Horst Ludwig zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 19.34 Uhr verfaßt.
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"Was heißt eigentlich 'jüdischstämmig'?" — Gute Frage! Aber dieses Adjektiv ist wohl nicht so einfach einfach neben "christlichstämmig" zu setzen. Unterscheidet sich das "katholische Volk" vom "jüdischen Volk" bei den verschiedenen Sprechern wirklich nur nach dem Wortlaut der sonntags in der Kirche oder sabbaths in der Synagoge liturgisch aufgesagten Credosprüche? Wir sind alle eben nicht nur im Grundgesetz beheimatet. Am besten stellte man Icklers Frage wohl dem Deutschlandradio vom 3.2.12. Und dabei lasse man sich gleich mal "jüdisch", "Jude", "Judentum" und "Israel" erklären. Unser Pastor hier sagt manchmal in seinen Predigten "Israelis" statt "Israelites". Sich zu versprechen zu vermeiden ist halt nicht so einfach.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 05.02.2012 um 16.30 Uhr verfaßt.
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"Für den jüdischstämmigen Journalisten Alan Posener steht die Solidarität der Christen mit Israel aber in Frage.“ (Deutschlandradio 3.2.12)
Was heißt eigentlich "jüdischstämmig"? Gehört das nicht in dieselbe Begrifflichkeit wie "Halbjude" usw.? Bin ich christlichstämmig?
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Bernhard Strowitzki zu »„Bärgöttin und Vogelgöttin sind wirklich die Bärgöttin“«
Dieser Kommentar wurde am 31.01.2012 um 19.55 Uhr verfaßt.
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Der "neue Forschungsansatz" ist, wenn ich nicht irre, die von mir schon (hier) erwähnte Variante der gar nicht so neuen Glottochronologie, alter Wein in neuen Schläuchen also. Leider liest und hört man aber immer wieder diese unsinnigen Behauptungen, diese oder jene Sprache (beliebte Kandidaten waren immer Hebräisch oder Arabisch) sei die älteste der Welt oder besonders alt. Nachvollziehbar ist, daß die betreffende Sprache durch dieses Prädikat geadelt werden soll. Ansonsten rätsele ich auch jedesmal, was die Leute sich dabei denken. Natürlich ist Latein älter als Italienisch, wie auch Althochdeutsch älter als Neuhochdeutsch. Aber um solche Banalitäten geht es offenbar nicht. Vielleicht werden manche Sprachen als sich immer gleich bleibend gedacht, oder spielt die alte Vorstellung vom "Eintritt in die Geschichte" eine Rolle? Auf jeden Fall macht es sich immer gut in der Presse, und das Publikum ist beeindruckt.
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Germanist zu »„Bärgöttin und Vogelgöttin sind wirklich die Bärgöttin“«
Dieser Kommentar wurde am 29.01.2012 um 19.04 Uhr verfaßt.
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Siehe auch Prof. Vennemanns Baskentheorie.
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Theodor Ickler zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 29.01.2012 um 16.33 Uhr verfaßt.
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Während unsere korrekten Zeitgenossen gar sehr besorgt sind, daß kein Eskimo beleidigt wird, scheinen die Pygmäen keine solchen Aktivitäten hervorzurufen. Wiki nörgelt zwar ein bißchen herum und führt auch an, daß diese kleinwüchsigen Afrikaner keine ethnische Einheit bilden und keine gemeinsame Eigenbezeichnung haben, aber das war's auch schon. Dabei ist "Fäustling" (wir würden wohl "Däumling" sagen) ja auch nicht gerade schmeichelhaft.
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Theodor Ickler zu »„Bärgöttin und Vogelgöttin sind wirklich die Bärgöttin“«
Dieser Kommentar wurde am 29.01.2012 um 12.11 Uhr verfaßt.
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Meldung vor einiger Zeit:
„Die Anthropologen Alec Knight und Joanna L. Mountain von der Stanford-University sind davon überzeugt, dass die Khoisan-Sprache auf die älteste Sprache der Menschheit zurückgeht. Auf der 51. Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Humangenetik in San Diego stellten sie ihren neuen Forschungsansatz zur Diskussion.“
Aber alle anderen Sprachen gehen doch ebenfalls auf die älteste Sprache oder die ältesten Sprachen zurück! Niemand glaubt, daß es damals Menschengruppen gab, die keine Sprache hatten, und alle haben sie von ihren Vorfahren übernommen.
Ein Sprachwissenschaftler teilt mit:
„Die vor ca. 40.000 Jahren in beinahe ganz Europa Eingewanderten brachten Sprachen mit, die sehr viel älter waren als die etwa 9.000 Jahre alten idg. Sprachen. Das Baskische ist wohl ein Nachfahre dieser voridg. „alteuropäischen“ Sprachen (und erscheint daher heute isoliert und fremdartig).“
Was haben denn die Vorfahren der Indogermanen gesprochen? Anscheinend wird hier das rekonstruierbare Idg. mit dem Alter der Sprache verwechselt.
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Theodor Ickler zu »Gemeinsame Anstrengung gefordert«
Dieser Kommentar wurde am 26.01.2012 um 14.12 Uhr verfaßt.
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Christa Dürscheid kritisiert mit Recht Zehetmairs Darstellung, aber wenn sie immer noch der Kleinschreibung nachtrauert, ist das nach vielen Jahren Beschäftigung mit Schriftlinguistik doch ein wenig enttäuschend:
http://derstandard.at
Auch könnte sie ja, wie die anderen Befürworter der Kleinschreibung, auf eigene Faust damit anfangen und den Erfolg abwarten. Bisher sind aber alle Kleinschreiber reumütig zur herkömmlichen GKS zurückgekehrt. Vielleicht warten sie ja auf ein staatliches Verbot der Substantivgroßschreibung, damit, wie auch sonst, niemand mehr Gelegenheit hat, das Bessere gegen das verordnete Minderwertige auszuspielen?
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Germanist zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 20.01.2012 um 15.05 Uhr verfaßt.
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Die Provinz-Österreicher machen sich über die Wiener und den Wiener (früheren Hof-)Dialekt lustig.
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R. M. zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 19.01.2012 um 22.24 Uhr verfaßt.
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Graf Bobby ist doch nicht im »Altreich« erfunden worden, um sich über die Wiener lustig zu machen.
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Horst Ludwig zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 18.01.2012 um 16.28 Uhr verfaßt.
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Die, die's noch gibt, sind jetzt alle "Native Americans". Meine Töchter, hier geboren und mit Stolz amerikanische Staatsbürger, sind's offiziell nicht, auch wenn sie und ich noch so überzeugt mit unseren Lateinkenntnissen es eigentlich anders sehen wollen. — Ich bin übrigens "naturalisierter" Staatsbürger hier, — was immer sich hinter diesem Terminus verstecken mag.
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Germanist zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 18.01.2012 um 09.05 Uhr verfaßt.
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Es gibt in den USA anscheinend massenhaft "Indians" also Inder. "Red Idians" scheint weniger üblich oder sie sind viel wenigere als die Inder.
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Horst Ludwig zu »Wie korrekt ist „Sinti und Roma“?«
Dieser Kommentar wurde am 17.01.2012 um 16.56 Uhr verfaßt.
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Zu Icklers Befürchtung (#8868): Es gibt ihn schon, den politisch korrigierten *Huck Finn*! Und der Verlag wußte natürlich, was Schulbibliotheken deshalb kaufen müssen!
Überhaupt sollte man nicht alle US-amerikanische Sprachverregelung auf die ganze englischsprechende Welt übertragen! Als im Deutschen die Bezeichnung "Neger" noch erlaubt war, übersetzte einer meiner Studenten dieses Wort mit "African American", und ich mußte ihm sagen, daß der Neger im Originaltext nie in Amerika war, sondern zeit seines Lebens nur in Afrika und er jetzt im deutschen Sprachraum reiste. Ich erinnere mich, daß ich keinen Erfolg mit meiner Lehre hatte; der junge Mann verstand eben nur, daß man nur sagt, was man sagen muß.
Der Text, den meine Studenten vor Jahren noch hatten übersetzen müssen, war übrigens dieser:
Graf Bobby löst ein Problem
Graf Bobby ist Österreicher; Wiener, um genau zu sein. In einem Gasthaus sieht er einen Neger, und er beginnt zu denken, und er denkt und denkt und denkt. "Sie", fragt er ihn schließlich, "sind Sie ein Neger?" – "Ja", antwortet der Neger freundlich, "ich komme aus Afrika." – Da sagt Graf Bobby: "Also deshalb!"
Daß es mir bei meiner Aufgabe für die Studenten mehr darum ging, ihnen etwas über die Österreicher und deren Bild in Deutschland näherzubringen, das konnte ich den meisten Studenten auch nicht klar machen. Ich habe also den Text dann nicht mehr im Unterricht benutzt. Und mir war's damals natürlich sowieso nur darum gegangen, den Studenten etwas über das Bild der Österreicher bei manchen in Deutschland zu vermitteln.
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