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Blüthen der Thorheit

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19.02.2007
 

Wer entscheidet, was wir (nicht) dürfen?
Rauchverbot in Autos?

Die Bundesregierung erwägt nach den Worten der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing nun auch ein Rauchverbot in Autos.

Zwar ist ihr bewußt, daß dies einen Eingriff in die Privatsphäre bedeutete, doch müsse man sich fragen, ob Verkehrssicherheit und Gesundheitsschutz nicht höher zu bewerten seien. Schützenhilfe bekommt sie von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „An einem Rauchverbot in Autos führt kein Weg vorbei.“

Der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber lehnte den Vorschlag ab. Der Nichtraucherschutz müsse seinen Platz haben, aber die Freiheit des Bürgers könne man nicht vollständig einschränken. „In seiner privaten Wohnung und in seinem Auto darf der Raucher auch rauchen“, stellte Huber klar.

Wir vernehmen es mit unterthänigster Dankbarkeit.




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Kommentare zu »Rauchverbot in Autos?«
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Kommentar von R. M., verfaßt am 21.02.2007 um 13.18 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=129#565

Am Obrigkeitsstaat führt in Deutschland nie ein Weg vorbei. Insofern muß man Lauterbach recht geben.

 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 28.02.2007 um 19.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=129#568

Der Staat, das sind letztlich wir alle zusammen. Auch der übelste Dikator hat keinen Staat ohne Menschen! In einer Demokratie unserer Art haben wir sogar einen gewissen Einfluß darauf, wie der Staat sich gibt, aber auf keinen Fall einen absoluten; auch die Regierenden haben den nicht. Doch nirgendwo geht alles "mit rechten Dingen" zu, denn diese rechten Dinge werden von uns mit unserem menschlichen Geist definiert; aber in unserm Staat ist noch vieles andere am Werkeln, wovon sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt. Es ist jedoch unser Staat, der entscheidet, gegen wen wir Krieg machen, ob Fötusse abgetrieben werden dürfen, ob die Todesstrafe abgeschafft werden muß, wer wo wann rauchen darf und was mit unserer überhitzten Erde wegen unserer Autofahrerei geschieht, wer mit wem welche Art Geschlechtsverkehr betreiben darf und sogar soll und welche Gesetze ernstgenommen und welche nicht so ernst in Kraft sind. Mit solch einer Bemerkung gehe ich nicht auf Herrn Markners Kommentar ein (der spricht nämlich ganz spezifisch vom "Obrigkeitsstaat"), aber auf die ursprüngliche Blüthe schon. Aber meinen Sie denn, mir macht es Spaß, mit hohen Versicherungsprämien für Leute mitzubezahlen, die so gedankenlos in ihren vier Wänden rauchen, die mehr essen als nötig (und in Japan sogar diesen besonders gefährlichen Fisch!), die auf Skiern steile Berge hinunterfahren, obwohl da ab und zu Bäume stehen, die zu Fußballspielen gehen, wo wir doch alle wissen, was Rabauken da alles anstellen und daß da Leute krank geschlagen werden können, die das Steuerrad nicht mit beiden Händen festhalten und sich nicht voll auf den Verkehr konzentrieren, wenn sie sich die Zigarette anzünden ...
Staat hat eben stark noch zu tun mit "status", d. h., wie die Sache um uns steht, und da ist unser Staat halt nicht nur die Gesetze und aufgeklärter Geist, sondern eben die Art, wie wir nun einmal sind; — womit ich also doch auch etwas auf Herrn Markners Kommentar eingegangen bin (welche Machtausübung akzeptieren wir, und welche geht uns gegen den Strich). Als reformierter Raucher bin ich übrigens gegen das Rauchen, auch aus Nächstenliebe, und als verantwortlicher demokratischer Mensch bin ich wie Churchill der Meinung, daß die Demokratie die schlechteste aller Regierungsformen sei — mit Ausnahme aller anderen.

 

Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 02.03.2007 um 18.42 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=129#569

Die Gutmenschen werden in Deutschland bald ein Gesetz durchsetzen, daß jeden zwingt, sich morgens in einem Staatssender („öffentlich rechtlicher“ o.ä. Attributierungsungetüm) zu informieren, ob – wegen Bodenfrost und so – lange Unterhosen anzuziehen sind. Entsprechende Kontrollen nehmen Polizei, Stadtgendarmerie, Munizipalmilizionäre usw. vor. Zuwiderhandlungen werden dann mit x Wochen Reedukationslager o.ä. geahndet.

 

Kommentar von GL, verfaßt am 24.10.2007 um 14.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=thorheiten&id=129#595

Weder Zigaretten im Auto noch Unterhosen bei Bodenfrost, sondern eine Mitteilung aus dem Polizeipräsidium Mittelfranken vom 22.10.2007.

Verdutzten Autofahrern auf der A9 nahe der Ausfahrt Fischbach fiel letzten Samstag eine Seniorin aus Nürnberg auf, welche ihnen mit ihrem elektrischen Rollstuhl auf der Autobahn mit sechs Stundenkilometer auf der Standspur entgegenkam. Einem Autofahrer gelang es, die Frau aufzuhalten und die Polizei zu alarmieren, welche die 81-jährige Frau unversehrt zur Ausfahrt und nach Hause geleitete.

Gegenüber der Polizei gab sie zu Protokoll, sie hätte sich auf dem Weg zum Friedhof verfahren und mit ihrem Manöver einen unnötigen Umweg vermeiden wollen. Die Beamten haben sie daraufhin darüber aufgeklärt, dass sie mit ihrem Gefährt künftig mindestens sechzig Stundenkilometer fahren müsse, sollte sie die Autobahn wieder einmal benützen.

Was geschähe bei einer erneuten Zuwiderhandlung bestehenden Verkehrsregeln?

 

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