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24.11.2009
„Ohne Rückenwind der Rechtschreibreform“
Der schleppende Verkauf des Duden

Die 25. Auflage des Rechtschreib-"Duden" hat die Verkaufserwartungen bisher nicht erfüllt. In einem Interview mit dem Börsenblatt werden konkrete Zahlen genannt.

Und es wird darin nach dem Mehrwert für die Kunden gefragt. Von dem heißt es, er liege vor allem in der Korrektursoftware (und also nicht in dem Nachschlagewerk an sich), die zeige, »wie die Problemlösung "Rechtschreibung" in der Zukunft aussieht.«

Ob das die sich abzeichnende Dudendämmerung abwenden kann, muß sich erst noch erweisen.



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Kommentare zu »„Ohne Rückenwind der Rechtschreibreform“«
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Kommentar von Christian Dörner, verfaßt am 01.04.2010 um 13.27 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8151

Nachdem der Dudenverlag vor kurzem bereits

• seine Software Duden Korrektor und
• die elektronische Ausgabe des Rechtschreibdudens

verschenkt hat (siehe hier: http://tinyurl.com/yh5g8db), folgt nun der nächste Schritt.

Gerade einmal ein ein paar Monate nach dem Erscheinen der 25. Auflage verscherbelt der Verlag das brandneue Buch (ein Verschenken ist bei einem Druckerzeugnis schließlich leider nicht möglich) zum halben Preis: http://tinyurl.com/ydfwwnj

Ob nun bald das von uns vermutete gemeinsame Rechtschreibwörterbuch von Duden und Wahrig herauskommen wird? Man wird sehen.

 

Kommentar von B Janas, verfaßt am 09.03.2010 um 12.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8109

Fehler wie "Frist wahrendes Schreiben", "... können wir nicht mehr gut machen" oder "es war bekannt geworden, das ..." findet der Korrektor in keinem Fall und bei keiner Einstellung. Und wie denn auch - da stehen korrekt geschriebene Wörter nebeneinander, der kontextuale Sinn bleibt jedem Algorithmus verschlossen.

Die Werbung, "selbstverständlich immer auf Basis der geltenden Rechtschreibregeln. ... So sind Sie immer auf der sicheren Seite." hat mit der Realität wenig zu tun, gerade wo es um die von der Reform erst induzierten Neufehler geht. Hat bei "Computer Bild" aber keiner gemerkt.

 

Kommentar von B Janas, verfaßt am 08.03.2010 um 12.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8108

Ganz praktisch, dieser Online-Duden: Man sieht sofort die falschen Schreibungen, die sind alle rot. An manchen Stellen in den erklärenden Zusätzen hat man die bewährten Schreibungen schon mal wieder eingesetzt, hier gleich zwei:

mons|t|rös (furchterregend scheußlich; ungeheuer aufwendig)

 

Kommentar von Christian Dörner, verfaßt am 05.03.2010 um 10.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8107

Mit dem Duden scheint es weiter bergab zu gehen, denn es werden (in Zusammenarbeit mit der Axel Springer AG, dem vielleicht einzigen bedeutenden Konzern, der die Duden-Orthographie nutzt) jetzt die letzten Register gezogen, um die erst wenige Monate alte Neuauflage des Rechtschreibdudens sowie dessen Schreibempfehlungen unters Volk zu bringen:

Der aktuellen Ausgabe der Computer Bild liegt sowohl die Vollversion des Duden Korrektors als auch damit der komplette Duden als Software auf DVD kostenlos (!) bei (während das aus dem gedruckten Duden und einer CD bestehende Medienpaket, welches bis zum 31. Dezember 2009 für 25 Euro beworben wurde, nur eine stark abgespeckte Variante des Korrektors beinhaltete).

Siehe u. a. hier:

http://www.duden.de/deutsche_sprache/news.php?mid=157

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Heft-Aktuelle-Ausgabe-902944.html

Der Verkauf des neuen Dudens scheint so schlecht zu laufen, daß man die Software inzwischen verschenken muß, um wenigstens die Empfehlungen der Dudenredaktion noch auf ein paar PCs durch die Hintertür zur Standardeinstellung machen zu können und ihnen dadurch ein wenig mehr Verbreitung zu verschaffen.

 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 29.01.2010 um 18.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8072

Aber Herr Roth, Sie haben doch gar nicht bald gesteigert, sondern bloß das durchaus gängige, uralte Wort baldigst verwendet.

 

Kommentar von Arno Pielenz, verfaßt am 29.01.2010 um 16.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8071

"Bald" kann man nicht steigern. Doch, Herr Roth, wenn man Goethe heißt:
Das ist bald gesagt
Und bälder noch getan.
Faust I

 

Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 28.01.2010 um 20.33 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8070

Ich sehe gerade: bald kann man nicht steigern. Also: umgehend.

 

Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 28.01.2010 um 20.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8069

Für Rückenwind beim Duden-Verkauf sorgt jetzt die Aufforderung der/des "Deutschlehrenden" an die Klasse 8, die meine Enkelin besucht, sich unbedingt und baldigst den neuen DUDEN zu kaufen.

Es ist gut für meine Nerven, daß ich als Opa nicht mehr direkt betroffen bin und nicht mehr im Elterbeirat sitze.

 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.12.2009 um 19.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8041

Nachdem für die Adligen die Mehrfach-Familiennamen jahrhundertelang selbstverständlich waren, emanzipieren sich jetzt auch die Bürger mit solchen.

 

Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 12.12.2009 um 19.19 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8040

Einspruch, Herr Metz, Sie haben die "Halbwertszeit" bis zum Erscheinen der nächsten Duden-Auflage nicht einkalkuliert.

 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 12.12.2009 um 19.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8039

Der naive Glaube, ein Wort sei erst dann ernst zu nehmen und könne nur dann mit gutem Gewissen verwendet werden, wenn es im Duden steht, ist erstaunlich weit verbreitet. Die Dudenredaktion hat ein Interesse daran, diesen Glauben zu nähren. Nicht umsonst stellt sie bei jeder Neuauflage die Zahl der Neueinträge heraus. Spaßige Ad-hoc-Bildungen wie Emanzipationsbindestrich haben selbstverständlich nichts im Duden zu suchen, und sei es nur, weil dieses Wort orthographisch völlig unproblematisch ist. Auch die Eintagsfliege Abwrackprämie ist in einem Wörterbuch, zumal in einem Rechtschreibwörterbuch, fehl am Platz. Dennoch steht das Wort jetzt im Duden – und wird wohl auch noch in der nächsten Auflage stehen, wenn kein Mensch mehr weiß, was die Abwrackprämie war.

 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 12.12.2009 um 17.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8038

Ich finde "Emanzipationsbindestrich" gut; allerdings ist das nicht der bei Doppel*vor*namen. Bisher hatte ich in dem gemeinten Zusammenhang nur von Bindestrichdamen gehört, — nein, es war nicht Bindestrichnamen. *Emanzipationsbindestrich* spiegelt die Sache reichlich und ist damit eine geistreiche Erweiterung des Wortschatzes zumindest der gesprochenen (Cocktail-Empfangs-)Sprache.

 

Kommentar von R. M., verfaßt am 12.12.2009 um 17.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8037

Bei Müller-Piepenkötter wäre eher von einem Distinktionsbindestrich zu sprechen. Fehlanzeige im Duden?

 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.12.2009 um 16.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8036

Im Duden scheint auch das Wort "Deppenapostroph" zu fehlen.

 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 12.12.2009 um 12.02 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8035

Es handelt sich ja wohl um eine Anspielung auf Doppelnamen, die im Zeitalter der Gleichstellung Konjunktur haben. Ein echter Emanzipationsbindestrich ist der in Müller-Piepenkötter oder Leutheusser-Schnarrenberger. Er fehlt im Duden so sehr wie das Emanzipations-I in StudentInnen.

 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 12.12.2009 um 10.50 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8034

Sollte es Emanzipationsbindestriche geben, von denen ich nichts weiß? Alarmiert habe ich Google eingeschaltet, aber Fehlanzeige: keine Belege. Das ist offenbar ein kreativer Kunde von Ihnen, Herr Bolz. Ich für meinen Teil zweifle nicht am Verstand eines Menschen, der den Begriff "Emanzipationsbindestrich" nutzt und sogar auf den eigenen Namen anwendet. Ich halte ihn für einen Spaßvogel.

 

Kommentar von Karsten Bolz, verfaßt am 12.12.2009 um 08.54 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8032

Ulrich Granseyer: 'Unsere Kunden akzeptieren kein Wörterbuch, in dem aktuelle Begriffe wie "Abwrackprämie" oder "twittern" fehlen.'

Woher er das wohl weiß? Seine Kunden hat er mit Sicherheit nicht gefragt. Reines Marketinggewäsch zur Beruhigung der eigenen Nerven. Ich befürchte, solche Leute glauben sogar, was sie sagen.

Nebenbei, ich hätte noch Hunderte Wörter mehr, die nicht im Duden stehen. Als ich gestern einen Kunden nach seinem Vornamen fragte, bekam ich zur Antwort: "Hans-Georg – mit Emanzipationsbindestrich." Ich werde ab sofort kein Wörterbuch mehr kaufen, in dem das Wort "Emanzipationsbindestrich" fehlt! (Sind solche Leute eigentlich noch klar im Kopf?)

 

Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 11.12.2009 um 20.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=641#8031

Welchen Weg wird wohl das Nebeneinander von Duden und Wahrig nehmen? Weil Marke Duden ein Inbegriff für Rechtschreibung ist, kann ich mir kaum vorstellen, daß sie verschwinden wird. Schade; Wahrig hat wenigstens etwas mehr Qualitätsbewußtsein gezeigt.

 

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