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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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26.07.2013
 

Kondolieren
Weißer Fleck der Sprechakttheorie

Das Kondolieren hat mir immer gut gefallen, weil es ein Loch in die vermeintlich universalen "Sprechakte" bohrt.
Wie es bei manchen Völkern kein Sichbedanken gibt, so ist bestimmt auch das Kondolieren kulturell ziemlich beschränkt. Natürlich ist das meiste nur ein Ritual, eine "Heuchelei", wenn man so will.

Die Formalisierung hat sich seit einiger Zeit so entwickelt, daß in Todesanzeigen fast automatisch um eine Spende für einen guten Zweck gebeten wird. Früher sagte man kurz statt Blumen oder so ähnlich.

Ich lese gerade:

Von Beileidsbekundungen bitte wir Abstand zu nehmen und im Sinne der Verstorbenen um eine Spende an das Kinder- und Jugendförderungswerk ...

= Hör auf zu flennen und rück lieber ein paar Scheine raus!

Grammatisch ist immerhin die Koordination ein Leckerbissen.



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Kommentare zu »Kondolieren«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.11.2013 um 09.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1567#24510

Als Wanderer stößt man ja immer wieder auf Gedenksteine an entlegenen Stellen, wo ein Mensch entweder dem Blitz oder einem Wilderer zum Opfer gefallen ist. Neuerdings häufiger am Straßenrand für Verkehrsopfer oder sogar eine dort überfahrene Katze. An manchen Stellen respektieren die Bauern die private Gedenkstätte und pflügen drum herum.
Oft sind es Verse aus dem Fundus, aber es gibt auch mutmaßlich Selbstgemachtes:

Morgens blühend rot ging er in den Wald
Um die 11. Stunde endete sein Leben bald.


(Auf einem Gedenkstein im Wald bei Deisenhofen)
 
 

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