Ballistol zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 11.01.2012 um 06.26 Uhr verfaßt.
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RAZ: "Das ist auch gut so, denn für Bürger mit Rechtschreibschwäche oder zum Beispiel Ausländer brauchen keine Nachteile befürchten, wenn sie nicht richtig schreiben."
...und für RAZ-Redakteure oder zum Beispiel Herrn Kroemke brauchen auch keine Nachteile befürchten, wenn sie dazugehören.
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Theodor Ickler zu »„Ich will niemanden belehren“«
Dieser Kommentar wurde am 30.12.2011 um 13.14 Uhr verfaßt.
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Wie die Neue Westfälische berichtet, haben Paderborner Studenten unter Anleitung des Lehrbeauftragten Heiko Appelbaum festgestellt, daß Speisekarten viele Rechtschreibfehler enthalten. Nicht die der großen Fastfood-Ketten, sondern bei kleinen Imbißbudenbetreibern usw. Wer hätte das gedacht! In Paderborn wird es nicht anders sein als bei uns: fast alles Ausländer. Studenten darauf anzusetzen ist wahrhaft Sick'sch.
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Bernhard Strowitzki zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 24.12.2011 um 13.04 Uhr verfaßt.
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Übrigens ist es auch von der Sache her angebracht, die herkömmliche, bewährte Rechtschreibung als die moderne zu bezeichnen, die der Sprachentwicklung folgt. Es ist ja gerade die Reformschreibung, die reihenweise Schreibweisen des 19. Jahrhunderts restituiert ("kennen lernen" usw.), die aus gutem Grunde längst in der Rumpelkammer der Sprachgeschichte verschwunden waren.
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Bernhard Strowitzki zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 23.12.2011 um 21.46 Uhr verfaßt.
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Es gab mal einen römischen oder byzantinischen Historiker, ich weiß leider nicht mehr, wer (möglicherweise Prokop, vielleicht können die Altphilologen weiterhelfen), der einem Kaiser Neuerungssucht vorwarf. Heutzutage unvorstellbar. Im heutigen Diskurs reicht es schon, um ein Gesetz schlechtzumachen, zu sagen, daß es soundso alt ist. Natürlich gibt es keinen logischen Zusammenhang zwischen "neu" und "besser" oder "alt" und "veraltet", aber so denkt unsere Zeit.
Zu gut rechtschreibenden Zeitungen: Es ist schon schwer, standhaft zu bleiben. Auch die junge Welt bekommt von ihren Autoren immer wieder Neuschrieb untergejubelt, ob aus Absicht oder weil man die Rechtschreibprüfung eh dem Wörd-Programm überläßt, kann ich nicht beurteilen. Allein in der Ausgabe vom 22.12. finde ich in einer Überschrift "Klimapotenzial", in einem Gastkommentar von einem Autor, der es besser wissen müßte (Georg Fülberth) "befasst", und in der Fernsehkritik heißt es nach einem Gedankenstrich – "mit Schuld ist Christian Lindner, der den Posten des Generalsekretärs fluchtartig verlassen hat", und jetzt erwartete man ein Perfektpartizip ("vertraut, "beladen", ..., auch mit Verneinung), aber es kam nur ein Punkt. Da kann man schon mürbe werden.
Aber apropos: Als der heutige "konkret"-Autor Alex Feuerherdt noch beim PapyRossa-Verlag arbeitete, bestand er darauf, ein Buch von mir in Reformschrift umzumodeln, Widerstand zwecklos. Jetzt muß er in jeder Ausgabe, in jedem Artikel die gepflegte Rechtschreibung benutzen, die er einst so vehement ablehnte. (Die Inhalte werden dadurch leider nicht besser, aber das steht auf einem anderen Blatt.)
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Germanist zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 23.12.2011 um 18.12 Uhr verfaßt.
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Um auch die Rechtschreifreformgegner mit einem griechischen Namen zu versehen, bietet sich das schöne Wort "polychronios" = lange dauernd an (für "alt" neben "palaios" = seit langer Zeit und "archaios" = altertümlich). Als Gegensatz zu Neophilie also für die Reformgegner "Polychroniophilie" = Freude am seit langem Bewährten.
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Außenseiter zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 23.12.2011 um 14.11 Uhr verfaßt.
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"Auf vielen Produkten klebt daher das Etikett Neu!. Wir verstehen es als 'Jetzt noch besser!' "
Auf meinem naturwissenschaftlichen Arbeitsgebiet erlebe ich es häufig, daß vor allem Vertreter der nachfolgenden Generation auf jeden Zug aufspringen, der an ihnen vorbeifährt, sprich, jede neue Meinung, Behauptung oder Aussage in einer neueren Publikation völlig ungeprüft übernehmen, offenbar unter dem Druck, zeigen zu müssen, daß sie auf dem laufenden sind und offenbar im Glauben, das Neue sei gleichzeitig auch besser als das Alte. Wenn ich da etwas zögerlicher bin und mich erst von der Qualität und Seriosität des "Neuen" überzeuge, bevor ich es übernehme oder auch nicht, wird mir auch immer wieder Rückständigkeit vorgehalten. Ein befreundeter Kollege hat dieses Verhalten mal treffend als "Neophilie" bezeichnet.
Für besonders bedenklich halte ich es, wenn Neuerungen übernommen werden, nur weil es "die anderen" ja auch so machen. Im Mainstream mitschwimmen, ist ja weitverbreitet, nicht zuletzt auch in Sachen Rechtschreibreform, wie wir hier beim Radeburger Anzeiger erfahren. Mir hat jüngst ein guter Bekannter mitgeteilt, er habe mir gegenüber ein flaues Gefühl im Magen, weil er künftig in einem bestimmten Sachverhalt nicht mehr mir folgen würde, obwohl er meine Argumente für stichhaltiger hält als die in einer neueren Veröffentlichung. Aber schließlich würde sich die Mehrzahl der anderen Kollegen an der neueren Publikation orientieren und da wolle er nicht wie ich als Außenseiter dastehen.
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Germanist zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 23.12.2011 um 12.18 Uhr verfaßt.
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"konservativ" wäre sogar ein von manchen Parteien positiv besetzter Ausdruck und käme bei deren Wählern gut an.
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Rominte van Thiel zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 23.12.2011 um 11.24 Uhr verfaßt.
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Schon vor einigen Jahren kam ich zu der Überlegung, daß die Gegenüberstellung "alt – neu" bei der Rechtschreibung uns, die wir aus Überzeugung "richtig" schreiben, als Anhänger des Altbackenen aussehen lassen könnte. Deswegen erkläre ich bei Diskussionen, daß ich "traditionell" oder "herkömmlich" schreibe.
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Theodor Ickler zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 23.12.2011 um 06.19 Uhr verfaßt.
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Das ist wohl nicht zu schwer zu erklären. Der Fortschrittsgedanke beherrscht uns alle, und er ist ja auch nicht ganz verkehrt. Auf vielen Produkten klebt daher das Etikett Neu!. Wir verstehen es als "Jetzt noch besser!"
(Damit spielte eine sehr hübsche Witzzeichnung der SZ vor einigen Jahren: An der Straßenecke hockte ein Bettler und warb mit dem Schild: Neu! Jetzt noch ärmer!)
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Kohl zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 22.12.2011 um 20.45 Uhr verfaßt.
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Danke für die Hinweise, ich werde mich mal mit genannten Zeitschrift auseinandersetzen. Ich verstehe allerdings nicht, warum dem Adjektiv "alt" immer ein negativer Beiklang nachgesagt wird (daß es diesen hat steht leider außer Frage). Persönlich würde ich mich eher für etwas entscheiden, was "alt" ist, also auch erprobt ist und eine gewisse Beständigkeit hat. Aber mit dieser Ansicht steht man meistens allein da.
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Marco Mahlmann zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 22.12.2011 um 20.28 Uhr verfaßt.
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Das Motorrollermagazin "Scooter & Sport" schreibt auch klassisch – wenn auch en détail recht burlesk.
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Bernhard Strowitzki zu »RAZ ab 2012 mit Neuer Rechtschreibung«
Dieser Kommentar wurde am 22.12.2011 um 19.56 Uhr verfaßt.
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Nicht eigentlich Zeitungen, sondern monatliche Zeitschriften sind "Titanic" und "konkret", die unbeirrt an der bewährten Rechtschreibung festhalten (ohne Hin und Her wie FAZ und Springer). Irgendwo wurde auch schon auf ein umfassendes Verzeichnis solcher Zeitungen und Zeitschriften hingewiesen. Ansonsten muß ich mich der schon von Herrn Ickler geäußerten Ermahnung anschließen, daß es psychologisch ungeschickt ist, von "alter" Rechtschreibung zu sprechen, das hat leicht einen negativen Klang.
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