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Neues aus dem Rat - von Theodor Ickler

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14.12.2009
Die Vermeidung von dem Genitiv

BILD sagt, wie man es macht.

Der Aufbau bei einem Lebenslauf ist chronologisch. (...)
Der Aufbau in einem Lebenslauf sollte nicht zu sehr variiert werden. (...)
Der Aufbau von einem Lebenslauf muss so gestaltet werden, dass keine Lücke entsteht. Manchmal gibt es aber eine „theoretische“ Lücke von ein oder zwei Monaten. Dies kann mit ein wenig Phantasie geschlossen werden. Dass [!] darf jedoch nicht bei längeren Zeiträumen geschehen.
Damit der Aufbau von einem Lebenslauf keinen Fehler enthält, sollte man ihn von einer anderen Person prüfen lassen.

(Bild.de 14.12.2009)



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Kommentare zu »Die Vermeidung von dem Genitiv«
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Kommentar von R. H., verfaßt am 13.03.2010 um 16.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15833

Zweideutig?

Die Formulierung die Morde von Gewerkschaftern besagt dasselbe wie die Morde der [einiger] Gewerkschafter, daß nämlich Gewerkschafter gemordet haben.

Ebenso eindeutig sind die beiden Formen mit (der hier gemeinten) "Ermordung": die Ermordung von Gewerkschaftern und die Ermordung der [einiger] Gewerkschafter, die nun die Opfer sind.

Dem Schreiber wird wohl Morde an ... vorgeschwebt haben. – Wie auch immer, sprachliche Schnitzer taugen nicht als Belege für allgemeingültige Feststellungen.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 13.03.2010 um 12.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15832

"Von" mit Dativ ist genauso zweideutig wie der reine Genitiv: Heute in Telepolis: "die Morde von Gewerkschaftern in Kolumbien".
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 04.02.2010 um 14.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15682

Üblicherweise schreibt derjenige Redakteur den Anreißer, der den Text bereits kennt, ihn also entweder selbst geschrieben oder ihn redigiert hat. Es kommt allerdings öfters vor, daß er das vergißt, so daß der Online- oder der Schlußredakteur sich auf die Schnelle etwas aus den Fingern saugen muß. Ein Beispiel für journalistische Schludrigkeit ist "Niederlande" im Singular also in jedem Fall.
 
 

Kommentar von (Red.), verfaßt am 04.02.2010 um 11.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15681

H. Ludwig: Hätte wer da auch schon Beispiele zu "die USA"?

Ja, die hatten wir schon an anderer Stelle – wo sie hingehören: Mehrzahl-Ungereimtheiten. Dieses Thema bitte dort weiterdiskutieren.
 
 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 04.02.2010 um 08.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15680

Lieber Herr Ludwig, es mag so sein, wie Sie schreiben, aber den wahren Grund für den bewußten Fehler werden wir wohl nie erfahren. Daß im Artikel selbst »die Steuerbehörden […] der Niederlande« steht, besagt nicht viel, denn diese Konstruktion ist ja auch dann richtig, wenn man »die Niederlande« für einen Singular hält. Es kann auch sein, daß nur einer der Autoren dies tut, denn an anderer Stelle heißt es eindeutig »in den Niederlanden«, allerdings – und das könnte ein interessanter Hinweis sein – direkt unter »Niederlande hat kürzlich erstmals für Daten gezahlt«. Möglicherweise meint ja nur derjenige, der den Anreißer (wo ist der eigentlich geblieben?) und die Zwischenüberschriften formuliert bzw. redigiert hat, daß es sich um einen Singular handelt. (Ich weiß allerdings nicht, wie so was in einer Onlineredaktion läuft.) Auch noch möglich ist, daß der große Unbekannte zwar den Plural kennt und normalerweise auch verwendet, die Singularform aber für eine zulässige Kurzvariante hält.
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 04.02.2010 um 06.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15679

Hier war nach der Zusammenstreichung für den Anreißer einfach mangelhaftes Korrekturlesen am Fehler schuld, und ich zitierte das Beispiel, um auf schloddrige Journalistenarbeit hinzuweisen. Im Artikel selbst heißt es dann richtig: "Neben den Steuerbehörden Belgiens und der Niederlande interessiert sich der österreichische Fiskus für die gestohlenen Bankdaten aus der Schweiz." (www.faz.net) Aber interessant ist der Hinweis, daß einige die Pluralform bei diesem Ländernamen als Singular verstehen, angeregt wohl durch "die Schweiz/Türkei/Slowakei". Hätte wer da auch schon Beispiele zu "die USA"?
 
 

Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 04.02.2010 um 01.12 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15678

»Die Niederlande« wird von verblüffend vielen Zeitgenossen nicht als Plural erkannt. So entstehen solche Konstruktionen. Ich lese sie fast täglich. In dem von Herrn Ludwig zitierten Satz handelt es sich um einen, wenn auch falschen, Dativ Singular.
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 03.02.2010 um 22.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1260#15677

Wer sagt denn, daß der Genitiv so langsam ausstirbt? "Neben Belgien und der Niederlande interessiert sich auch Österreich für die Daten aus der Schweiz." (Faz.net, 3.2.)
 
 

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