1999. Seit meinem Sohn im Jahre 2000 vom Buchhändler das Bertelsmannwörterbuch emfohlen wurde, das später als besonders fehlerhaft beurteilt wurde, halte ich nichts mehr von der Kundenberatung durch die Buchhändler. Die sind dazu nicht in der Lage oder anderen Interessen verpflichtet. Der normale Schreiber wünscht sich eine neutrale wissenschaftliche Empfehlung.
 
 

Kommentar von Alexander Glück, verfaßt am 13.03.2006 um 10.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3327

--> Kratzbaum

Eine sprachliche Glaubenskongregation halte ich für grundverkehrt. Wir haben derzeit soetwas — in Mannheim.
 
 

Kommentar von Ballistol, verfaßt am 13.03.2006 um 10.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3326

Zur Duden-Wahrig-Konkurrenz ist vielleicht ganz interessant zu wissen, welche Rolle der Brockhaus-Wahrig (6 Bde, frühe 80er Jahre) spielte. Der enthielt überwiegend Einträge, die ohne Quellenangabe aus dem Duden-Zehnbänder abgeschrieben waren. Dafür erntete er nicht geringe Kritik. Heute sind Duden und Brockhaus traulich vereint, aber ohne Wahrig. Duden, Brockhaus und BI gehören zusammen unter starker Beteiligung von Langenscheidt. Nun wäre es natürlich der Knaller schlechthin, eine Verbindung zwischen Bertelsmann (Random House) und Langenscheidt zu finden.
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 13.03.2006 um 10.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3324

Daß sich Wörterbücher, die nicht dem allgmeinen Sprachgebrauch entsprechen, von selbst erledigen, mag in "normalen" Zeiten und langfristig gesehen zutreffen. Seitdem aber die deutsche Orthographie dogmatisch geworden ist, sollte eine neutrale Instanz darüber wachen, daß die herrschende Lehre rein und unverfälscht wiedergegeben wird. Die Selbstbescheinigung der Verlage ist zwar ein bequemer Notausgang für die Kultusbehörden, aber auf die Dauer muß da doch eine Aufsicht her. (Wie heißt diese Stelle noch bei der katholischen Kirche?) - Ich habe den Eindruck, daß ich den DUDEN Newsletter in immer kürzeren Abständen erhalte. Auch ist die Sprachberatung nunmehr länger geöffnet. Also: Falls jemanden zwischen acht und achtzehn Uhr der orthographische Schlag oder Infarkt ereilen sollte - ihm kann schnellstens geholfen werden. Es geht um Minuten!! Und in der übrigen Zeit: einfach einen kühlen, feuchten Lappen auf die Druckseite legen und einen Schnaps trinken.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.03.2006 um 16.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3323

In England geht es auch ohne staatliche Prüfung, warum nicht auch bei uns? Ich habe zwar eine Schulbuchzulassung für Wörterbücher vorgeschlagen, aber ich meine es natürlich nicht ernst, sondern will bloß dem Staate geben, was ihm hierzulande nach verbreiteter Auffassung zusteht. Wörterbücher, die nicht die üblichen Schreibweisen dokumentieren, erledigen sich selbst.
Übrigens funktioniert die Schulbuchzulassung weitgehend nach dem Grundsatz: Läßt du mein Buch zu, lasse ich dein Buch zu. Die Gutachter sind meist Lehrer, die sich durch den Unterricht nicht ausgelastet fühlen und daher selbst Schulbücher machen. (Ausnahmen seien um Nachsicht ersucht.)
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.03.2006 um 16.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3322

Eine Prüfung und Zulassung für den Schulgebrauch ist immer politischen Einflußnahmen ausgesetzt. Nein, es müßte eine Qualitätsprüfung für den allgemeinen Markt sein. Wenn ein Wörterbuch für den "Normalverbraucher" für gut beurteilt wird, können sich diesem Urteil die Schulbehörden nicht so einfach in den Weg stellen. Eine Qualitätsprüfung für den "Normalschreiber" außerhalb der schulischen Zwänge ist sogar noch wichtiger, auch wenn sie den Verlagen nicht paßt. Für Waschmaschinen usw. genügt ja auch keine "Freiwillige Selbstkontrolle", um Mängel aufzudecken.
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 12.03.2006 um 15.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3321

Daraus wird nichts, obwohl das auch Im Sinne Prof. Icklers wäre: Prüfung und Zulassung der Wörterbücher (für den Schulgebrauch wohlgemerkt!) durch eine unabhängige Stelle. Eher schaffen sich die Verlage eine eigene Prüfinstanz, so nach dem Muster "Freiwillige Selbstkontrolle". - Spannend wird es übrigens wieder, wenn die jetzt so traulich vereinten DUDEN und Bertelsmann wieder als Konkurrenten in Erscheinung treten werden. Oder gibt´s bis dahin nur noch einen?
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.03.2006 um 15.11 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3320

Es muß aber eine Instanz über den Wörterbuchverlagen geben, welche die Wörterbücher qualitätprüft. Die Stiftung Warentest hatte es mal versucht, aber die bräuchte eine wirklich unabhängige wissenschaftliche Beratung. Ich würde Prof. Ickler und Prof. Munske und die FDS vorschlagen.
 
 

Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 12.03.2006 um 12.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=449#3318

Nägel mit Köpfen

Es ist von bestechender Konsequenz, wenn nun die Wörterbuchverlage im wahrsten Sinne des Wortes auf eigene Rechnung an der reformierten Rechtschreibung weiterarbeiten. Schließlich ist für den Anwender und Ratsuchenden Orthographie das, was er im Wörterbuch findet. Ganz klar ist auch, was die Profis vom Rechtschreibrat halten: nichts. Nachdem die KMK den Rat nur eingesetzt hatte, um ihn alsbald wieder zu entmachten, sehen die wirtschaftlich orientierten Kreise nun zu Recht keinen Grund mehr, auch nur den Schein zu wahren. Sie machen einfach business as usual gemäß ihrer Interessenlage. Das hat etwas von Offenheit und Ehrlichkeit. Zu einem Machtkampf wird es gar nicht erst kommen, werden doch die politisch Verantwortlichen allem, was die Wörterbuchmacher ausbrüten, stillschweigend ihren Segen erteilen – Rat hin oder her. Sogar das Gütesiegel "amtlich" wird weiter verwendbar bleiben. Die Geschäftsführerin aber stellt das missing link dar.
 
 

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