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10.12.2009
Bilder
Ein Kapitel Stilblüten
In diesen trüben Tagen kann man was Heiteres gebrauchen. Ich hoffe trotzdem nicht mit Sick verwechselt zu werden ...
Der deutsche Schachtelsatz ist lang, wirr und unverdaulich wie ein vielfach verknoteter Bandwurm (Willy Sanders: Gutes Deutsch – besseres Deutsch, Darmstadt 1986, S. 148f.)
Ein Bandwurm wird nicht verdaulicher, wenn er weniger verknotet ist.
Der Schwert- oder Killerwal ist ein Meerespolizist; er frißt die Kranken und Schwachen. (Die Zeit 25.12.85)
Gegen diese Unterstellung sollte sich die Polizeigewerkschaft verwahren.
Unerschrocken stürzt er heilige Kühe. (F. Vester im Vorwort zu H. A. Pestalozzi: Nach uns die Zukunft. München 1979:7)
Kühe werden nicht gestürzt, sondern geschlachtet – bis auf die heiligen Kühe eben.
Dieser Schriftsteller ist ein anatomisches Wunder - sein Körper besteht aus lauter Achillesfersen. Mit anderen Worten: er ist überall verwundbar. (Reich-Ranicki in V. Hage: Dt. Lit. 1981, Stuttgart 1982:28 über M. Walser – übrigens eine typische Stilfigur von R-R, der alles doppelt und dreifach sagt!)
Wie ein Bremsklotz hat sich die hohe Arbeitslosigkeit an die sonst keineswegs unbefriedigende Wirtschaftsentwicklung gehängt. (SZ 24.12.87)
Sarkastischer Witz und abgrundtiefe Schwermut schließen sich nicht aus - es sind zwei einander zugewandte Seiten einer und derselben Medaille. (FAZ 14.2.87)
Die Sache hat einen leicht durchschaubaren Haken. (FAZ 22.12.82)
Eine tiefe Schwelle trennt uns von jenen fast 5000 Jahren ... (Arnold Gehlen in: Sinn und Unsinn des Leistungsprinzips. München 1974:13)
Überhaupt bleibt das vordergründig Autobiographische sehr im Hintergrund. (Lothar Gall in FAZ 26.11.04)
Der Vordergrund bleibt also im Hintergrund.
Metaphern sterben irgendwann ab, dann stören auch Bildbrüche nicht mehr. Aber viele anschauliche Bedeutungen sind eben nur halbtot, empfindliche Menschen sehen noch etwas dabei, und es kommt zu unfreiwillig komischen Wirkungen, man denke an die reformierten behänden Füße:
Wasser wird zunehmend knapp. (FAZ 25.4.87)
(Wasser wird immer knapper – das ist knapper und besser.)
Für die Woche vor Ostern hat der Bundeskanzler, der zunehmend mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, seine jährliche Abmagerungskur im Montafon vorgesehen. (SZ 16.1.85)
Nähme er nicht zu, hätte er freilich keine Gewichtsprobleme. Das kann man leider von den magersüchtigen Frauen nicht sagen,
die zunehmend an Magersucht (Anorexia nervosa) leiden (FAZ 24.12.85)
Die behänden Füße sind so komisch wie der brachiale Fußtritt:
Mit einem brachialen Fußtritt hat ein unbekannter Täter eine Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in der Wilhelmstraße geöffnet. EN 13.6.91)
Deutschland hat sich zur Konjunktur-Lokomotive gemausert. (SZ 22.5.07)
Gefiederte Eisenbahnen?
der ausschlaggebende Prüfstein (Newen/v. Savigny: Einführung in die Analytische Philosophie. München 1996:177)
Entweder ausschlaggebend (auf der Waage) oder Prüfstein (bei der Goldprobe). Ohne die Neigung zum Doppelmoppeln wäre der Bildbruch nicht passiert.
Tage (...), an denen uns die Menschenwelt und sogenannte Kultur wie ein Brechmittel entgegengrinst. (Hermann Hesse: Der Steppenwolf. Frankfurt 1972:32)
Schon in der Schule haben wir gelernt, daß man nicht schreiben soll Ich verschwand im Walde. Unmöglich ist es nicht, denn man kann das eigene Verschwinden aus der Sicht eines anderen erleben. Aber dazu bedarf es einiger Verrenkungen. Es wirkt unfreiwillig komisch, wenn Alfred Andersch seinen Roman "Efraim" mit diesem sprichwörtlich verunglückten Satz beendet: Ich verschwand um die Ecke.
Aber ich war schon hinter dem Regenvorhang verschwunden. (Hans Erich Nossack: Nekyia. Frankfurt 1961:7)
Ich denke nur an diesen Baum, und meine Augen verklären sich. (Jurek Becker: Jakob der Lügner. Frankfurt 1979:9)
In allen diesen Fällen gibt es niemanden, der das Verschwinden des Helden oder die Verklärung seiner Augen (schon dies fragwürdig genug) beobachten könnte.
Mit ausdrucksloser Miene starrte ich in mein Schließfach. (R. L. Stine: Gefährliche Mutproben. Loewe 2006:8)
Ich kniff die Augen zu kleinen Schlitzen zusammen, und meine Lippen umspielte ein boshaftes Grinsen. (ebd. 41)
Der Blick, den ich ihr zuwarf, sprach Bände. (Sabine Kornbichler: Gefährliche Täuschung. München 2008:207)
Das kann man von eigenen Blicken kaum sagen.
Verstohlene Küsse wechseln die Wangen. (SZ 1.4.08)
Manche Metaphern stürzen uns in ein störendes Grübeln.
Italien ist ein kollektiver Gulliver, der sich stets am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht. (SZ 15.12.08)
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.08.2010 um 06.35 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16688
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Einmal platzte es wie ein Kind aus ihm heraus: „So sollte man es auch machen.“
(SZ 10.8.10, über Thomas Manns Wunschkonzertmoderation)
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Kommentar von R. H., verfaßt am 21.07.2010 um 16.30 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16575
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Sonntag nacht stellte Dieter Moor in titel, thesen, temperamente (ARD) eine Affenstation vor, "wo Überlebende von wissenschaftlichen Experimenten ihr Gnadenbrot fristen".
Merke: Ein Tier, das sein Gnadenbrot fristet statt frißt, verhungert.
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Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 27.06.2010 um 13.55 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16419
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Das verwundert nicht. Trägt doch gerade die wohlbekannte Sprachkünstlerin Nahles (mit ihrer Ausbildung als Literaturwissenschaftlerin) ihre Halbbildung gerne als Paradekissen im Brustton vor sich her auf den Markt.
Das unterhaltsame Problem (ich verzichte nun auf weitere falsch verwendete Phrasen, um die Redaktion nicht zur Korrektur zu zwingen) dabei ist, daß sie es selbst gar nicht merkt. Irgendwann ließ sie ernsthaft auch mal "die Axt im Wald" losgehen (ich habe den Kontext vergessen) und so dafür gesorgt, daß der arme Schiller sich in seiner fürstlichen Gruft dreht. Er dreht sich vermutlich noch heute...
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Kommentar von Abstell-Eisen, verfaßt am 26.06.2010 um 19.49 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16415
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"Stellen Sie Herrn Beck nicht auf das alte Eisen, so alt ist er nicht."
(Andrea Nahles, ARD-Interview, 11.4.06)
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Kommentar von R. H., verfaßt am 25.05.2010 um 15.30 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16259
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Ein Kleinaktionär über den Verwaltungsrat 'seiner' Bank (gehört auf SF 1):
"Was mich stört, sind die faulen Eier, die ungeschoren davonkommen!"
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.05.2010 um 09.51 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16234
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In ihrer Regierungserklärung zum 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für die Gemeinschaftswährung hat Angela Merkel von einer existenziellen Bewährungsprobe gesprochen. (Welt online 19.5.10)
Schirme sollten in der Tat nicht zu schwer sein.
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Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 01.05.2010 um 13.41 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16179
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Der Ausdruck ist von der ehem. SPD-MdB Lale Atgün bekannt.
Die französische Künstlerin Bérengère Lefranc beschrieb ihren Selbstversuch: "Wie ein Hummer in kochendem Wasser".
http://tinyurl.com/fr-online-burka-selbstversuch
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.05.2010 um 08.27 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#16177
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Die Burka wird von einer Kritikerin als Ganzkörpergefängnis bezeichnet.
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Kommentar von "Die Hauslehrerin", verfaßt am 19.02.2010 um 18.57 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15748
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Susans Plan, Katherine verhaften zu lassen, geht nach hinten los. (fernsehserien.de 17.02. sowie in gedruckten Programmen)
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.02.2010 um 17.36 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15747
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Im Norden Afghanistans sind bei einem Nato-geführten Luftangriff sieben einheimische Sicherheitskräfte versehentlich ums Leben gekommen. (Focus online 18.2.10)
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.01.2010 um 06.15 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15536
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„Sie redet aus dem Bauch heraus. Mit offenem Visier.“
So die Süddeutsche Zeitung über die neue Bundesverteidigungsministerin Margot Käßmann.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 17.12.2009 um 09.20 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15423
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Der Scherz – geschenkt! Mir kam es auf den krampfigen Übergang vom schlichten "verwundbar" zur monströsen Metapher an, deshalb sind beide Teile zitiert. Das Gefühl, die Metapher nachträglich erklären zu müssen, ist ja der Beweis, daß etwas schiefgelaufen ist. Als beabsichtigte Selbstparodie der Bildungshuberei kann ich es leider nicht verstehen.
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Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 16.12.2009 um 23.32 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15422
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Nanu? Reich-Ranickis Achillesfersenscherz in einer Stilblütensammlung? Als Stilblüten gelten doch sonst eher unfreiwillige Fehlgriffe.
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Kommentar von califax, verfaßt am 15.12.2009 um 16.19 Uhr 
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15421
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Wer kaputte Metaphern nicht mag, sollte Politikersprache meiden wie die sprichwörtliche Pest das Weihwasser, welches ja bekanntlich auch nicht so einfach vom Himmel fällt, liebe Bürgerinnen und Bürger.
Lieblingsfloskeln:
vollumfänglichst - vollwatt?
Da bin ich ganz Bei Ihnen! - Bäh! Geh weg!
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Kommentar von Lw, verfaßt am 13.12.2009 um 22.37 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15415
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Der Fremdwortgebrauch kann auch erheitern.
Spiegel Online, 02. Dez. 2009, titelt: "Chirurgen transplantieren Roboter-Hand" (Wie wurde der Hirntod des Roboters sichergestellt?) Der Artikel endet mit dem Satz: "Für Petruzziello und das Team beginnt jetzt eine mehrjährige Testphase, um die gebrochene Hand dann endgültig zu implantieren."
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Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 13.12.2009 um 20.35 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15413
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Nun sollte man doch aber unterscheiden zwischen dem biologischen Vorgang des Mauserns bei Vögeln, also dem Abwerfen von Gefieder und dem anschließenden Nachwachsen, und dem Mausern im übertragenen Sinn. Natürlich ist der Vogel nach der Mauser derselbe, vielleicht sieht er gar etwas "schöner" aus.
Dazu steht im Gegensatz die übertragene, bildhafte Bedeutung.
Das mag ein Mensch sein, der sich (gegenüber vorher) zum besseren entwickelt hat, er hat sich(!) gemausert. Dann ist er eben nicht mehr derselbe. Werden im ersten Fall nur die Federn gewechselt, sind es im zweiten Eigenschaften.
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Kommentar von Wolfram Metz, verfaßt am 13.12.2009 um 19.02 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15411
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Apropos »Deutschland hat sich zur Konjunktur-Lokomotive gemausert«: Schon der Ausdruck »sich zu etwas mausern« löst bei manchen Stirnrunzeln aus. Wolf Schneider zumindest hält das Bild für falsch: »Unter mausern bringt der Duden das Beispiel «Der Abriss hat sich zu einem Lehrbuch gemausert» – und unterlässt jeden Hinweis, dass der Vogel, der sich mausert, sich zu gar nichts mausert, er bleibt ein Vogel; der Duden billigt also eine Katachrese, eine entgleiste Metapher von der Art «Auch Eisberge kochen nur mit Wasser».« (Wolf Schneider: Speak German! – Warum Deutsch manchmal besser ist. S. 40.) Schneiders Kritik am Duden bezieht sich übrigens darauf, daß dieser es mit der Registrierung des Üblichen zu weit treibe; aber das ist ein anderes Thema.
Die Leute sind bei Sprachbildern unterschiedlich empfindlich. Mich stört die Metapher vom Mausern zum Beispiel nicht. So genau hatte ich darüber auch noch nicht nachgedacht. Ich verbinde das Mausern vor allem mit der Vorstellung von einer sichtbaren Veränderung, da liegt die Wandlung nicht fern.
Dagegen hat mich die Totengräber-Metapher (»Totengräber des Sozialstaats« usw.) nie so recht überzeugt. Den Totengräber trifft schließlich keine Schuld am Tod des Verstorbenen. Dennoch ist der Ausdruck sehr kraftvoll. Der Gedanke an Tod und Grab löst schon die richtige Assoziation aus, und diese Assoziation, nämlich daß da jemand etwas zugrunde richtet, ist offenbar stärker als der Gedanke an das, was ein echter Totengräber tatsächlich tut.
Deutlich jenseits der Schmerzgrenze liegt für mich allerdings das, was Tina Hassel einmal als ARD-Korrespondentin in Frankreich von sich gab, als sie kurz vor einer Präsidentschaftswahl (es muß 1995 gewesen sein) in einer Liveschaltung nach Paris sagte, dort, in der Zentrale der Gaullisten (oder so ähnlich), werde »mit heißer Nadel am Endspurt gefeilt«. Darauf muß man erst mal kommen!
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Kommentar von Maria, verfaßt am 11.12.2009 um 16.53 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15397
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Genügt als Einwand gegen die "neue Rechtschreibung" nicht völlig der Wunsch, sich präzise ausdrücken zu wollen?
Bedarf es dann noch irgend welcher Worte?
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Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 10.12.2009 um 23.06 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1259#15386
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Da muß ich gleich noch eine Blüte (mehr eine orthographische) aus meiner aktuellen Lektüre anfügen (R. v. Weizsäcker, Der Weg zur Einheit, C. H. Beck 2009, Seite 61):
"... Mazowiecki dagegen als der erste nichtkommunistische freigewählte Regierungschef."
freigewählt verstehe ich so, als ob M. aufgrund eines Wahlergebnisses befreit wurde. Gemeint ist aber, daß er in freier Abstimmung gewählt, also frei gewählt wurde.
Und daß nach nichtkommunistische kein Komma steht, besagt eigentlich, daß es auch schon kommunistische frei- (bzw. frei) gewählte Regierungschefs gab, M. war eben nur der erste nichtkommunistische. Gemeint ist aber, daß M. nichtkommunistisch UND frei gewählt war, also:
der erste nichtkommunistische, frei gewählte Regierungschef.
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