| Kommentare zu »mannsch« |
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Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 12.12.2009 um 16.04 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15407
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Mein Beitrag #15405 war bezogen auf den Begriff „ohmsch“.
Ausflüge in elektrotechnische Spezialgebiete gehören nicht in diesen Strang.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.12.2009 um 15.46 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15406
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Es gibt frequenzabhängige Wirkwiderstände bei Erwärmungsverlusten durch Stromverdrängung (Skin-Effekt) in Leitern, durch induzierte Wirbelströme in magnetischen Werkstoffen und durch elektromagnetische Wellen und Felder in "verlustbehafteten" Dielektrika. Man kann sie ausgehend von der gemessenen Verlustleistung als "Verlustwinkel" oder durch Ersatzschaltbilder in Form von ohmschen Widerständen bei einer Frequenz darstellen.
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Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 12.12.2009 um 15.07 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15405
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In der Elektrotechnik wird „ohmsch“ verwendet, um den Realanteil eines komplexen Widerstands zu benennen. Es ist der Wirkanteil, die Benennung Wirkanteil ist aber seltener.
Neben dem ohmschen Anteil hat ein komplexer (allgemeiner) Widerstand auch noch einen kapazitiven und einen induktiven Anteil. Die beiden letzteren zeigen ein frequenzabhängiges Verhalten.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.12.2009 um 13.22 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15403
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Es wird immer Grenzfälle geben, bei denen der Unterschied zwischen Qualifikation und Bezug (Kontiguität) entweder unklar ist oder nicht ins Gewicht fällt. Aber deshalb mußte man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und jede Unterscheidungsmöglichkeit beseitigen. So etwas ist den Sprechern bzw. Schreibern zu überlassen. Der Reformer Schaeder hat seinerzeit vorgebracht, den Sprechern sei die Unterscheidung zwischen einem Tiroler Fest und einem Tirolerfest nicht zuzumuten, und deshalb müsse die Unterscheidung in der Schreibweise beseitigt werden. Da haben wir den Nerv der ganzen Reform: das unterste Niveau als einzig zulässig. Wie sich zeigt, klappt es nicht einmal in diesem Fall, sondern es treten neue Sonderfälle wie der bewußte Komet auf, der Apostroph und der Bindestrich zeigen ihre Tücken usw.
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Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 12.12.2009 um 12.09 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15402
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Richtig, Herr Strasser, bei einem ohmschen Widerstand kommt es vor allem auf das Frequenzverhalten an, die Linearität der Strom-Spannungs-Kennlinie allein genügt nicht. Aber das war ja gar nicht der Punkt (daher geht auch die Anmerkung des geschätzten Germanisten in die falsche Richtung), sondern die Überlegung, was es nach den Regeln der Logik bedeutet, wenn man ohmsches Gesetz schreibt und ohmsch dabei das gleiche bedeutet wie beim ohmschen Widerstand – wie sollte man den Stromfluß durch ein Gesetz beurteilen?
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.12.2009 um 10.32 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15401
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Es wurde hier wiederholt klargestellt, daß Georg Simon Ohm den ohmschen Widerstand weder erfunden noch entdeckt hat, sondern das Ohmsche Gesetz. In der Elektrotechnik heißt er Wirkwiderstand.
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Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 11.12.2009 um 21.49 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15400
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Ich fürchte, ich habe mich eben unklar ausgedrückt. Ich meinte: diese Namensregel macht dann aus dem h ein H, also aus dem halleyschen Kometen (ohne Apostroph) den Halleyschen Kometen (ebenfalls ohne Apostroph).
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Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 11.12.2009 um 21.44 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15399
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Halleyscher Komet: es gibt ja netterweise auch noch die Regel, nach der Eigennamen groß geschrieben werden, und das ist der Name dieses speziellen Kometen – alles ganz einfach.
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Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 11.12.2009 um 02.36 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15389
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Die Schreibung "Halleyscher Komet" ist durch die Reform zum Sonderfall geworden. Reformiert müßte man ja halleyscher oder Halley’scher Komet schreiben. Scheinbar getrauten sich die Reformer aber nicht, die Fachsprache der Astronomen anzutasten.
Bei den Elektrotechnikern waren sie weniger zimperlich. Obwohl das ebenfalls fachsprachliche "Ohmsche Gesetz" ganz sicher wesentlich häufiger in der Literatur vertreten ist als der "Halleysche Komet", wurde die Schreibung dennoch 'reformvereinfacht'. Die Elektrotechniker scheinen das noch nicht bemerkt zu haben, oder sind Einwände dagegen bekannt?
Im übrigen Hr. Wagner, eine lineare Strom-Spannungs-Kennlinie haben (im jeweiligen Arbeitsbereich) nicht nur ohmsche Widerstände. Sie meinen vermutlich nicht frequenzabhängig.
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Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 10.12.2009 um 13.07 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15373
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Der Duden läßt losgelöst vom Inhalt beide Varianten zu. In der Praxis beobachte ich eine Umkehrung dessen, was inhaltlich sinnvoll wäre, in sein Gegenteil.
Es gibt einen breiten Grenzbereich, in dem die Unterscheidung groß/klein auf eine andere Akzentsetzung hinausläuft.
"Er hat eine Rede im Merkelschen Stil gehalten." Die Rede wies Stilmerkmale auf, wie man sie oft auch bei Frau Merkel findet. Es kann sich um eine allgemeine Ähnlichkeit handeln.
"Er hat eine Rede in merkelschem Stil gehalten." Gewisse, schon sprichwörtlich gewordene Eigenarten der Reden von Frau Merkel finden sich auch bei ihm. "Du hast keine einzige konkrete Aussage gemacht. Das war schon ziemlich merkelsch."
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Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 10.12.2009 um 13.07 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15372
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Das mündet dann in den Unfug, daß das Gesetz genauso ohmsch ist wie der Widerstand (der eine lineare Strom-Spannungs-Kennline zeigt) – denn schließlich sollen ja "Ohm'sch" und "ohmsch" gleichbedeutend sein.
Mein Fazit: Die Reform hat die Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung zu einer Person („possessiv“ geht mir zu weit) abgeschafft (von Ausnahmen wie dem „Halleyschen Kometen“ etc. abgesehen).
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Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 10.12.2009 um 10.25 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15370
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Soweit ich das verstanden habe, nimmt die Reformschreibung keine Rücksicht auf qualifizierend oder nach jemandem benannt.
Es gibt also den ohmschen Widerstand oder den Ohm’schen Widerstand, es gibt das ohmsche Gesetz oder das Ohm’sche Gesetz, es gibt die thomas-mannsche Ironie oder die Thomas-Mann’sche Ironie und es gibt die thomas-mannschen Werke oder die Thomas-Mann’schen Werke.
Überschrift: "Durch behutsame Änderungen die Systemhaftigkeit der Rechtschreibung und den Grad der Allgemeingültigkeit ihrer Regeln erhöhen“ oder auch: „Eliminierung nicht nachvollziehbarer Sonderregeln“. Die Einführung eines Deppenapostrophs ist hinzunehmen.
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Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 10.12.2009 um 10.17 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15369
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In beiden Fällen würde ich in der Tat steinsch bzw. goldbachsch schreiben. Ich halte die herkömmliche Unterscheidung zwischen adjektivischem (also qualifizierendem) und possessivem Gebrauch für lesbarkeitsförderlich. Standardbeispiel: das Ohmsche Gesetz, ein ohmscher Widerstand. Die in letzter Zeit zu beobachtende Inversion, bei adjektivischem Gebrauch groß (und mit Apostroph) und bei possessivem Gebrauch klein zu schreiben, ist nicht zweckmäßig.
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Kommentar von Robert Roth, verfaßt am 10.12.2009 um 10.17 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15368
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Genau diese Unsicherheit beschlich mich anläßlich eines Beitrags in diesem Forum.
Es ging um Frau Merkels Ausdrucksweise, die ich zuerst mit
Merkelscher beschrieb. Einige Tage später las ich in einer Zeitung vom schröderschen Stil. Daraufhin "verbesserte" ich mit merkelscher.
Wohl ist mir dabei nicht, obwohl doch ein adjektivischer Gebrauch des Eigennamens vorliegt.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 10.12.2009 um 09.51 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15367
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Völlig richtig. Ich habe früher (in meinem Fachsprachenbuch) auch auf die prädikative Verwendbarkeit der qualifizierenden -sch-Adjektive hingewiesen und ebenfalls Beispiele aus der Fachsprache der Mathematik angeführt:
"STEINsche Räume sind genau die holomorph-konnexen Gebiete über Zahlenräumen. X ist bereits STEINsch, wenn X holomorph-konnex und holomorph-ausbreitbar ist."
"Lassen Sie uns eine natürliche Zahl, welche sich als Summe zweier Primzahlen schreiben läßt, Goldbachsch nennen. Zum Beispiel sind die Zahlen 4, 6, 8, 10, 12 Goldbachsch."
Wie man sieht, ist die Rechtschreibung in den beiden Quellen unterschiedlich gehandhabt, aber man spürt deutlich eine Abneigung gegen die dudenkonforme Kleinschreibung des Eigennamen-Bestandteils.
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Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 10.12.2009 um 08.48 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15366
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Es ist nicht ganz klar, was mit "ungelöst" gemeint ist: von der Reform nicht gelöst oder unabhängig von der Reform problematisch? Wenn man die Reform beiseite läßt, meine ich, daß hier eher der Bindestrich fraglich ist.
Wieso Thomas-Mannsche Romane mit Bindestrich? Ich finde die Schreibung Thomas Mannsche Romane angenehmer. Es findet ja auch niemand etwas dabei, Thomas Manns Romane zu schreiben, also das Genitiv-s einfach an den Nachnamen anzuhängen, obwohl eigentlich der ganze Name in den Genitiv gesetzt wird und nicht nur die zweite Hälfte.
Etwas anderes wäre es mit wirklich adjektivischen Ableitungen, zum Beispiel könnte man nicht Thomas Mannhaft schreiben, man würde Thomas-Mann-haft schreiben.
Thomas Mannsche Werke sind einfach dasselbe wie Thomas Manns Werke, und die Bedeutung hat schon immer (= vor der Reform) den Ausschlag gegeben bei der Tendenz zu bestimmten Schreibungen. Die Ableitung -sche gehört historisch gesehen vielleicht in die Kategorie der Adjektive, aber das spielt doch für den heutigen Schreiber keine Rolle mehr.
Übrigens ergibt sich daraus eine schöne Unterscheidungsschreibung: Bei Leonhard Franksche weiß der Leser, daß von Herrn Leonhard Frank die Rede ist, und bei Leonhard-Franksche kann er damit rechnen, daß von den Herren Leonhard und Frank die Rede ist, vgl. Kant-Laplacesche Theorie.
Außerdem soll es ja Leute mit mehreren Vornamen geben, das würde dann zu genausovielen Bindestrichen zwingen. Nur um ...sche anzuhängen? Das ist nicht einzusehen.
Hingegen bei einem qualifizierenden Adjektiv mit Kleinschreibung: thomas-mannsche Ironie. Dort wäre der Bindestrich sinnvoll; der Name Thomas Mann liegt offensichtlich nicht mehr als solcher vor. Von diesen höchst seltenen Fällen sollte man sich nicht irritieren lassen. Wer verwendet schon den Vornamen, wenn er von einer Person ein allgemeingültiges Adjektiv abstrahieren will?
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Kommentar von Matthias Künzer, verfaßt am 10.12.2009 um 08.28 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1257#15365
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Aus der Mathematik kann ich berichten:
vorher: abelsche Gruppen (d.h. kommutative), aber: Riemannsche Vermutung (von Riemann geäußert).
nachher: Abel'sche Gruppen (häufig, insbes. bei Schreibern, die alles richtig machen wollen, nach Möglichkeit noch mit "Abel" in Kapitälchen), aber: riemannsche Vermutung (so z.B. in Spektrum der Wissenschaften oder Wikipedia).
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